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Club: Pekhart betrieb Werbung in eigener Sache

Fünfter Saisontreffer war pures Balsam für die Seele des Stürmers - 20.02. 08:00 Uhr

NÜRNBERG  - Pekharts Mimik verriet mehr über seine Gefühlslage als er später einsilbig in englischer Sprache ausdrücken konnte. Mit weit aufgerissenen Augen saugte der Tscheche das Licht der grellen Leuchtdioden von der Anzeigetafel in sich auf. Mit jeder Sekunde des starren Blicks schien sich seine strapazierte Seele mehr und mehr zu regenerieren. Der Club besiegte Köln mit 2:1 und verantwortlich dafür war Pekhart, der kurz vor Schluss per Kopf getroffen hatte.


„Für dieses Gefühl, noch dazu vor vollem Haus, spielt man Fußball“, sagte Pekhart. Auch dass der Sieg wichtiger gewesen sein soll als sein Tor. Das aber darf getrost bezweifelt werden. Stürmer werden immer auch an Toren gemessen. Und davon standen trotz guter Gelegenheiten bis Samstag nur vier in der Statistik. Die Kritik an seiner Person war unüberhörbar geworden, und kam auch vom Trainer.


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Am Ende des hart umkämpften Spiels in Nürnberg konnte der Club das Bundesliga-Kellerderby für sich entscheiden. Pekhart machte das entscheidende Tor zum 2:1 Endstand und sicherte den siebten Saisonsieg.

Diesmal aber sollte alles ganz anders kommen. Pekhart musste sich nicht wieder aufzählen lassen, was er alles hätte besser machen können, ja müssen. Diesmal hätten ihm die Fans nur anerkennend auf die Schulter geklopft, würde sie nicht ein Zaun vom Spielfeld trennen. Pekhart war aber auch so schon fast überfordert, allen Gratulanten gerecht zu werden. Einer nach dem anderen herzte den zuletzt nicht nur glücklosen Tschechen, als hätte er soeben das entscheidende Tor in einem WM-Endspiel erzielt.

Während die Optimisten hoffen, dass bei ihm nun der Knoten geplatzt ist, lieferte Pekhart kurz nach seinem Treffer den Skeptikern schon wieder neue Nahrung: Der 22-Jährige hämmerte einen Drehschuss aus fünf Metern Entfernung an die Latte, statt ihn einfach nur über die Linie zu drücken. Das Raunen, das in diesem Moment mahnend durch das Stadion zog, nahm Pekhart genauso wenig wahr, wie die vereinzelten Pfiffe, die seine Namensnennung bei der Mannschaftsvorstellung begleitet hatten. „Im Stadion habe ich nichts mitbekommen. Und Zeitung lese ich auch nicht“, gab sich Pekhart resistent.


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Die leidgeprüften Clubfans präsentierten sich nach dem knappen 2:1 Sieg gegen den 1.FC Köln in Feierlaune. Vor allem der späte Siegtreffer führte zu regelrechter Begeisterung unter den Anhängern. Wir haben auf die glücklichen Fans vor dem Easy-Credit Stadion gewartet und sie nach ihren Eindrücken vom Spiel gefragt.

Trainer Dieter Hecking gewährte derweil mehr Einblick in das Seelenleben eines Torjägers: „Jeder Stürmer, der nicht trifft, kommt ins Grübeln. Da sind alle Stürmer gleich“, meinte der 47-Jährige, der versprach, auch künftig für eine gewisse Wohlfühlathmosphäre in Nürnberg zu sorgen: „Wir sind ein Verein, der zu seinem Stürmer steht.“ Im Gegenzug hoffe er aber weiter auf einen Lernprozess bei Pekhart: „Es wäre falsch zu sagen, dass ich zu hundert Prozent zufrieden mit ihm war. Mit dem Tor ist das sicher auch noch nicht getan.“

Mit seinem Treffer verhalf Pekhart auch einem Kollegen aus der Krise: Alexander Esswein konnte neben einem Treffer auch eine Torvorlage verbuchen. Der 21-Jährige lieferte ein Paradebeispiel für einen effizienten Arbeitstag ab. „Wir haben versucht, eine Antwort zu geben. Und das ist, denke ich, gelungen“, sagte Pekharts Flankengeber.

Frantz erlitt Muskelverletzung, hielt aber bis Schlusspfiff durch

Offensivspieler Mike Frantz hat sich unmittelbar nach seiner Einwechslung eine Oberschenkelverletzung zugezogen. Der 25-Jährige spielte trotz Schmerzen bis zum Schluss weiter: „Ich wollte unbedingt gewinnen. Für den Sieg war es das wert.“ Frantz fällt drei Wochen aus. 



Stefan Jablonka

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