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3:0: Der Club schießt sich fürs Derby warm

Spektakulärer Auswärtscoup in Leverkusen - 17.12. 19:19 Uhr

Leverkusen  - Wohl selten hat ein Erfolgserlebnis so gut getan – und das gleich in doppelter Hinsicht. Mit einem in dieser Höhe sensationellen 3:0 (2:0)-Sieg bei Bayer Leverkusen sandte der kriselnde 1. FC Nürnberg nicht nur ein deutliches Lebenszeichen in der Bundesliga, sondern betrieb auch wertvolle Seelenmassage vor dem bevorstehenden Pokalderby gegen die SpVgg Greuther Fürth.


Trainer Dieter Hecking hatte auf der rechten Abwehrseite etwas überraschend Markus Feulner mit der Vertretung des rot-gesperrten Timothy Chandler beauftragt. Zudem erhielt wie erwartet Almog Cohen eine Bewährungschance im defensiven Mittelfeld, wo der kampfstarke Israeli die Kreise von Ex-DFB-Kapitän Michael Ballack einengen sollte. Alexander Esswein musste dafür auf die Bank.


Die Umstellungen taten dem Spiel des Tabellensechzehnten sichtlich gut. Der Club präsentierte sich vor 29 239 Zuschauern keineswegs wie ein Abstiegskandidat, sondern ging diesmal von Beginn an couragiert zu Werke, nahm die Zweikämpfe an und erspielte sich auch bald die erste Chance. Nach Flanke von Jens Hegeler, der wieder im rechten Mittelfeld agierte, köpfte Christian Eigler unbedrängt neben das Tor (6.).

Nur eine Minute später durften Nürnbergs Fans dann tatsächlich jubeln: Fast von der Mittellinie schlug Eigler einen weiten Ball genau in den Lauf von Daniel Didavi, der Sidney Sam abschüttelte und aus zwölf Metern mit einem platzierten Schuss ins lange Eck traf.

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Kaum jemand hätte vor dem Spiel darauf gewettet, dass der FCN in Leverkusen siegt. Ein couragierter Club bewies den Skeptikern aber, dass er noch dreifach punkten kann - und dabei guten Fußball spielt.


Die Führung schien die Gäste weiter zu beflügeln, während die seit sechs Spielen ungeschlagene Werkself seltsam verunsichert wirkte. Der agile Eigler scheiterte nach einem Solo an Torhüter Bernd Leno – ein Abspiel auf den in der Mitte lauernden Timmy Simons wäre in dieser Situation wohl die bessere Alternative gewesen (15.). In der 22. Minute durfte man sich dann aber erneut verwundert die Augen reiben, als Hegeler einen Eckball von Marvin Plattenhardt am Elfmeterpunkt abfasste und mit links flach ins rechte Eck versenkte – 2:0 für den Club.


In der 33. Minute waren die Bayer-Fans dann endgültig der Verzweiflung nahe, als der zuletzt so eiskalt vollstreckende Schweizer Eren Derdiyok freistehend zum Schuss kam, aber nur Raphael Schäfer am Kopf traf. Der folgende Kopfball von Ballack landete dann sicher in den Armen des Club-Keepers, der kurz vor der Pause auch einen Schlenzer von Nationalspieler Andre Schürrle meisterte (43.).
Die Nürnberger Zwei-Tore-Führung war dennoch keineswegs unverdient, weil auch der Club noch einige aussichtsreiche Kontermöglichkeiten ungenutzt gelassen hatte. Mit etwas mehr Entschlossenheit und Übersicht hätten die Franken durchaus schon in der ersten Halbzeit alles klar machen können.


Bayer-Coach Robin Dutt reagierte auf die desolate Vorstellung des Champions-League-Achtelfinalisten und schickte nach dem Wechsel den Ex-Nürnberger Stefan Kießling und Bastian Oczipka aufs Feld. Leverkusen war zwar bemüht, Druck aufzubauen, blieb im Angriff aber viel zu ungenau und einfallslos. Auf der Gegenseite vergab Tomas Pekhart die große Chance zum 3:0. Nach Pass von Feulner scheiterte er erst an Leno und dann an Verteidiger Daniel Schwaab (54.).

Man muss dem glücklosen Tschechen allerdings zu Gute halten, dass er nie aufgab – und sich dann doch noch belohnte. Wieder war es Plattenhardts Eckball, den Pekhart in der 73. Minute zum erlösenden 3:0 einnickte. Während sich Leverkusens Fans in hämische Sprechchöre flüchteten („Und ihr wollt gegen Barca spielen?“), durften sich Nürnbergs Anhänger schon ganz entspannt auf das prestigeträchtige Pokalduell am Dienstagabend einstimmen. Ihre Mannschaft kann gegen das zuletzt so stark auftrumpfende „Kleeblatt“ nach diesem spektakulären Auswärtscoup jedenfalls mit neuem Selbstbewusstsein antreten.

Leverkusen: Leno - Castro, Schwaab, Friedrich, Kadlec (46. Oczipka) - Bender, Rolfes (46. Kießling) - Sam, Ballack, Schürrle – Derdiyok / Nürnberg: Schäfer - Feulner, Maroh, Wollscheid, Plattenhardt - Cohen, Simons - Hegeler (81. Wießmeier), Didavi (76. Mak), Eigler - Pekhart (83. Esswein) / SR: Schmidt / Tore: 0:1 Didavi (8.), 0:2 Hegeler (22.), 0:3 Pekhart (73.) / Zuschauer: 29 239 / Gelbe Karte: - Feulner (5).
  



ULI DIGMAYER

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DFB-Pokalsieger: 1935, 1939, 1962, 2007

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