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Das wird vor allem der bayerische Finanzminister gerne hören: Die Inklusion, also die Integration behinderter Kinder in den normalen Schulunterricht, habe „keine Mehrkosten“ verursacht, berichtete der Erste Bürgermeister von Lauf an der Pegnitz (Kreis Nürnberger Land), Benedikt Bisping (Grüne), gestern in München. Die 27.000-Einwohner-Stadt hat zum laufenden Schuljahr eine von landesweit 41 Schulen mit dem Profil „Inklusion“ eingerichtet. „Ich rechne mit steigender Nachfrage“, sagte Bisping.
Der seit drei Jahren amtierende Bürgermeister hat zu den oft kostspieligen Umbauten in Schulhäusern eine klare Einstellung, die nicht alle Amtskollegen teilen. Der Aufwand für den barrierefreien Umbau öffentlicher Gebäude fällt für ihn und den Stadtrat in die Kategorie „Sowieso-Kosten“. In der bayerischen Bauordnung ist die Barrierefreiheit seit knapp 50 Jahren als so genannte „Soll-Vorschrift“ verankert. Das habe man in den vergangenen Jahrzehnten vielfach ignoriert, sagte Bisping.
Die Grünen im Landtag sehen auch ohne Berücksichtigung von Umbaukosten finanziellen Handlungsbedarf des Freistaats. Die Inklusion, die vor Kurzem von allen fünf Fraktionen gemeinsam im Erziehungs- und Unterrichtsgesetz (BayEUG) verankert wurde, muss nach Auffassung ihres schulpolitischen Sprechers Thomas Gehring mit zusätzlich 100 Millionen Euro im Nachtragshaushalt unterfüttert werden. Kinder mit Handicap benötigten meistens mehr Platz, mehr Transporte und Betreuung. Der mobile sonderpädagogische Dienst müsse ausgebaut werden und Klassen mit behinderten Schülern kleiner als üblich sein, rechnete Gehring vor.
Beim bayerischen Kultusministerium rennen die Grünen mit ihren Anträgen weitgehend offene Türen ein. Im kommenden Schuljahr würden weitere 100 Stellen für inklusive Bildung zur Verfügung gestellt, teilte das Ministerium mit und entsprach damit einer Forderung der Grünen. Wenn die Kommunen als Sachaufwandsträger ihre Schulen zur Barrierefreiheit umbauen müssten, könnten sie mit einer Förderung über das Finanzausgleichsgesetz rechnen.
In Lauf rüstet man sich laut Bisping schon für die nächste Stufe der Inklusion. Einbezogen werden sollen nun auch weiterführende Schulen sowie die Berufswelt, kündigte der Bürgermeister an: „Wir haben uns vorgenommen, eine der kinderfreundlichsten Städte zu werden.“
