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„Für dieses Gefühl, noch dazu vor vollem Haus, spielt man Fußball“, sagte Pekhart. Auch dass der Sieg wichtiger gewesen sein soll als sein Tor. Das aber darf getrost bezweifelt werden. Stürmer werden immer auch an Toren gemessen. Und davon standen trotz guter Gelegenheiten bis Samstag nur vier in der Statistik. Die Kritik an seiner Person war unüberhörbar geworden, und kam auch vom Trainer.
Diesmal aber sollte alles ganz anders kommen. Pekhart musste sich nicht wieder aufzählen lassen, was er alles hätte besser machen können, ja müssen. Diesmal hätten ihm die Fans nur anerkennend auf die Schulter geklopft, würde sie nicht ein Zaun vom Spielfeld trennen. Pekhart war aber auch so schon fast überfordert, allen Gratulanten gerecht zu werden. Einer nach dem anderen herzte den zuletzt nicht nur glücklosen Tschechen, als hätte er soeben das entscheidende Tor in einem WM-Endspiel erzielt.
Während die Optimisten hoffen, dass bei ihm nun der Knoten geplatzt ist, lieferte Pekhart kurz nach seinem Treffer den Skeptikern schon wieder neue Nahrung: Der 22-Jährige hämmerte einen Drehschuss aus fünf Metern Entfernung an die Latte, statt ihn einfach nur über die Linie zu drücken. Das Raunen, das in diesem Moment mahnend durch das Stadion zog, nahm Pekhart genauso wenig wahr, wie die vereinzelten Pfiffe, die seine Namensnennung bei der Mannschaftsvorstellung begleitet hatten. „Im Stadion habe ich nichts mitbekommen. Und Zeitung lese ich auch nicht“, gab sich Pekhart resistent.
Trainer Dieter Hecking gewährte derweil mehr Einblick in das Seelenleben eines Torjägers: „Jeder Stürmer, der nicht trifft, kommt ins Grübeln. Da sind alle Stürmer gleich“, meinte der 47-Jährige, der versprach, auch künftig für eine gewisse Wohlfühlathmosphäre in Nürnberg zu sorgen: „Wir sind ein Verein, der zu seinem Stürmer steht.“ Im Gegenzug hoffe er aber weiter auf einen Lernprozess bei Pekhart: „Es wäre falsch zu sagen, dass ich zu hundert Prozent zufrieden mit ihm war. Mit dem Tor ist das sicher auch noch nicht getan.“
Mit seinem Treffer verhalf Pekhart auch einem Kollegen aus der Krise: Alexander Esswein konnte neben einem Treffer auch eine Torvorlage verbuchen. Der 21-Jährige lieferte ein Paradebeispiel für einen effizienten Arbeitstag ab. „Wir haben versucht, eine Antwort zu geben. Und das ist, denke ich, gelungen“, sagte Pekharts Flankengeber.
Offensivspieler Mike Frantz hat sich unmittelbar nach seiner Einwechslung eine Oberschenkelverletzung zugezogen. Der 25-Jährige spielte trotz Schmerzen bis zum Schluss weiter: „Ich wollte unbedingt gewinnen. Für den Sieg war es das wert.“ Frantz fällt drei Wochen aus.

Do. 24.05.12
Do. 24.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12