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Bei der Hauptversammlung am 6. Oktober, wenn der fränkische Traditionsverein eine neue, zeitgemäße Organisationsstruktur verpasst bekommt, wird der letzte Präsident der Club-Historie auf eine Kandidatur für die drei noch zu vergebenden Plätze im erweiterten Aufsichtsrat verzichten. Immer wieder war in den vergangenen Wochen über Schäfers Zukunftspläne spekuliert worden - auch, weil er selbst in den Medien immer wieder durchaus unterschiedlich interpretierbare Aussagen gemacht hatte. Nun wollte Schäfer das "Rätselraten beenden" und stellte klar, dass er für keinen Posten mehr zur Verfügung stehen wird: "Die Ära Schäfer beim Club war lange genug." Dennoch sei der Club ein großer Teil seines Lebens gewesen. "Ich habe viel für den FCN getan, der FCN aber auch für mich", betonte Schäfer die emotionale Verbundenheit mit jenem Verein, dem er seit 56 Jahren als Mitglied angehört.
Ebenfalls "aus privaten Gründen" zurückziehen wird sich Vizepräsident Lothar Schmauß, der seit 1994 in diversen Gremien saß. "Der Entschluss ist mir schwergefallen, aber er ist reiflich überlegt. Frische Ideen und neue Gesichter tun dem Club gut", sagte Schmauß. Siegfried Schneider, das dritte scheidende Präsidiumsmitglied, verspürt hingegen keinerlei Amtsmüdigkeit und wird sich für einen Job als Aufsichtsrat bewerben. Der Malermeister aus Langwasser, der sein Amt im vergangenen Jahr wegen strafrechtlicher Probleme rund um die Insolvenz seiner Firma für einige Monate hatte ruhen lassen, soll sich nach dem Willen des aktuellen Aufsichtsrates auch künftig um die Fanbetreuung kümmern, "weil das keiner besser kann als er", so Aufsichtsratschef Klaus Schramm.
Mit Manfred Müller und Harald Leupold präsentierte er zudem zwei weitere Namen, die man den Mitgliedern zur Wahl vorschlagen möchte. Der frühere Torhüter Müller, der beim Club anno 1978 in den Bundesliga-Aufstiegsspielen gegen RW Essen zum Helden avancierte, später mit dem FC Bayern München deutscher Meister und Pokalsieger wurde und nach seiner Profikarriere eine Fernsehproduktionsfirma gründete, soll vor allem seine sportliche Kompetenz einbringen. Leupold, seit 2007 bereits Mitglied im Vereinsbeirat, wäre als Geschäftsführer der Hafen Nürnberg-Roth GmbH und Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) eher für den kaufmännischen Bereich und die Kontaktpflege zur Wirtschaft prädestiniert.
Ob diese drei Wunschkandidaten auch tatsächlich das aufgestockte Gremium komplettieren dürfen, in dem bereits die bis Oktober 2011 gewählten Schramm, Oberbürgermeister Ulrich Maly, Bayerns Umwelt- und Gesundheitsminister Markus Söder, der Chef der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Klaus L. Wübbenhorst, der vormalige Lotto-Bezirkschef Peter Schmitt sowie Ex-Profi Marc Oechler sitzen, hängt freilich von der Gunst der Mitglieder ab. Hochkarätige Konkurrenz von außen ist zu erwarten, so hat bereits Gastronom Fritz Stahlmann ("Haxn Liebermann") seine Bewerbung angekündigt. Noch bis zum 22. September nimmt der Wahlvorstand Vorschläge an, Ende des Monats wird die Kandidatenliste offiziell bekanntgegeben.
Keine Diskussionen gibt es um die künftige Besetzung des geschäftsführenden Vorstandes: Hier hatte sich der amtierende Aufsichtsrat schon seit längerem auf die bisherigen Vizepräsidenten Martin Bader (Sport und Öffentlichkeitsarbeit) und Ralf Woy (Finanzen und Verwaltung) festgelegt. Deren Arbeitspapiere wurden - wie gestern eher en passant mitgeteilt - vorab nicht nur formell den neuen Gegebenheiten "angepasst", sondern auch gleich verlängert: Woy, dessen Kontrakt nächstes Jahr ausgelaufen wäre, steht nun bis 2015 unter Vertrag. Baders ursprünglich bis 2012 befristetes Engagement wurde vorzeitig bis 2013 ausgedehnt. Damit wolle man laut Schramm zum einen dokumentieren, "dass wir mit ihrer Arbeit sehr zufrieden sind". Zum anderen sei dieser Schritt auch aus formaljuristischen Gründen unabdingbar gewesen: Die Verträge mit den Vorstandsmitgliedern müssen laut Satzung mindestens drei Jahre gültig sein. "Der Club wäre sonst handlungsunfähig gewesen", erklärte Schäfer.
Das Gehalt des hauptamtlich tätigen Führungsduos sei "im Wesentlichen" gleich geblieben, versicherte Schramm, der Bader und Woy auch in die Pflicht nimmt: "Der Verein wird sich künftig noch mehr auf sie verlassen müssen." Als Kontrollinstanz fungiert freilich der Aufsichtsrat, wodurch nach dem Wegfall des Präsidiums vor allem Schramms Position eine deutliche Aufwertung erfährt. Ins Rampenlicht drängt es den schon seit 1967 im Verein engagierten Textilunternehmer allerdings nach wie vor wenig: "Das ist nicht meine Art. Ich setze auf Teamwork und möchte lieber im Hintergrund meine Arbeit machen", sagte der 71-Jährige.