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Nur 34 Minuten später war Nilssons Aufbruchstimmung einem schmerzverzerrten Gesicht gewichen. Bei einem Klärungsversuch im Strafraum gegen Christian Timm hatte der Innenverteidiger einen Schlag auf die Achillessehne bekommen und sich das linke Knie verdreht. Nach kurzer Behandlung biss er zunächst noch ein paar Minuten auf die Zähne, humpelte dann aber kurz vor der Pause vom Platz. Bei einer am Abend im Südklinikum durchgeführten Kernspintomographie diagnostizierten die Ärzte eine Innenbandverletzung. Weitere Untersuchungen sollen folgen, Nilsson wird aber definitiv wieder mehrere Wochen ausfallen.
Das Pech des sympathischen Profis überschattete einen 2:0 (1:0)-Sieg, der ansonsten durchaus positive Aspekte bot. Andere Ex-Patienten wie Timothy Chandler, Mike Frantz, Albert Bunjaku und Juri Judt konnten wertvolle Spielpraxis sammeln, zudem durften sich Reservisten wie Robert Mak, Marvin Plattenhardt, Wilson Kamavuaka, Manuel Zeitz und Julian Wießmeier ihrem Trainer und 200 frierenden Zuschauern präsentieren.
In einer nicht gerade hochklassigen, aber recht munteren Partie mit zahlreichen Torraumszenen brachte Chandler den Club in der 32. Minute mit einem raffinierten Drehschuss aus 14 Metern in Führung. In der zweiten Halbzeit erhöhte Mak auf dem gut bespielbaren A-Platz auf 2:0. Nach einem Ballverlust von KSC-Verteidiger Ionut Rada war der Slowake erst an Keeper Dirk Orlishausen gescheitert, verwertete dann aber den Nachschuss (59.). Mehr Treffer verhinderten gute Keeper oder das Aluminium: Während auf Nürnberger Seite Bunjaku ein schönes Solo mit einem Schuss an den Außenpfosten abschloss (41.), stand dem Tabellenletzten der 2.Liga bei einem Freistoß von Rada (26.) sowie zwei späten Versuchen des Ex-Fürthers Timm (88., 89.) gleich dreimal das Gebälk im Weg.
„Es war wichtig, dass die zweite Reihe mal wieder über 90 Minuten spielt“, erklärte Dieter Hecking Sinn und Zweck der frostigen Veranstaltung und fand die Leistung „60, 70 Minuten von der Grundordnung und vom Engagement her o.k.“. Lediglich in der Schlussphase, als sich mit Jann George, Nicolas Görtler und Sebastian Gärtner auch drei Talente aus der „U23“ auf dem Feld tummelten, sei die Ordnung etwas verlorengegangen. Neben Zeitz, der im Abwehrzentrum eine konzentrierte Leistung bot, und dem agilen Bunjaku zählte 45 Minuten lang auch Chandler zu den Aktivposten. „Für ihn war es wichtig, zu sehen, dass der Muskel hält“, freute sich Hecking und wollte ein Comeback des US-Nationalspielers am Freitag gegen Dortmund keinesfalls ausschließen. Von solch reizvollen Perspektiven kann Kollege Nilsson leider wieder mal nur träumen.
Nürnberg: Stephan (46. Rakovsky) – Judt, Nilsson (40. Klement), Zeitz, Plattenhardt – Kamavuaka – Chandler (46. Mendler), Wießmeier (75. Gärtner), Frantz, Mak (75. George) – Bunjaku (75. Görtler) / Karlsruhe: Orlishausen – Staffeldt, Soumaré, Rada, Haag – Haas, Groß (85. Piossek) – B.Müller (71. Milchraum), Buckley (71. Krebs) – Iashvili (85. Zoller), Timm / SR: Aytekin (TSV Altenberg) / Tore: 1:0 Chandler (32.), 2:0 Mak (59.) / Zuschauer: 200.

Do. 24.05.12
Do. 24.05.12
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12