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Während Javier Pinola und Hanno Balitsch in Laufschuhen ihre Runden drehten, ließ Hecking drei Sechsergruppen rotierend gegeneinander spielen, vor dem Rückrundenauftakt gegen Hertha BSC am Samstag.
Ehrgeiz und Biss waren bei der anderthalbstündigen Einheit nicht zu übersehen: Da drosch Raphael Schäfer den Ball sauer in die Pampa, als er ein Gegentor kassiert hatte, wenig später holte Philipp Wollscheid Wilson Kamavuaka gnadenlos von den Beinen, als der ihn überlaufen hatte. Und Tomas Pekhart, der das erste Tor beim ersten Training des Jahres nach der Rückkehr aus Belek erzielte, humpelte zwischendurch vom Platz, um die bei einem Zweikampf lädierte Ferse behandeln zu lassen.
In solchen explosiven Situationen entlud sich die Anspannung vor dem Beginn einer schwierigen Rückrunde, in der der Platz in der Beletage gesichert werden soll. Dieser Kampf beginnt mit dem inzwischen 1000.Bundesligaspiel des 1.FC Nürnberg. Dabei steht Heckings Team aparterweise genau dem Gegner gegenüber, gegen den der Club einst seine erste Bundesligapartie überhaupt bestritten hatte: Am 24. August 1963 endete das Spiel vor 60.000 Zuschauern im Olympiastadion 1:1, nachdem Max Morlock die Franken in Führung gebracht hatte.
Die beiden freien Tage nach der Rückkehr aus dem neuntägigen Trainingslager im türkischen Belek verbrachte Mittelfeldabräumer Timmy Simons mit seiner Familie, ehe die heiße Abschlussphase begann. „Wir hatten ein gutes Trainingslager, haben gut gearbeitet“, verbreitet er Zuversicht. Was ihn darin bestärkt: „Ein paar der verletzten Spieler sind auf einem guten Weg, uns wieder zu verstärken.“ Außerdem hätten die Neuen einen guten Eindruck hinterlassen: „Sie sind offen und auch gut in der Gruppe aufgenommen worden.“
Mit dem nächsten Gegner hat sich Simons noch nicht näher befasst, er lässt sich überraschen, mit welchem Konzept Hecking seine Mannschaft wird agieren lassen. „Wir haben im Trainingslager das 4-4-2-System geübt und gespielt und auch schon gute Automatismen einstudiert. Da haben wir erst ein bisschen gesucht, aber jetzt haben wir es schon ganz gut drauf“, strahlt der 35-Jährige Gelassenheit aus. Schließlich sei der Kampf um den Klassenerhalt für ihn nichts Neues. „In meinen ersten beiden Profijahren habe ich gegen den Abstieg gespielt, und beim zweiten Mal hatten wir keinen Erfolg“, erinnert sich der Belgier, wobei beim zweiten Satz seine Stimme spürbar leiser wird.
Eine besondere Herausforderung, es den Fans nach der Vertragsverlängerung beweisen zu wollen, verneint der 35-Jährige. „Nein, ich bin genauso motiviert wie alle anderen Spieler. Ich versuche immer, hundert Prozent zu geben, für unsere Mannschaft und für unseren Club.“

Do. 24.05.12
Do. 24.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12