27°C
Dienstag, 18.06. - 23:09 Uhr
Login
Info
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos!
Passwort vergessen
Info
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!

E-Mail-Adresse
Druckversion

Abwehrspiel bedeutet im modernen Handball mehr als Zerstören

Frank Bergemann im NZ-Interview zur WM - 24.01.2013 19:18 Uhr

ERLANGEN  - Das anstehende Wochenende verbringt Frank Bergemann in Spanien: Der Trainer von Handball-Zweitligist HC Erlangen wird sich die beiden WM-Halbfinals und das Endspiel vor Ort anschauen. Zuvor hatte er schon das Training seiner Mannschaft verlegt, damit alle gemeinsam die 24:28-Viertelfinal-Niederlage des deutschen Teams gegen Spanien verfolgen konnten. Die NZ befragte Bergemann zu seinen bisherigen Eindrücken von der WM.

Frank Bergemann
Frank Bergemann
Foto: Sportfoto Zink
Frank Bergemann
Frank Bergemann
Foto: Sportfoto Zink

NZ: Herr Bergemann, wie haben Sie die WM erlebt, zum einen aus deutscher Sicht, zum anderen allgemein?
Frank Bergemann: Die WM scheint sehr, sehr gut organisiert zu sein, und es waren bis jetzt sehr spannende und enge Spiele. Es war aus meiner Sicht sehr positiv, dass das K.o.-System sehr früh begonnen hat, damit das Ganze einfach ein bisschen flüssiger wird. Aus deutscher Sicht war es Werbung für den Handball. So ein Umbruch einer Mannschaft ist immer schwierig. Es hat sich aber gezeigt, dass diese Mannschaft extrem zueinander gefunden und sich sehr hungrig präsentiert hat, auch als sehr geschlossene Einheit. Wenn man das Verhalten auf der Bank gesehen hat, das Verhalten zwischen Trainer und Mannschaft, dann ist das sehr leistungsorientiert und positiv gewesen.


NZ: Hat Steffen Weinhold, der ja einen sehr positiven Eindruck hinterlassen hat, eigentlich in Erlangen bei Ihnen trainiert?
Bergemann: Nein. Steffen Weinhold war im Prinzip mitbeteiligt bei den Vorgesprächen, dass ich den Schritt gemacht habe. Aber er hat sich dann doch entschlossen zu gehen.

NZ: Es mag vielleicht hochgestochen klingen – aber das Abwehrspiel, das den HCE auszeichnet, war während der WM bei vielen Mannschaften zu sehen: aktive Verteidigung, die auf Balleroberung und nicht nur auf Zerstören des gegnerischen Spiels aus ist und dann auf schnelle Gegenstöße setzt...
Bergemann: Das ist moderner Handball! Und modernen Handball zeichnet ja aus, dass man der Abwehr eine entsprechende Wertigkeit gibt. Abwehr ist ja nicht nur Toreverhindern, sondern der Angriff beginnt in der Abwehr! Viele, die in ihrer Denke noch vom Großfeld kommen (lacht) oder von anderen Situationen, haben natürlich auch noch ein anderes Spiel im Kopf. Wenn ich mir ein Derby in Erlangen jetzt und vor 15 Jahren anschauen würde, dann war das damals ja Zeitlupe! Das Spiel ist viel athletischer und viel, viel schneller geworden! Deswegen steht momentan auch das Entscheidungsverhalten von Spielern im Mittelpunkt...


Frank<autor>Bergemann
FrankBergemann
Frank<autor>Bergemann
FrankBergemann

NZ: Was meinen Sie damit?
Bergemann: Dass Spieler Situationen, die sie ja auch durch ihr Spiel versuchen heraufzubeschwören, dann entsprechend interpretieren können und die richtige Lösung für die entstehende Situation finden.

NZ: Sie sehen die Spiele bei der WM auch anders als der normale Handballfan – hat es bei diesem Turnier für Sie etwas Neues gegeben?
Bergemann: Bei einer WM kann es selten viel Neues geben, denn die Mannschaften werden ja immer wieder aus ihren Vereinsphilosophien herausgerissen. Früher war eine Nationalmannschaft eine gewachsene Einheit, alle haben in der gleichen Liga gespielt, und jetzt vermischt sich da vieles. Ich finde aber, dass sich die Wertigkeit des Kreisläuferspiels extrem nach vorne entwickelt hat. Dann auch die angesprochene Abwehrbetontheit, dass man viel mehr Wert auf die bewegliche Deckung mit Balleroberung legt.

NZ: Was ebenfalls aufgefallen ist, dass allenthalben flexiblere Rückraumspieler zu sehen sind...
Bergemann: Definitiv! Es wird nicht mehr so viel mit reinen Werfern gearbeitet, sondern sehr viel mehr mit spielstarken Rückraumspielern, auch mal mit zwei Mittelleuten, die im Rückraum agieren. 

Fragen: Philipp Roser


Ihr Kommentar

Name:
 
 Bitte beachten Sie unsere Netiquette.
Info
Bestätigungswort

Um Ihren Kommentar abzusenden, geben Sie bitte das Bestätigungswort ein. Nicht lesbar? Erzeugen sie durch Klick darauf einen neuen Text.


Zum Thema
HC Erlangen
Gründungsdatum:
11.4.2002



Kurzbeschreibung:
Der HC Erlangen setzt die lange Geschichte des Erlanger Handballs fort. Die traditionsreichen Vereine TV 48 Erlangen und TB 88 Erlangen schlossen sich 1983 zur HG Erlangen zusammen und legten damit den Grundstein für den heutigen Erfolg. Die Konkurrenz von der CSG Erlangen stieg 1989 in die 2. Liga auf, die HG folgte 1996. 2001 fusionierten beide Vereine zum HC Erlangen, der sich bis zum Abstieg 2004 in der 2. Handball-Bundesliga halten konnte. 2008 gelang unter Frank Bergemann, der bis heute im Amt ist, der Wiederaufstieg. 2010/2011 schaffte der HCE die Qualifikation für die eingleisige 2. Bundesliga, 2011/2012 scheiterten die Erlanger nur denkbar knapp am sensationellen Aufstieg in die 1. Liga. Seine Heimspiele trägt der HCE in der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle aus.