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Auch beim 1. FC Nürnberg: Als das große Club-Idol, Weltmeister Max Morlock, 1963/64 in seinem letzten Jahr als Aktiver zum Finale der närrischen Zeit mit einer Clownnase auf dem Trainingsplatz aufkreuzte, verbat sich dies der damalige Trainer Jenö Csaknady. Sein Nachfolger Max Merkel lockerte die Gebräuche wieder etwas, wie sich Meisterspieler Horst Leupold erinnert: „Am Faschingsdienstag hat er Trainingsspiele entweder die Verheirateten gegen die Junggesellen oder aber, wie er sich ausdrückte, die Trinker gegen die Antialkoholiker, angesetzt.“
Für den derzeitigen Club-Kader waren gestern sogar zwei Schichten angesagt. Früh mit Sprints und Arbeit mit Hanteln im Kraftraum – und am Nachmittag stand das Spielgerät, der Ball, im Mittelpunkt. Dass bei den Schützlingen von Trainer Dieter Hecking („Ich bin kein Fan des Karnevals“) keinesfalls Aschermittwochsstimmung herrschte, versteht sich von selbst: Der enorm wichtige 2:1-Heimsieg gegen den 1. FC Köln hat für gute Laune gesorgt.
Ein Spieler hatte sogar Grund zum Feiern: Daniel Didavi vollendete am Dienstag das 22.Lebensjahr. Sein Geburtstagswunsch: Er möchte wieder in die Anfangsformation zurückkehren. „Es könnte wieder klappen, denn gegen Köln habe ich als Einwechselspieler eine ordentliche Leistung abgeliefert“, sieht er positive Ansätze. Der Erfolg gegen den Namensvetter vom Rhein habe der Mannschaft neues Selbstvertrauen eingeflößt, doch sie könne sich aber nicht ruhig zurücklehnen. „Für Friede, Freude, Eierkuchen besteht kein Anlass“, mahnt der gebürtige Schwabe, „denn schließlich ist noch keine Mannschaft mit 25 Punkten in der Bundesliga geblieben.“
Wird er nach Saisonende zum VfB Stuttgart zurückkehren oder aber beim Club bleiben? Der „U21“-Nationalspieler will sich derzeit dazu nicht äußern. „Das lasse ich an mich herankommen“, sagt er kurz und bündig. Auf jeden Fall fühlt er sich am Valznerweiher pudelwohl und kann sich die Fortsetzung seiner Laufbahn durchaus vorstellen. Die fränkische Mentalität sagt ihm inzwischen auch zu und unterscheide sich, wie er betont, kaum von der in seiner schwäbischen Heimat. Einen Unterschied hat der Mittelfeldspieler aber doch ausfindig gemacht. „Die Schwaben sind geiziger als die Franken“, betont er verschmitzt lächelnd. Ein bisschen Spaß muss also doch sein...

Do. 24.05.12
Do. 24.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12