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"Toten Hosen" gaben Geheimkonzert in Weißenburg

130 Gäste im Weißenburger Jugendzentrum - 01.05.2012 11:00 Uhr

Ob vor Tausenden in großen Hallen oder vor 130 Gästen im Weißenburger Jugendzentrum: Campino, Sänger der „Toten Hosen“ heizt immer mächtig ein.

Ob vor Tausenden in großen Hallen oder vor 130 Gästen im Weißenburger Jugendzentrum: Campino, Sänger der „Toten Hosen“ heizt immer mächtig ein. © Jan Stephan


Als Campino, der Sänger der Band, am Sonntagabend gegen 21.30 Uhr auf die Bühne sprang, blickten sich viele im Saal ein wenig ungläubig an. Tatsache: das war der echte Campino, das waren die echten „Toten Hosen“ und das war das Weißenburger Jugendzentrum. „Einfach unfassbar“, kommentierte ein Konzertbesucher hinterher. Was will man schon viel reden, wenn eine der berühmtesten Bands der Republik in einem Jugendzentrum auf dem flachen Land spielt?

Am besten hört man einfach zu. Und das taten die gut 130 Gäste dann auch. Die „Hosen“ brauchten keine zehn Sekunden, um den Saal zum Kochen zu bringen. Bald rann der Schweiß von Wänden und Decken und verdampfte in Schwaden auf den Scheinwerfern.

Wer den Saal betrat lief in eine Wand aus Hitze, Schweiß und Bier. So muss die Anfangszeit der „Toten Hosen“ in den 80er-Jahren gerochen haben. Ein Heimspiel für die Düsseldorfer Punkrock-Band, die ihr Weißenburger Konzert mit dem Titel „Auswärtsspiel“ begann.

Im Juz gab es dann noch eine Weltpremiere. „Wir spielen jetzt ein Lied, das wir noch nie zusammen live gespielt haben. Das Schöne daran ist, dass keiner merkt, wenn wir einen Fehler reinhauen“, so kündigte Campino den „Ballast der Republik“ an, der dem neuen Album seinen Namen gab. Aber auch Klassiker wie „Pushed Again“ und „Hier kommt Alex“ standen auf dem Spielplan.

Am Nachmittag hatte man sich schon etwas Sorgen um den 49-jährigen Bandleader gemacht. Während der Rest der Band mit den Juz-lern gemeinsam zu Abend aß, hatte sich Campino im VW-Bus verschanzt, um sich auszuschlafen. Der nachmittägliche Besuch beim Auswärtsspiel seiner geliebten Fortuna aus Düsseldorf in Fürth war ihm offensichtlich nicht gut bekommen. Nach ein paar Kaffees und etwas Speiseöl in der Kehle waren er und seine strapazierte Stimme aber wieder auf Betriebstemperatur. Und bald machte Campino das, was er am besten kann: rauh ins Mikrofon brüllen, wild über die Bühne springen und die Menschen restlos begeistern.

Das gelang ihm nicht nur im, sondern auch vor dem Juz. Dort hatten sich rund 100 Leute versammelt, die ohne Bändchen ihren Idolen zumindest nah sein wollten. „Die Tote Hosen feiern ne Party. Und wir kommen nicht rein“, sang der gutgelaunte Chor gebildet aus Hardcore-Hosen-Fans.

Da ließ sich die Band nicht lange bitten und stattete ihrem Hofpublikum einen Besuch ab. Und so blieb vom spektakulärsten Konzert des jungen Weißenburger Jahrtausends der Eindruck, dass die Toten Hosen keine Stars zum Anfassen sind. Sie sind ganz normale Menschen, die nur extrem berühmt sind. 

Jan Stephan

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