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Lichtdusche gegen den Blues: "Wenig Licht macht müde"

Nach dem dunklen Februar scheint nun endlich wieder die Sonne - 05.03.2013

Nürnberg  - Der vergangene Monat war kein Zuckerschlecken. So selten wie in diesem Februar hat die Sonne seit mehr als 40 Jahren nicht geschienen. Die Folge: Wir fühlten uns besonders müde, waren verstimmt. Warum eigentlich? Prof. Dr. Kneginja Richter, Oberärztin und Leiterin der Schlafambulanz am Nordklinikum und Professorin an der Ohm-Hochschule, stand uns Rede und Antwort.

Wie haben wir diesen Moment herbeigesehnt? Michael Maier, der Herr auf unserem Bild, wahrscheinlich auch. Er nutzte gestern die Gunst der Stunde, um im Nürnberger Stadtpark ein Sonnenbad zu nehmen.
Wie haben wir diesen Moment herbeigesehnt? Michael Maier, der Herr auf unserem Bild, wahrscheinlich auch. Er nutzte gestern die Gunst der Stunde, um im Nürnberger Stadtpark ein Sonnenbad zu nehmen.
Foto: Stefan Hippel
Wie haben wir diesen Moment herbeigesehnt? Michael Maier, der Herr auf unserem Bild, wahrscheinlich auch. Er nutzte gestern die Gunst der Stunde, um im Nürnberger Stadtpark ein Sonnenbad zu nehmen.
Wie haben wir diesen Moment herbeigesehnt? Michael Maier, der Herr auf unserem Bild, wahrscheinlich auch. Er nutzte gestern die Gunst der Stunde, um im Nürnberger Stadtpark ein Sonnenbad zu nehmen.
Foto: Stefan Hippel

NZ: In diesem Februar hat sich die Sonne besonders rar gemacht. Haben Sie das auch gespürt?

Dr. Kneginja Richter: Ja. Durch das wenige Licht werden wir müde. Bei dieser Dunkelheit verkriechen sich die Säugetiere normalerweise in Höhlen und halten Winterschlaf.

NZ: Und Menschen sind nichts anderes als Säugetiere. Warum fühlen wir uns müde und schlapp?

Richter: Dafür sorgt das Hormon Melatonin. Es wird in einem Teil des Gehirns gebildet – in einer kleinen Drüse – und verlangsamt den ganzen Stoffwechsel. Denn während des Winterschlafs braucht das Säugetier weniger Nahrung. Beim Menschen ist es aber anders. Er isst in dieser Zeit mehr obwohl er passiv ist. Dadurch nimmt er zu – was die Trägheit und Müdigkeit noch verstärkt.


NZ: Was hilft gegen den sogenannten Winterblues?

Richter: Licht! Das ist das Wichtigste. Licht regelt wie viel Melatonin freigesetzt wird; Helligkeit verringert die Freisetzung. Die Finnen haben zum Beispiel Lichtcafés, in denen sie besondere Sonnenbrillen tragen müssen – und nebenbei einen Kaffee trinken. Hierzulande gibt es Lichtgeräte für den Schreibtisch.

NZ: Es reicht also nicht aus, in eine Glühbirne zu schauen?

Richter: Nein. Die Lichtgeräte haben eine ganz besondere Stärke. Sie müssen etwa eine Stunde eingeschaltet sein. Außerdem wird in Finnland Licht über eine Art Kopfhörer eingestreut.

NZ: Was kann ich unternehmen, wenn ich kein Lichtgerät besitze?

Richter: Verbringen sie soviel Zeit wie möglich draußen – auch wenn es bewölkt ist. Auch durch eine Wolkendecke dringt genügend Licht. Und treiben sie genügend Sport.

NZ: Was halten Sie von einem Gang ins Solarium?

Richter: Das würde ich nicht empfehlen, weil es nicht gut für die Haut ist. Außerdem hat es nicht die Stärke einer Lichtdusche.

NZ: Seit einigen Tagen scheint wieder die Sonne. Ist jetzt Schluss mit dem Trübsalblasen?

Richter: Generell schon. Bei Einigen setzt jetzt allerdings die Frühjahrsmüdigkeit ein. Sie brauchen länger, um sich wieder an das Licht zu gewöhnen, denn ihr Körper ist das Melatonin gewohnt. 

Fragen: Christiane Fritz


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