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Club feierte Premierensieg im Schlüsselspiel

Nürnbergs neues Trainerduo erreichte 2:1-Erfolg gegen Gladbach - 03.02.2013 21:26 Uhr

NÜRNBERG  - Die Vorzeichen deuteten nicht gerade auf einen entspannten Fußballnachmittag hin. Nach der 0:3-Pleite bei Meister Borussia Dortmund und der 0:5-Blamage im Testkick gegen Zweitliga-Schlusslicht Regensburg war man beim 1.FC Nürnberg in eine kleine Sinnkrise verfallen, zudem hatte die Konkurrenz im Tabellenkeller am Samstag zum Teil bedenklich vorgelegt. Der Heimauftritt gegen Borussia Mönchengladbach am Sonntag galt deshalb schon fast als eine Art Schlüsselspiel für den um Orientierung ringenden Club.

Himmelhoch jauchzend: Tomas Pekhart bejubelte gegen Gladbach seinen dritten Saisontreffer.
Himmelhoch jauchzend: Tomas Pekhart bejubelte gegen Gladbach seinen dritten Saisontreffer.
Foto: Sportfoto Zink
Himmelhoch jauchzend: Tomas Pekhart bejubelte gegen Gladbach seinen dritten Saisontreffer.
Himmelhoch jauchzend: Tomas Pekhart bejubelte gegen Gladbach seinen dritten Saisontreffer.
Foto: Sportfoto Zink

Ein hart erkämpfter 2:1(2:0)-Erfolg ließ das neue Trainergespann Michael Wiesinger und Armin Reutershahn schließlich tief durchatmen und im dritten Kapitel seiner Amtszeit den ersehnten ersten Sieg bejubeln.


Die von Wiesinger angekündigten personellen Konsequenzen beschränkten sich nicht ganz unerwartet auf eine Denkpause für Alexander Esswein, der diesmal ebenso auf der Tribüne saß wie Mittelfeldkollege Timo Gebhart. Letzterer musste allerdings wegen Leistenproblemen pausieren, für ihn rückte Mike Frantz in die Startformation. Ein Wechsel mit beträchtlicher Tragweite.

Hatte man beim 1.FCN noch vor einer Woche mit jenem Elfmeter gehadert, den Dortmunds Lukasz Piszczek im Laufduell mit Gebhart geschunden hatte, war es diesmal eben Frantz, der nach drei Minuten bei einem Solo durch Gladbachs Strafraum die Nähe zum Rasen suchte. Er sei Torben Marx „etwas komisch auf die Füße gefallen“, beschrieb Frantz die brisante Szene später und räumte zumindest ehrlich ein: „Das muss man nicht pfeifen.“ Ein Herr namens Florian Meyer tat’s aber, und Routinier Timmy Simons verlud Nationalkeeper Marc-Andre ter Stegen ungerührt mit einem strammen Schuss in die Tormitte (4.).

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Dank einer kämpferisch anprechenden Leistung hat der 1. FC Nürnberg sein Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:1 gewonnen. Die Arbeitszeugnisse der Club-Profis fallen dementsprechend gut aus.

Favre tobte: „Eine klare Schwalbe“

„Das war eine Schwalbe, ganz klar“, tobte Gladbachs Coach Lucien Favre und nahm den Schiedsrichter ins Visier: „Man muss total sicher sein, wenn man so früh einen Penalty gibt. Das ist unglaublich, dann bist du in Rückstand.“ Auf den reagierte seine Mannschaft trotzig und schnupperte nur drei Minuten später am Ausgleich, doch kratzte Hiroshi Kiyotake einen Schuss von Patrick Herrmann gerade noch von der Linie.

Mit der frühen Führung im Rücken zog sich der Club weit zurück und überließ generös dem ambitionierten Europa-League-Teilnehmer die Initiative. Eine ideenlose Borussia konnte mit ihren 63 Prozent Ballbesitz allerdings kaum etwas anfangen, weil Nürnberg kompakt stand, konzentriert verteidigte und listig auf Patzer der Rheinländer lauerte. Als Marx nach einer halben Stunde an der Mittellinie ein Fehlpass unterlief, trieb Kiyotake den Ball nach vorne und setzte am linken Stafraumeck Tomas Pekhart in Szene. Der Tscheche nahm die Kugel überraschend elegant mit und düpierte ter Stegen mit einem Flachschuss aus spitzem Winkel – es war das dritte Saisontor des Angreifers, der unter Wiesinger einen klaren Aufwärtstrend zeigt.

