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Was die Polizei über die GFE herausfand

Verschleierte Millionengelder - 31.05. 07:20 Uhr

NÜRNBERG  - Die Nürnberg-Schweizer GFE-Energy-Gruppe ist ein höchst undurchsichtiges Firmengeflecht. Scheinbar haben es die Verantwortlichen von Anfang darauf angelegt, Geldflüsse zu verschleiern. Der "Zwischenbericht des Nürnberger Kriminalfachdezernat 4" an die hiesige Staatsanwaltschaft, der der NZ vorliegt, lässt kaum einen anderen Schluss zu.

Container für die Lagerung von Blockheizkraftwerken auf dem Firmengelände der GFE in Nürnberg. Das Firmengeflecht ist nur schwer durchschaubar, der mutmaßliche Betrugsschaden geht in die Millionen.
Container für die Lagerung von Blockheizkraftwerken auf dem Firmengelände der GFE in Nürnberg. Das Firmengeflecht ist nur schwer durchschaubar, der mutmaßliche Betrugsschaden geht in die Millionen.
Foto: Heinz Wraneschitz
Container für die Lagerung von Blockheizkraftwerken auf dem Firmengelände der GFE in Nürnberg. Das Firmengeflecht ist nur schwer durchschaubar, der mutmaßliche Betrugsschaden geht in die Millionen.
Container für die Lagerung von Blockheizkraftwerken auf dem Firmengelände der GFE in Nürnberg. Das Firmengeflecht ist nur schwer durchschaubar, der mutmaßliche Betrugsschaden geht in die Millionen.
Foto: Heinz Wraneschitz

Zwei Firmen der Gruppe sind bereits insolvent: die zentralen GFE-mbH und die GFE Production GmbH. Am Freitag erfuhren — wie berichtet — die Gläubiger der „Production“ von Verwalter Jochen König, sie „können mit 1,15 Millionen Euro rechnen“ — etwa Prozent der Ansprüche, die Lieferanten oder Mitarbeiter gegen den Blockheizkraftwerks- (BHKW-)Hersteller haben.


Dagegen müssen sich jene Menschen und Firmen, die Geld von der GFE-mbH fordern, wohl nur mit einer wesentlich geringeren Quote bescheiden. Das hatte zuvor deren Insolvenzverwalter Hans Raab verkündet. Bei der Versammlung in der Nürnberger Gartenstadt „waren rund 700 Gläubiger durch rund 130 Anwesende vertreten, mehr als in manchem weit größerem Verfahren“, verlautet aus Raabs Büro.

Der Grund steht im Polizeibericht. von den 60354694,31 Euro, welche die BHKW-Käufer zwischen Januar und November 2010 auf GFE-Konten überwiesen haben, mussten einige Millionen Euro Pachtzahlungen wieder ausgeschüttet werden. Sonst wäre den Bestellern wohl aufgefallen, dass die „gekauften“ BHKW gar nicht existierten, geschweige denn Strom produzierten.

Denn nur für ein einziges Kraftwerk, jenes auf dem Firmengelände in Nürnberg, erhielt die GFE-Gruppe jemals Geld für ins Netz eingespeisten Strom. 6121,92 Euro wurden im November 2010 erlöst. Doch für diesen Monat hatte Geschäftsführer Jörg T. bereits mit 1,7 Millionen Euro Pachtausgaben zu kämpfen — mehr als neue BHKW-Käufer an die Firma überwiesen.


Außerdem kassierten die Kraftwerks-Vermittler satte Provisionen, wie im Strukturvertrieb üblich. Laut Firmenstatistik der Wochen 24 bis 47 des Jahres 2010 gingen zwischen 17 und 77 Prozent der Einnahmen gleich wieder an die „Strukkies“. So flossen auf zwei Konten einer als Vermittler genannten Dame 896995,74 Euro. Doch bei der Empfängerin, laut Polizeiangaben eine Nürnberger Prostituierte, nehmen die Ermittler an, sie sei nur die Strohfrau des führenden GFE-Beschuldigten Karlheinz Z.

Der wiederum finanzierte sich einen aufwändigen Lebensstil. So soll seine Villa in der Propsteistraße im Nürnberger Süden etwa eine Million Euro gekostet haben. Für die Eigentumswohnung von Silvia K., der Ehefrau von GFE-Partner Horst K. in der Schweiz sollen dagegen „nur“ 930000 Schweizer Franken zu berappen gewesen sein.

Dennoch war „der Beschuldigten hinreichend bekannt, dass dieser Kauf lediglich durch den betrügerischen Verkauf von BHKW möglich war“, heißt es im Polizeibericht. Denn K. und Z. hatten wohl „inso-mäßig noch Probleme“, wie die Polizei aus abgehörten Telefonaten zitiert. Sprich: Die beiden GFE-Energy-Chefs sollen sich zu der Zeit mit Privatinsolvenzen herumgeschlagen haben. 



Heinz Wraneschitz

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Kurzbeschreibung:
Ein angeblich hocheffizienter Pflanzenölmotor in Blockheizkraftwerken (BHKW) sollte 1300 Anlegern hohe Renditen bringen - es wurden jedoch nur sehr wenige Anlagen in Betrieb genommen. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg ermittelt jetzt wegen Betrugsverdachts gegen die Nürnberg-Schweizer GFE-Energy-Group (Gesellschaft zur Förderung erneuerbarer Energien) und 47 Beschuldigte, von denen sich sieben in U-Haft befinden. Die Polizei geht von 62 Millionen Euro Schaden aus (Stand August 2011).