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Die älteren Club-Fans schnalzen noch heute mit der Zunge, wenn sie sich an den 1967 vom holländischen Klub PSV Eindhoven gekommenen Jugoslawen erinnern: Gar schnell avancierte er am Valznerweiher zum absoluten Publikumsliebling und wurde liebevoll „Tschebi“ oder Zick-Zack-Cebinac genannt. Er war ein Dribbelkünstler par excellence, der auf der rechten Seite die gegnerischen Verteidiger schier zur Verzweiflung trieb. „Ein Fußballspiel ist für mich die einzige Gelegenheit, wo man den Gegner lautlos auslachen kann, indem man ihm überlegen ist“, philosophierte er einst.
In Verteidiger Horst „Leo“ Leupold fand er den idealen Partner für seine Spielweise. Was die Bundesliga-Konkurrenten einerseits vor große Probleme stellte, andererseits bei ihnen auch Bewunderung auslöste, war das permanente Wechselspiel auf der Außenbahn. „Es war nicht die Erfindung unseres Trainers Max Merkel“, blickt Leupold zurück, „sondern von Tschebi und mir.“
Zwei, die davon vor allem profitierten, waren die beiden Stürmer Heinz Strehl und Franz Brungs. Letzterer schwärmt noch immer in den höchsten Tönen von Cebinac: „Ich habe keinen Spieler erlebt, der solche Maßflanken aus vollem Lauf schlagen konnte.“ Der Rechtsaußen sei maßgeblich am Gewinn der neunten Deutschen Meisterschaft beteiligt gewesen.
Großzügig sahen Brungs, das „Goldköpfchen“, und seine Kameraden über manche Eigenarten des Edeltechnikers – und dies vor allem außerhalb des Spielfeldes – hinweg. „Wenn wir im Winter alle mit langen Hosen trainierten, kam er mit kurzen und im Sommer dann mit langen“, erinnert sich der Torjäger schmunzelnd. Eine weitere Marotte von Cebinac: Verspeisten die Spieler nach dem Essen im Trainingslager alle Eis, bestellte er sich einen Apfel. „Aber er war immer ein feiner Kumpel“, erinnert sich Brungs.
Aber einer kam mit dem etwas exzentrischen Kicker nicht richtig klar: Trainer Max Merkel. „Er hat mich manchmal Eselstreiber oder Schaschlikbrater genannt“, ärgerte sich Cebinac. Prompt wechselte er nach dem Abstieg im Jahr 1969 und 55 Bundesliga-Einsätzen zu Hannover 96. Jammerschade, denn einen solchen Dribbelkünstler auf der rechten Seite hat man am Valznerweiher nicht mehr erlebt.
Beim 1.FC Köln hat man „Tschebi“ aus einem verständlichen Grund in negativer Erinnerung: Er bestritt dort für seinen Zwillingsbruder Srdjan ein Probetraining. Der Verein verpflichtete ihn spontan, doch die Begeisterung wich gar bald einer mächtigen Enttäuschung, denn Srdjan besaß nicht annähernd die Qualität von Zvedzan und bestritt in zwei Jahren lediglich drei Bundesligaspiele. Zick-Zack-Cebinac war eben auf allen Ebenen ein Schlitzohr, das in den FCN-Annalen immer als Meisterspieler von 1968 seinen Platz haben wird.

Do. 24.05.12
Do. 24.05.12
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12