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Beim 2:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach gelingt dem Club der erste Dreier in der Rückrunde und damit auch der erste Sieg unter Michael Wiesinger. Timmy Simons und Tomas Pekhart erzielen die Tore.



Die respektable 2:0-Führung zur Halbzeit war aber auch Raphael Schäfer zu verdanken. Der Kapitän parierte einen Schuss des flinken Herrmann (36.), der bei einem Konter Timothy Chandler und Frantz enteilt war, und stand dann auch bei einem zu unpräzisen Versuch des freistehenden Luuk de Jong goldrichtig (43.). Ganz ohne Zittern geht es beim Club aber wohl nicht. Nach der Pause agierten die Franken einmal mehr zu passiv und verloren zusehends Ordnung und Stabilität. Im Defensivverbund klafften plötzlich Löcher, leichte Ballverluste und Nachlässigkeiten im Zweikampf brachten die „Fohlen“ auf Trab.

Zudem war Meyer in der Kabine wohl auf den dubiosen Strafstoß hingewiesen worden, denn der Referee entschied fortan fast nur noch zu Gunsten der Gäste. So auch in 58. Minute, als Frantz an Gladbachs Strafraum gefoult haben soll. Während Nürnbergs Profis noch protestierten, drosch Tony Jantschke den Freistoß weit nach vorne, wo de Jong per Kopf auf Herrmann ablegte. Der Junioren-Nationalspieler ließ Per Nilsson stehen und überwand Schäfer aus zehn Metern zum 1:2. „Da waren wir gedanklich zu langsam“, monierte Wiesinger.

Favres Elf drängte nun energisch auf das 2:2. Doch mit aufopferungsvollem Kampf und einer Prise Glück – Peniel Mlapas Distanzschuss strich nur knapp vorbei (68.) – brachte der Club, der seinerseits durch die eingewechselten Sebastian Polter (69., 72.) und Robert Mak (79.) reizvolle Chancen vergab, den knappen Vorsprung über die Zeit. Zugleich wahrte der daheim nun seit sieben Partien ungeschlagene Tabellenvierzehnte sein kommodes Polster auf die Abstiegsränge und darf nächsten Samstag etwas gelassener gen Frankfurt reisen. Eventuell Irritationen auslösende Testspiele sind bis dahin ja auch nicht mehr geplant.

Nürnberg: Schäfer – Chandler, Nilsson, Klose, Pinola – Simons – Kiyotake, Feulner, Balitsch (90.+2 Dabanli), Frantz (75. Mak) – Pekhart (68. Polter)

Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Brouwers, Dominguez, Wendt – Rupp (60. Mlapa, 80. Hanke), Marx (78. Ring) – Cigerci, Arango – Herrmann, de Jong

SR: Meyer (Burgdorf)

Tore: 1:0 Simons (4., Foulelfmeter), 2:0 Pekhart (30.), 2:1 Herrmann (58.)

Zuschauer: 37793 / Gelbe Karten: Pinola (9), Mak – Wendt, Jantschke (5), Herrmann (4). 

Von Uli Digmayer


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Titel, Tränen und Triumphe: Der 1. FC Nürnberg blickt auf eine bewegte, mittlerweile über 113-jährige Geschichte zurück. Seine größten Erfolge feierte der Club in den "goldenen" 20er Jahren, als alleine fünf der insgesamt neun Meisterschaften gelangen. Bis in die 60er Jahre gehörte der Verein zu den ganz großen Namen des deutschen Fußballs. Doch mit dem erstmaligen Abstieg aus dem Oberhaus 1969 begann ein jahrzehntelanges Tief. Abstiege und Skandale prägten den Verein, der sich in dieser Zeit den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft verdiente und 1996 gar in die drittklassige Regionalliga abstürzte. Erst im neuen Jahrtausend konsolidierte sich der Verein und knüpfte mit dem DFB-Pokalsieg 2007 an alte Zeiten an - sehr zur Freude der treuen und großen Anhängerschaft des FCN.

Deutscher Meister: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968

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