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Rund 46 000 Zuschauer werden trotz klirrender Kälte erwartet, die Pressetribüne platzt aus allen Nähten, neben dem Pay-TV-Sender Sky überträgt auch Eurosport 2 die Partie live. Zudem stehen Kameras am Valznerweiher in den Stuhlfauth-Stuben, wo Esther Sedlaczek und Ulli Potofski ab 22.45 Uhr die Sky-Sendung „Mein Stadion“ moderieren.
Auch Dieter Hecking weiß um das spezielle Flair dieser Flutlicht-Ouvertüre. „So ein Spiel ist eine Riesenchance,“ erklärte der Trainer, ehe er seiner Fantasie freien Lauf ließ und schon mal genüsslich in der Vorstellung schwelgte, „wie die Konkurrenz in ihren Hotelzimmern sitzt und vor dem Fernseher hin- und herrutscht, weil der 1.FC Nürnberg gegen Dortmund plötzlich 1:0 führt und vielleicht drei Punkte holt, die man ihm so gar nicht zugetraut hat“.
Um diese verlockende Utopie Realität werden zu lassen, müssen die Franken aber über sich hinauswachsen. Mit zwei Galavorstellungen in Hamburg (5:1) und gegen Hoffenheim (3:1) hat der seit 13 Partien ungeschlagene BVB seine Ambitionen auf die Titelverteidigung eindrucksvoll untermauert. Schon mit einem Remis könnten die Westfalen heute erstmals nach 62 Tagen zumindest für eine Nacht wieder die Tabellenspitze übernehmen.
Hecking schwärmt vom „hohen Tempo, der Leichtigkeit und der fantastischen Ordnung“ im Spiel der Westfalen, „darauf müssen wir uns einstellen“. Und gut überlegen, welche Strategie am besten geeignet scheint, um dem Favoriten Probleme zu bereiten.
„Ein offenes Spiel wäre sicher der falsche Weg“, warnt Hecking vor allzu naivem Hurra-Fußball und benannte den HSV als abschreckendes Beispiel: Die Hanseaten wurden zum Rückrundenauftakt für ihren Versuch, ein bisschen mitzuspielen, böse abgestraft, am Ende sah Hecking „eine gefühlte 1:10-Niederlage“.
Eine Systemdiskussion mochte der Coach nach der schlechten ersten Halbzeit von Hannover (0:1), als sein Team im „4-4-2“ kein Bein auf den Boden brachte, nicht führen. Die eklatanten Schwächen im Spiel nach vorne waren nach Meinung des Trainers eher dem Umstand geschuldet, dass „wir nach der Balleroberung zu oft falsche Entscheidungen treffen und uns zu viele leichte Ballverluste erlauben“.
Dennoch deutet vieles darauf hin, dass Hecking heute wieder zur altbekannten Taktik mit zwei defensiven Mittelfeldkräften und nur einer echten Spitze zurückkehrt. Tomas Pekhart, der in Hannover zu Beginn nur auf der Bank saß, dürfte Alexander Esswein verdrängen.
Aber auch Jürgen Klopp macht sich so seine Gedanken. „Diese Mannschaft ist zu allem in der Lage“, warnte der BVB-Coach vor dem Club und kündigte an, „superkonsequent aufzutreten“. Nur eine Zuschauerrolle bleibt dabei Ilkay Gündogan. Hecking mag aus der Ferne kein Urteil wagen, warum der talentierte Ex-Nürnberger in Dortmund „nicht so durchgestartet ist, wie wir ihm das hier alle zugetraut haben“.
Trotz der harten Konkurrenzsituation beim Meister hält Hecking Gündogans Entscheidung für richtig: „Er darf jetzt nur nicht zu früh unruhig werden oder resignieren, sondern muss sich durchbeißen.“ Ein Rat, den vielleicht auch der Club heute Abend im Hinterkopf behalten sollte.
Nürnberg: Schäfer – Feulner, Maroh, Wollscheid, Hlousek – Simons, Cohen – Hegeler, Didavi, Eigler – Pekhart / Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer – Bender, Kehl – Blaszczykowski, Kagawa, Großkreutz – Lewandowski / SR: Meyer (Burgdorf).

Do. 24.05.12
Do. 24.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12