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Bestehen in Football-Liga zwei und Träumen von Liga eins

Rams-Trainer Martin Hanselmann über seine Ziele und Vorstellungen - 11.05.2012 16:29 Uhr

Nürnberg  - Mit Martin Hanselmann hat ein Mann das Cheftraineramt bei den Footballern der Nürnberg Rams übernommen, der bereits eine große Karriere hinter sich – und mit den „Widdern“ vielleicht noch vor sich hat. Der gebürtige Rothenburger war sieben Jahre lang Football-Bundestrainer und führte zuletzt die Düsseldorfer Panther als Bundesliga-Aufsteiger sogar in das Play-off-Halbfinale um die deutsche Meisterschaft. Mit der NZ sprach der 48-Jährige über seine Ziele und Visionen mit den Rams.

Rams-Cheftrainer Martin Hanselmann und Defense-Coach Johnny Scott hoffen auf einen guten Start.
Rams-Cheftrainer Martin Hanselmann und Defense-Coach Johnny Scott hoffen auf einen guten Start.
Foto: Roland Fengler
Rams-Cheftrainer Martin Hanselmann und Defense-Coach Johnny Scott hoffen auf einen guten Start.
Rams-Cheftrainer Martin Hanselmann und Defense-Coach Johnny Scott hoffen auf einen guten Start.
Foto: Roland Fengler

NZ: Am Wochenende beginnt die Saison in der 2. Bundesliga. Welche Ziele verfolgen Sie mit den Nürnberg Rams?
Martin Hanselmann: Natürlich wollen wir am Wochenende gegen die Kirchdorf Wildcats gewinnen. Unser Ziel ist es zum jetzigen Zeitpunkt, gegen den Abstieg zu spielen. Die Rams haben eine hervorragende Bilanz in den vergangenen Jahren und wir wollen uns darauf konzentrieren, das Team jetzt in der 2. Bundesliga sportlich zu etablieren. Natürlich verfolgen wir das Ziel, in Nürnberg ein Footballprogramm aufzubauen. Das heißt, wir wollen den Jugendfootball fördern und eine leistungsorientierte Footballmannschaft in der Bundesliga haben. Den Footballbegeisterten attraktive Gegner und Spiele in Nürnberg zeigen.


NZ: Nach vier Aufstiegen in Folge der Rams ist natürlich ein fünfter, der direkt in die 1. Bundesliga, illusorisch. Aber ist dieses Ziel trotzdem im Visier?
Hanselmann: Illusionen werden schnell zu Visionen, und ohne diese wäre doch der Sport nur halb so schön. Es rechnet jetzt niemand von uns mit einem sofortigen Aufstieg in die German Football League, aber sicherlich ist es unser Ziel, in einigen Jahren wieder einen Football-Erstligisten in Nürnberg zu haben.

NZ: Warum haben Sie als ehemaliger Bundestrainer und Erstliga-Coach ausgerechnet den Zweitligisten Nürnberg Rams als Ihren Arbeitgeber ausgewählt?
Hanselmann: Nach meiner Entlassung in Düsseldorf hat mich der Nürnberger Präsident Alexander Schweiger Ende vergangenen Jahres angerufen, und dann haben wir uns zusammengesetzt. Die Rams haben ein großes Potenzial in ihrem Sport, und ich bin absolut davon überzeugt, dass die gesamte Region Nürnberg in Zukunft eine große Rolle insgesamt für die Sportart American Football spielen wird. So ist es auch für mich eine interessante Herausforderung, meinen Teil in unserem Sport dazu beizutragen.

NZ: Die beiden Vorbereitungsspiele wurden – gegen Erstligisten – verloren. Welche Erkenntnisse gab es?
Hanselmann: Für uns waren es zwei sehr wichtige Spiele. Mit den Dresden Monarchs hatten wir einen Gegner, der in diesem Jahr unglaublich stark spielt. Unseren Spielern wurde deutlich gemacht, mit welcher Geschwindigkeit heute in der Bundesliga gespielt wird. Es war wichtig, und für uns Trainer war es positiv zu sehen, wie unsere Spieler hier schon zu dem zweiten Test gegen Stuttgart sehr viele Dinge umgesetzt haben. Wenn es uns gelingt einen Teil dieser Geschwindigkeit in unsere Saisonspiele zu transportieren wird uns dies sicherlich helfen.

NZ: Ist der Nürnberger Spielerkader qualitativ und quantitativ ausreichend für die 2. Bundesliga?
Hanselmann: Unser Kader hat mit 67 Spielern eine gute Stärke, mit der man in eine Zweitligasaison gehen kann. Und unsere Qualität haben wir ebenso gezielt verstärken können. Viel wichtiger aber ist für mich das Engagement vieler Spieler, die sich selbst verbessern wollen und auch die Herausforderung der höheren Liga annehmen.

NZ: Können Sie sich vorstellen, auch bei ein oder zwei weiteren Jahren in der 2. Bundesliga weiter Cheftrainer in Nürnberg zu bleiben?
Hanselmann: Rams-Präsident Alexander Schweiger und ich wollen gemeinsam mit vielen Helfern in Nürnberg langfristig ein gutes und erfolgreiches Footballprogramm aufbauen. Das geht nicht so schnell von einer Saison auf die andere. Wir werden uns viel Geduld mit Spielern und Sponsoren geben müssen. Die Unterstützung der regionalen Wirtschaft und der Stadt Nürnberg werden wir wohl noch längere Zeit brauchen.

NZ: Sehen Sie für die Zukunft die Möglichkeit, die Sportart American Football in Nürnberg noch attraktiver zu machen und somit auch mehr Zuschauer anzulocken?
Hanselmann: Unbedingt. Nürnberg ist eine Stadt mit Zukunft. Wenn man lange nicht mehr hier war, kann man die Veränderungen sehen. Die Stadt wirkt agiler. Hier kann eine junge Sportart wie American Football Fuß fassen und ihren Teil zur Gesamtentwicklung beitragen. Wir bieten um den Sport ein Event für Familien, und das ist auch noch sehr attraktiv. Natürlich muss auch der sportliche Beitrag stimmen, den die Rams in dieser Saison leisten wollen. 

Thomas Siermann


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