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Um zu zeigen, wie schnell der Flächenverbrauch in Bayern voranschreitet, überzogen die Naturschutzaktivisten ein Areal von 300 Quadratmetern innerhalb von drei Minuten mit Folie. Auch Karin Weber vom Bürgerforum und Gemeinderätin in Dormitz ist gegen den Bau der Trasse: „Dieser Bau würde über 15 Hektar landwirtschaftlich wertvolle Flächen verbrauchen.“ Auch Bernhard Birnfeld vom BN Neunkirchen und Umgebung ist von einer geplanten Trasse nicht begeistert, denn er befürchtet, dass durch die geplante Umgehungsstraße nicht nur der Lebensraum eines alten Eichenbestandes mit seinen seltenen Fledermausarten verlorengeht, sondern auch wertvolle Streuobstbestände mit EU-weit geschützten Vogelarten.
Doch auch eine Familie, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen mag, muss seit vielen Jahren mit der Hauptstraße leben — leider ohne Haustier. Die Familie muss auf Katzen verzichten, denn kaum ein Tier hat die Straße länger als ein halbes Jahr überlebt. Selbst ihre beiden Kinder, klagt das Ehepaar, können nur bei geschlossenen Toren im Hof spielen, denn das Leben an der Straße ist gefährlich: „Bald 10000 Autos täglich, das hält keiner mehr aus“, so der Familienvater. Außer an den Wochenenden sei es selten, dass auch nur einige Sekunden Ruhe herrscht.
Umgehungsstraßen bleiben ein heikles Thema. Für die einen, denen der Verkehr vor ihrer Haustüre unerträglich geworden ist, für die anderen, die ihre Landschaft bedroht sehen. Unterdessen beruft sich der Bund Naturschutz in seinem Kampf gegen die Umgehungsstraße neben steigenden Spritpreisen auch auf den demographischen Wandel.
Laut Irina Stäblein vom Bürgerforum Dormitz, die sich ein über den Landkreis Forchheim hinausgehendes Gesamtkonzept „statt lauter kleiner Umgehungsstraßen“ wünscht, hat der Verkehr in den letzten Jahren kontinuierlich um 1000 Fahrzeuge abgenommen.
Doch Bürgermeister Gerhard Schmitt (CSU) hält dieses Argument für einen „Wunschgedanken von Bund Naturschutz und Bürgerforum“: „Tatsächlich sprechen die Zahlen des Staatlichen Bauamtes eine andere Sprache.“ Nicht nur, dass der Durchgangsverkehr in Dormitz höher als auf manchen Bundesstraßen sei. Aktuelle Schätzungen sprächen zudem von einem Anstieg des Durchgangsverkehrs auf 12000 Fahrzeuge bis zum Jahr 2020. Der Bürgermeister: „Mir ist ein Kind, das sicher über die Straße kommt, wichtiger als jeder Quadratmeter Wiese.“
