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Klar haben die Fürther mit ihrem Coup im Pokal gegen Erstligist Hoffenheim und dem Einzug ins Halbfinale die Euphorie im Umfeld noch einmal deutlich anwachsen lassen, natürlich war der darauf folgende 5:1-Erfolg im Spitzenspiel gegen einen nicht einmal enttäuschenden Aufstiegsrivalen aus Paderborn durchaus beeindruckend. So weit, so gut. „Aber man darf sich nie darauf verlassen, was in der Vergangenheit war“, versucht Trainer Mike Büskens seinen Mannen dieser Tage etwas zu vermitteln, was weniger erfahrene Menschen als der langjährige Profi schon mal außer Acht lassen könnten.
Der Fürther Trainer, einer jener legendären „Euro-Fighter“, die mit Schalke als Außenseiter den Uefa-Pokal gewannen, freilich nicht. Und folgt man seiner Argumentation in den vergangenen Monaten, ist sein Kader eine Ansammlung von Musterschülern, die Spielausrichtung und taktisches Verständnis aufsaugen wie ein trockener Schwamm. So sind manche Werte im Leben aber lediglich durch Erfahrungen zu vermitteln, und die können mitunter äußerst leidvoll ausfallen und fast körperliche Schmerzen verursachen – wie die 1:3-Pleite im ersten Spiel nach der Winterpause in Dresden.
Das ist nur gefühlt schon eine Ewigkeit her, tatsächlich sind es gerade mal ein paar Tage. Dazwischen lag aber das Stahlbad im Pokal, was nicht wenige Spieler durchaus als eine Art Reifeprüfung betrachten und sich deshalb bereits wieder unantastbar fühlen könnten. Genau wie in Dresden, als die Fürther gerade eine sehr ordentliche Vorbereitung hinter sich gebracht hatten und nur auf die nächsten drei Punkte warteten. „Das hat uns aber wachgerüttelt“, sagt Torwart Max Grün reichlich optimistisch und stellvertretend für das neue Fürther Selbstverständnis.
Des Trainers Gedächtnis scheint da besser zu funktionieren. „Wenn wir in Ingolstadt gewinnen wollen, müssen wir an die Leistung gegen Paderborn anknüpfen, nicht an die Leistung gegen Dresden“, stellte Büskens im Vorfeld die Ausgangssituation klar. Tabellenplatz 16 gegen Tabellenplatz zwei spielt da lediglich eine untergeordnete Rolle. „Genau das macht es ja so gefährlich“, sagt Fürths Trainer und warnt eindringlich: „Ingolstadt ist schon eine Hausnummer.“
Mit drei Remis und einem Sieg in den letzten vier Spielen hat sich das vom Audi-Konzern bezuschusste Team deutlich stabilisiert. Zudem holte der FCI in der Winterpause drei bundesligaerfahrene Kicker, mit Florian Heller einen aus seiner Fürther Zeit noch bestens bekannten Akteur. „Aufgrund ihrer individuellen Klasse werden sie nichts mit dem Abstieg zu tun haben“, prophezeit Büskens.
Er selbst wird sein Erfolgsteam etwas umbauen müssen. Für den gesperrten Innenverteidiger Mergim Mavraj wird Asen Karaslavov in die Startelf rücken, ob Bernd Nehrig nach verbüßter Gelbsperre wieder von Beginn an aufläuft, ließ der Trainer offen. „Für mich ist diese Situation sehr komfortabel.“ Nach dem Spiel soll das auch noch so sein...
Ingolstadt: Özcan — Görlitz, Biliskov, Gunesch, Schäfer — Leitl, Matip, Haas, Buchner — Nemec, Akaichi / Fürth: Grün – Nehrig, Kleine, Karaslavov, Schmidtgal – Zillner, Prib – Sararer, Schröck – Asamoah, Occean / SRin: Steinhaus (Hannover).
Di. 22.05.12
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Mo. 21.05.12