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Mehrheit der Fürther arbeitet im Umland

Amt für Stadtforschung und Statistik analysierte die Beschäftigten in der Metropolregion - 08.02. 07:29 Uhr

NÜRNBERG  - Wenn Ihr Nachbar morgens ins Auto steigt und zur Arbeit fährt, wohin könnte seine Reise gehen? Wohnt er in Nürnberg, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er in der Noris bleibt. Etwa 71 Prozent der Beschäftigten, die in Nürnberg wohnen, arbeiten auch hier. In Fürth wird der Nachbar wohl die Stadt verlassen.

Rot bedeutet Verlust, dunkelgrün steht für Gewinn. Die Grafik zeigt, wie sich die Beschäftigten­zahlen im Hinblick auf den Arbeitsort in den vergangenen zehn Jahren entwickelt haben.
Rot bedeutet Verlust, dunkelgrün steht für Gewinn. Die Grafik zeigt, wie sich die Beschäftigten­zahlen im Hinblick auf den Arbeitsort in den vergangenen zehn Jahren entwickelt haben.
Foto: Grafik: Amt für Stadtforschung und Statistik
Rot bedeutet Verlust, dunkelgrün steht für Gewinn. Die Grafik zeigt, wie sich die Beschäftigten­zahlen im Hinblick auf den Arbeitsort in den vergangenen zehn Jahren entwickelt haben.
Rot bedeutet Verlust, dunkelgrün steht für Gewinn. Die Grafik zeigt, wie sich die Beschäftigten­zahlen im Hinblick auf den Arbeitsort in den vergangenen zehn Jahren entwickelt haben.
Foto: Grafik: Amt für Stadtforschung und Statistik

Denn nur 30 Prozent sind auch in Fürth angestellt. Ganz genau weiß solche Dinge Benedikt Unger vom Amt für Stadtforschung und Statistik in Nürnberg. Er hat sich die Zahlen von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in der Metropolregion Nürnberg der vergangenen zehn Jahre einmal genauer angeschaut, die von der Bundesagentur für Arbeit kommen. Jetzt steht fest: Welche Entwicklungen gab es beim Arbeitsort, beim Wohnort, und wohin pendeln die Beschäftigten oftmals.

Wo arbeiten die Menschen der Metropolregion?

Zwischen 2000 und 2010 hat die Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter in der Europäischen Metropolregion Nürnberg um 0,7 Prozent zugenommen. Diese Entwicklung findet jedoch nicht in allen elf kreisfreien Städten und 22 Landkreisen gleichermaßen statt. Denn während die Zahl der Beschäftigten in der Stadt Erlangen um 16 Prozent, im Kreis Erlangen-Höchstadt sogar um 20 Prozent gestiegen ist, ist sie andernorts gefallen, wie im Kreis Wunsiedel (-13 Prozent).



„Die kreisfreie Stadt hat tendenziell weniger mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen“, sagt Benedikt Unger. Dafür hat der 28-Jährige eine einfache Erklärung: Arbeitsplätze gibt es vor allem in der Stadt. Besonders deutlich wird das im direkten Vergleich: Während die Stadt Coburg ein Plus von 11 Prozent aufweisen kann, ist die Beschäftigten-Zahl im Kreis um 16 Prozent gesunken.

Ähnlich ist die Lage in der Stadt und dem Kreis Bayreuth. Zwar gibt es auch für die Stadt einen Negativtrend von -0,6 Prozent weniger Beschäftigten, doch im Kreis sind es sogar -9 Prozent.

Wo wohnen die Beschäftigten der Metropolregion?

„Mehr Beschäftigte, die in der Metropolregion wohnen, arbeiten auch dort“, sagt Unger. In den vergangenen zehn Jahren sind es 2,2 Prozent mehr geworden. Doch der Wohnort der Beschäftigten verteilt sich nicht auf die Kreise und Städte gleichmäßig. Hier gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen dem Norden und dem Süden der Metropolregion.

Im Vergleich zu 2000 wohnten 2010 zwischen fünf und sieben Prozent weniger Beschäftigte im Kreis Kronach und Hof. Im Kreis Wunsiedel sind es sogar -11 Prozent.

Am anderen Ende der Metropolregion sieht es jedoch ganz anders aus. In Ansbach – sowohl Stadt als auch Kreis — in den Kreisen Neumarkt und Neustadt-Aisch/Bad-Windsheim ist diese Zahl gestiegen. Bei allen sind es in etwa 6 Prozent. Spitzenreiter ist hier die Stadt Bamberg, wo die Zahl um 7 Prozent gestiegen ist.

Städtedreieck Nürnberg-Fürth-Erlangen

Irgendwie hat man es gewusst, doch jetzt ist es auch amtlich: Das Dreieck Nürnberg-Fürth-Erlangen ist das Wirtschafts- und Arbeitsmarktzentrum der Metropolregion. Unger betont aber auch: „Es gibt viele kleine Wirtschaftszentren in der Metropolregion.“ Doch die Zahlen für das Dreieck Nürnberg-Fürth-Erlangen verdeutlichen seine Bedeutung als Arbeitsort. Mehr als jeder vierte, der in der Metropolregion beschäftigt ist, arbeitet hier — von den etwa 1,24 Millionen sind es 385700. Aus den nördlichen Landkreisen der Metropolregion pendeln 10 Prozent mehr Beschäftigte nach Nürnberg, Fürth oder Erlangen als noch im Jahr 2000. In jenen Kreisen, die direkt an eine der drei Städte grenzen, sind es über 25 Prozent.

Wohnen-Arbeiten-Pendeln

Wie unterschiedlich die Pendlerbewegungen aussehen, ist an den Beispielen Stadt Nürnberg und Kreis Bamberg zu sehen.

In Nürnberg wohnten 2010 etwa 173000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. 123500 von ihnen arbeiteten in der Stadt, 38000 zog es in die Metropolregion, 5000 ins restliche Bayern. Nach Nürnberg pendelten 2010 in etwa 141000 Beschäftigte, denn die Noris ist der Arbeitsort für insgesamt 264000 Menschen. In den vergangenen zehn Jahren sind die Pendlerbewegungen in die und aus der Stadt zurückgegangen. Das Pendlersaldo beträgt -1306.

Im Kreis Bamberg wohnten 56000 Beschäftigte. 19000 waren hier auch angestellt, 34000 in der Metropolregion, mehr als 1000 in Bayern. 12000 Beschäftigte pendelten für ihre Arbeit in den Kreis Bamberg.

Auspendler in bayerische Gebiete

2010 arbeiteten 92 Prozent der Beschäftigten, die in der Metropolregion wohnen, auch dort. In 31 von 33 Kreisen und Städten liegt der Anteil der Beschäftigten über 85 Prozent. 24 Kreise erreichen sogar einen Anteil von 90 Prozent.

Ein Ergebnis der Analyse hat Unger besonders überrascht. Die großen Ausreißer sind die Kreise Haßberge und Kitzingen in Unterfranken. Während im Durchschnitt lediglich 5 Prozent der Menschen, die in der Metropolregion Nürnberg wohnen, außerhalb dieses Gebiets zum Arbeiten pendeln (für die Stadt Erlangen waren es 2010 genau 931), sind es in Haßberge 21 Prozent, in Kitzingen sogar 31 Prozent und damit 10000 Beschäftigte. 



Christiane Fritz

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