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„Es war ein sehr sachliches und informatives Gespräch“, sagte die Ansbacher Oberbürgermeisterin Carda Seidel nach dem Treffen. Demnach sind die Pläne schon seit Jahren gefasst, sie würden nur jetzt erst umgesetzt. „Ansbach gehört zu den dauerhaften Standorten“, erklärt Seidel, „davon gibt es sieben in Europa.“
In den Standort Ansbach hatte die US-Armee in den letzten Jahren viel investiert, sicher einer der Gründe, warum an der Garnison festgehalten wird. Lediglich einen geringen Abbau der Zivilbeschäftigten wird es hier geben, doch das war schon bekannt. Die Bürgermeisterkollegen aus Schweinfurt und Bamberg nahmen das Aus für ihre Standorte eher leidenschaftslos zur Kenntnis. Sie wollen jetzt vor allem mehr über die Details des Abzuges wissen.
„Aus wirtschaftlicher Sicht eine beruhigende Aussage für Ansbach“, meint Seidel. Sorge bereitet ihr freilich die nun bleibende Lärmbelastung durch die Übungsflüge, die immer wieder zu erheblichen Spannungen führt. Die Bürgermeisterin will weiterhin diplomatisch vorgehen. Zudem plädiert sie für eine Gesetzesänderung bei den Richtlinien für die Übungsflüge.
Bereits den ganzen Tag über war die Frage nach der Zukunft der Militärbasis das Topthema in Ansbach. Gegner der geräuschvollen US-Präsenz hegen die stille Hoffnung, dass sie geschlossen wird. Pünktlich kurz vor 16 Uhr waren die drei fränkischen Bürgermeister in der Kaserne angekommen und schnell durch die Sicherheitskontrollen Richtung Offizierskasino verschwunden.
Vor dem Tor harren trotz eisiger Temperaturen von minus zehn Grad knapp 30 Gegner des US-Standorts aus und begrüßen die vorbeifahrenden Bürgermeister mit ihren Transparenten. „Army go home“ und „your noise is terror“ steht auf den Plakaten. Es herrscht Berufsverkehr, einige vorbeifahrende Autos hupen, zum, Teil als Zustimmung für die Demonstranten zum Teil als Ablehnung. Auf der anderen Straßenseite hat sich ein einzelner Sympathisant der Amerikaner mit deutscher und amerikanischer Flagge aufgebaut. „Dank USA für 60 Jahre Frieden“ steht auf seinem Jeep.
Die Befürworter des amerikanischen US-Standorts sprechen immer von der großen wirtschaftlichen Bedeutung der Kaserne. Zahlen geben die amerikanischen Militärs aber nur selten raus. Bisherigen Informationen zufolge geben das Militär und deren Angehörige rund 84 Millionen Euro in und um Ansbach aus.
Der größte Posten, Aufträge für Instandhaltung an deutsche Firmen, macht fast 30 Millionen Euro aus. Die privaten Ausgaben der Amerikaner in und um Ansbach schätzt die Armee auf 21 Millionen Euro im Jahr. Deutsches Personal soll etwa rund 13 Millionen Euro Lohn erhalten.
Lukrativ ist es auch an amerikanische Armeeangehörige zu vermieten, denn sie zahlen deutlich mehr, als sonst in der Region zu erzielen wäre. Doch der Markt bricht ein, seit aus sicherheitspolitischen Überlegungen ein ganz neuer Stadtteil auf dem Kasernengelände entsteht.
Für die Bürgerinitiative „Etz langt’s“ ist die Army jedenfalls kein Wirtschaftsfaktor mehr. „Obwohl die Politik in Bund und Land der US-Armee viele Wünsche, etwa großflächige Kasernenerweiterungen oder laxe Übungsbestimmungen oftmals zu Lasten der Bevölkerung erfüllt hat, wird nun deutlich, dass das monostrukturelle Setzen auf das Militär mit Blick auf die Wirtschaftskraft in unseren Regionen seitens der bayerischen Landesplanung ein folgenreicher Fehler war“, so Boris-Andre Meyer.
Viele Ansbacher sind hin- und hergerissen – bringen die ausländischen Gäste doch etwas Internationalität in die Stadt. Man sieht amerikanische Autos und kann in vielen Geschäften sogar mit Dollar zahlen. Doch die Mehrheit hätte inzwischen wohl auf den Tischen getanzt, wenn der Abzug beschlossen worden wäre. Denn der Lärm der Tag und Nacht fliegenden US-Hubschrauber brachte viele Bürger auf die Palme. Dabei wird es nach dem gestrigen Tag wohl bleiben.
