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Rettungshelikopter schwebt noch 2013 ein

Neuer Hubschrauber für Mittelfranken: Herrmann favorisiert Dinkelsbühl - 03.02.2013 10:48 Uhr

DINKELSBÜHL  - Es war ein zäher K(r)ampf um einen Rettungshubschrauber für das westliche Mittelfranken. Die Menschen fühlten sich von der Politik verlassen – doch das Wahljahr hat noch mal Bewegung in die Sache gebracht. Nun favorisierte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) einen weiteren Standort in Dinkelsbühl (Kreis Ansbach).

Der geplante zusätzliche Rettungshubschrauber in Franken wird aller Voraussicht nach in Dinkelsbühl (Kreis Ansbach) stationiert.
Der geplante zusätzliche Rettungshubschrauber in Franken wird aller Voraussicht nach in Dinkelsbühl (Kreis Ansbach) stationiert.
Foto: dpa
Der geplante zusätzliche Rettungshubschrauber in Franken wird aller Voraussicht nach in Dinkelsbühl (Kreis Ansbach) stationiert.
Der geplante zusätzliche Rettungshubschrauber in Franken wird aller Voraussicht nach in Dinkelsbühl (Kreis Ansbach) stationiert.
Foto: dpa

Begonnen hatte alles schon mit der Zuteilung des letzten Hubschraubers. Damals gab es ein Gutachten der Krankenkassen, das der ideale Standort in Nördlingen sei, doch letztendlich kam er nach Augsburg. Für die Mittelfranken ein Schlag ins Gesicht – für sie war es politische Klüngelei, denn in Südbayern gab es schon acht Rettungshubschrauber, für den Norden Bayerns nur vier. Teile von Oberfranken werden durch Thüringen versorgt.

Durch den neuen Standort Augsburg blieb die Versorgungslücke an der Landesgrenze zwischen Dinkelsbühl und Feuchtwangen. „In diesen Gebieten wird der Hubschrauber oft gar nicht mehr angefordert“, meinte Dr. Martin Scharrer vom Krankenhaus Gunzenhausen schon 2010.


Wichtig für die Heilungschancen sind die ersten 60 Minuten, etwa bei Schlaganfall, Herzinfarkt oder schweren Unfällen. Innerhalb von 60 Minuten nach dem Alarm sollte ein Schwerverletzter eine Klinik mit dem Hubschrauber erreicht haben, nach 90 Minuten auf einem Operationstisch liegen. Ein Unfallopfer im Autobahnkreuz Feuchtwangen hat diese Chance nicht.

Hinzu kommt, dass die bestehenden Rettungshubschrauber bereits gut ausgelastet sind. Im Mai 2012 kam es zu einem Drama auf der A7 bei Rothenburg. Für eine schwer verletzte 44-jährige Autofahrerin war einfach kein Rettungshubschrauber zu bekommen – sechs wurden angefragt, keiner war verfügbar. In der Not sprang die Polizei in Roth ein, baute einen Sitz aus ihrem Polizeihubschrauber und flog die Schwerverletzte in eine Spezialklinik. Die geforderten 90 Minuten bis in den Operationssaal waren zu diesem Zeitpunkt längst überschritten. Noch in derselben Nacht verstarb die Frau.

Dieser Fall sorgte für große Empörung in der Region. Ruckzuck waren 30000 Unterschriften gesammelt, die den politischen Druck erhöhten. Der Versuch, einen Hubschrauber von Nürnberg nach Roth zu verlegen, war von Anfang an keine ernst zunehmende Lösung. Die Stadt Nürnberg wehrte sich massiv. Bis spätestens Jahresende kommt endlich der Rettungshubschrauber für das westliche Mittelfranken. Jetzt folgen erst einmal Gespräche mit den Krankenkassen, die den Hubschrauber finanzieren müssen, dann geht es in die konkrete Planung. Übrigens: Der Hubschrauber für Augsburg fliegt bis heute nicht. Offensichtlich gibt es zu viele Einwände gegen den Standort. 

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