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Der ordentliche Eindruck, den der 1. FCN beim 2:0-Pokalsieg in Trier und dem 1:1-Remis in Mönchengladbach hinterlassen hatte, ist somit wie weggewischt. Nach dem Schlusspiff herrchte allenthalben Ernüchterung. Legt man die Darbietung vom Samstagnachmittag zugrunde, dann steht den Club-Fans einmal mehr Abstiegskampf pur ins Haus. Die Nürnberger agierten nach einer ordentlichen ersten Halbzeit zu fahrig und ohne Durchschlagskraft und zeigten auch in der Defensive Schwächen.
Immerhin mussten die Fans auf das erste Saisontor im eigenen Stadion nur eine Viertelstunde warten. Allerdings sah es in der zähen Anfangsphase gar nicht danach aus, denn beide Teams ließen zunächst jegliche spielerische Linie vermissen. Eine Standardsituation, in der letzten Saison wahrlich nicht ihre Spezialität, bescherte den Franken die Führung. Bayern-Leihgabe Mehmet Ekici wuchtete den Ball im hohen Bogen in den Strafraum, Freiburgs Keeper Simon Pouplin griff daneben und SC-Verteidiger Felix Bastians verlängerte schließlich unfreiwillig zu Club-Stürmer Schieber, der aus fünf Metern zum 1:0 einköpfte.
Die Führung verlieh den Nürnbergern vor 36.780 Zuschauern Sicherheit, Chancen blieben aber Mangelware. Freiburg war bis dato absolut harmlos, was Trainer Robin Dutt nach einer halben Stunde veranlasste, den defensiven Mittelfeldspieler Julian Schuster zu Gunsten von Stürmer Stefan Reisinger zu opfern. Der Ex-Fürther hatte den 1.FCN bereits im Vorjahr als Schütze des Freiburger 1:0-Siegtreffers an gleicher Stätte mächtig geärgert.
Und prompt ging Dutts Rechung auf, denn in der 39. Minute war Reisinger an der Entstehung des 1:1-Augleichs maßgeblich beteiligt. Club-Kapitän Andreas Wolf traf ihn bei einer Rettungsaktion im Strafraum mit letztem Einsatz am Fuß, so dass Schiedsrichter Tobias Welz in einer ersten Bundesligaspiel keine Sekunde zögerte und auf den Elfmeterpunkt zeigte. Dieser Aktion, bei der sich Wolf auch noch „Gelb“ einhandelte, war allerdings eine grobe Nachlässigkeit von Per Nilsson vorangegangen. Er hatte Reisinger einfach davonziehen lassen, ohne einzugreifen. Cisse verwandelte den Strafstoß souverän.
Einziger Lichtblick im Nürnberger Team, das sich nur zaghaft aufbäumte und kein wirksames Mittel gegen die defensiven Freiburger fand, war Ekici. Der Deutsch-Türke prüfte in der 36. Minute Poulin mit einem Distanzschuss und traf in der 49. Minute per Freistoß aus 22 Metern die Querlatte. Cisse machte es wenige Minuten später besser, als er nach Flanke von Jonathan Jäger aus wenigen Metern per Kopf die 2.1-Führung markierte (52.).
Zehn Minuten später roch es auch im Freiburger Strafraum nach Elfmeter, als Oliver Barth in der Drehung den Ball mit der Hand berührte. Der Schiedsrichter unterstellte ihm keine Absicht und ließ weiterspielen. In der Schlussphase verhinderte Club-Torwart Raphael Schäfer noch Schlimmeres, als er bei einem Freiburger Konter vor Yacine Abdessadki in höchster Not klärte.
Gleich zu Beginn der Saison drohen dem Club nach dieser Heimniederlage stürmische Zeiten, stehen nach der Länderspielpause doch zwei schwere Auswärtsspiele beim Hamburger SV und in Leverkusen an.
Nürnberg: Schäfer - Judt, Nilsson, Wolf, Pinola – Hegeler (64. Eigler), Simons – Frantz (64. Mak), Ekici, Bunjaku (73. Mintal) – Schieber / Freiburg: Pouplin - Mujdza, Barth, Butscher, Bastians - Schuster (29. Reisinger) – Abdessadki (90. Williams), Banovic, Makiadi, Jäger – Cissé (86. Krmas)/ SR: Welz (Wiesbaden) / Tore: 1:0 Schieber (15.), 1:1, 1:2 Cisse (40., Foulelfmeter, 53.) / Zuschauer: 36.780 / Gelbe Karten: Wolf, Ekicic - Mujdza.