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Chandler: Lieber Rumpfteam als Reisestrapazen

US-Nationalspieler vertröstete Klinsmann erneut - 05.09.2012 19:09 Uhr

NÜRNBERG  - Man stelle sich einmal vor, dass auch Per Nilsson, Javier Pinola, Timm Klose und Timothy Chandler in diesen Tagen für ihre Nationalmannschaften im Einsatz wären. Dann könnte Club-Trainer Dieter Hecking die Häupter seiner Schützlinge locker an zwei Händen abzählen.

Timothy Chandler hat nur den Club im Kopf und verzichtete auf die Reise zum US-Nationalteam.
Timothy Chandler hat nur den Club im Kopf und verzichtete auf die Reise zum US-Nationalteam.
Foto: Sportfoto Zink
Timothy Chandler hat nur den Club im Kopf und verzichtete auf die Reise zum US-Nationalteam.
Timothy Chandler hat nur den Club im Kopf und verzichtete auf die Reise zum US-Nationalteam.
Foto: Sportfoto Zink

Chandler war ein Kandidat für die Truppe der USA, hat aber, wie bereits berichtet, seinem Nationaltrainer Jürgen Klinsmann abgesagt. Hat er sich damit um seine Chancen für die Zukunft gebracht? „Nein auf gar keinen Fall“, behauptet der 22-Jährige und verweist auf ein freundschaftliches Gespräch mit dem früheren deutschen Nationalspieler: „Er hat vollstes Verständnis für meine Beweggründe und setzt weiter auf mich.“

Was aber hat Chandler zu der Bitte um Nichtberücksichtigung veranlasst? Die Angst, beim 1.FCN seinen Stammplatz zu verlieren, kann es kaum sein. Er fühle sich derzeit bei der Mannschaft sehr wohl, betont er, und wolle sich durch intensives Training weiter verbessern.


Im Oktober, bei den nächsten Länderspielen aber, kann Klinsmann wieder mit dem Außenverteidiger rechnen. Dass er insgeheim mit einer Berufung durch den DFB – für ihn hat er Jugendländerspiele bestritten – rechne, dementiert Chandler. Ein bisschen hat seine Absage auch mit den Reisestrapazen zu tun, wie er bekennt: „Es strengt schon an, wenn du nach Mexiko oder Jamaika fliegen musst.“

 


Froh ist er über den gelungenen Start mit vier Punkten aus den beiden ersten Spielen, „denn damit war eigentlich nicht zu rechnen“. Gerade das 1:1-Unentschieden gegen Borussia Dortmund mache Mut für die nächsten Aufgaben, schaut er optimistisch nach vorne.

 

Dass er gegen den Meister seine Stärken in der Offensive durch die eminente Schnelligkeit nur selten ausgespielt hat, begründet er mit einem plausiblen Hinweis auf die taktische Marschrichtung: „Gegen die schnellen Spitzen musst du erst einmal Vorsicht walten lassen.“

Begeistert ist der US-Nationalspieler von einem neuen Kollegen: von Hiroshi Kiyotake, dem kleinen Japaner. „An ihm werden wir noch viel Freude haben“, schwärmt er, denn er mache das Spiel mit ein oder zwei Ballkontakten schnell und sei auch der Mann für den tödlichen Pass in die Tiefe.

Bundesligapause kommt zur falschen Zeit

Dass am Valznerweiher derzeit nur der „letzte Rest vom Schützenfest“ trainiert („Spiele elf gegen elf machen natürlich mehr Spaß“) nimmt Chandler gelassen hin. Aber etwas behagt ihm nicht: die zweiwöchige Bundesligapause. „Das ist ärgerlich“, sagt er, „denn wir waren gerade gut drauf.“

Trotzdem sieht er für das folgende Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach keineswegs schwarz: Warum solle man dort nicht auch erfolgreich abschneiden, meint er. Warum eigentlich nicht... 

Dieter Bracke


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