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„Es war ein Arbeitssieg, der wichtig für die Psyche ist“, fasste Wiesinger zufrieden, „aber nicht euphorisch“ zusammen. Vier Punkte von neun möglichen machen dem Bundesliga-Novizen das Arbeiten deutlich leichter. Und nebenbei konterte der Club das Aufbegehren der abstiegsbedrohten Konkurrenz mit der einzig richtigen Antwort. „Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, ist es egal, was die Konkurrenz macht“, stellte Kapitän Raphael Schäfer selbstbewusst fest.
Ein Halbzeit lang fand der Club zurück zu seinen Wurzeln und bot dem Gegner mit viel Kampf und Leidenschaft die Stirn. „Es ist die Qualität meiner Mannschaft, unangenehm zu sein“, sagte Wiesinger. In den ersten 45 Minuten war der Club sogar viel mehr als nur unangenehm. Er war zielstrebig und suchte erfolgreich den Torabschluss.
„Das war von der ersten bis zur letzten Minute wieder der Club. Jeder war für den anderen da“, meinte Mittelfeldspieler Mike Frantz. Ganz so lange hielt der mannschaftliche Verbund den spielerischen Qualitäten der Gäste aber nicht stand. Weil es die wendigen und mit der Zeit besser kombinierenden Gladbacher verstanden, sich dem Zugriff der Hausherren zu entziehen, wurde es mit dem Sieg augenscheinlich noch einmal eng. „Wir haben es nicht verstanden, selbst in Ballbesitz zu kommen. Wir mussten viel hinterherlaufen, das kostet natürlich viel Kraft. Aber Gladbach hatte nicht eine zwingende Chance zum Ausgleich“, konstatierte Wiesinger, der mit dem spielerischem Übergewicht des Gegners angenehmer hätte leben können, wenn sein Team die sich bietenden Räume zum Kontern besser genutzt hätte: „Wir hätten den einen oder anderen Angriff zielstrebiger zu Ende spielen müssen.“
Wiesinger war schließlich auch noch bemüht, die wohl spielentscheidende Szene, als Frantz im Strafraum ungefoult zu Boden ging, ins rechte Licht zu rücken. Erschummeln wolle er sich nichts. Entschuldigen wolle er sich aber auch nicht. „In Dortmund sind wir benachteiligt worden. Diesmal hatten wir Glück. Mike Frantz Absicht zu unterstellen, wäre völlig fehl am Platz. Aber ich werde noch einmal mit ihm reden. Wir animieren keinen Spieler dazu, Elfmeter zu schinden“, sagte der Coach.
Der Protagonist selbst wollte sein Fallen nicht als klare Schwalbe bewertet wissen, räumte aber ehrlich ein, „dass es mir lieber gewesen wäre, wir hätten den Elfer nicht bekommen und trotzdem gewonnen“. Torhüter Schäfer, der vom anderen Spielfeldende sicher den schlechtesten Blick hatte, wollte sich gar nicht erst mit der Frage Foul oder nicht Foul befassen. Er betrachtete die Szene aus einem ganz anderen Blickwinkel: „Es gibt im Fußball eine Regel: Im Sechzehner grätscht man nicht!“
Do. 23.05.13
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Mi. 22.05.13
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