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Das Rennen der Regisseure

Wer führt das "Kleeblatt" gegen Aachen: Haas oder Prib? - 08.09.10

FÜRTH  - Jugend forsch oder Erfahrung? Spieltrieb oder Kalkül? Wenn am Sonntag die SpVgg Greuther Fürth im Jubiläumsspiel zum "Hundertjährigen" des Ronhofs auf Alemannia Aachen trifft, herrscht in der Schaltzentrale des fränkischen Fußball-Zweitligisten ein personelles Überangebot.


Wer erhält gegen Aachen den Vorzug? Der erfahrene Leo Haas (vorne) und der 20-jährige Edgar Prib wetteifern um den Platz in der Zentrale.
Wer erhält gegen Aachen den Vorzug? Der erfahrene Leo Haas (vorne) und der 20-jährige Edgar Prib wetteifern um den Platz in der Zentrale.
Foto: Wolfgang Zink
Wer erhält gegen Aachen den Vorzug? Der erfahrene Leo Haas (vorne) und der 20-jährige Edgar Prib wetteifern um den Platz in der Zentrale.
Wer erhält gegen Aachen den Vorzug? Der erfahrene Leo Haas (vorne) und der 20-jährige Edgar Prib wetteifern um den Platz in der Zentrale.
Foto: Wolfgang Zink

"Kleeblatt"-Trainer Mike Büskens steht vor einer dieser Aufgaben, die von außen betrachtet eminent schwierig erscheinen, für Fußball-Lehrer aber die tagtägliche Jonglage zwischen Geben und Nehmen darstellen. Wer diesen Spagat beherrscht, kann sich im Profisport zumeist auf ein gutes Klima innerhalb einer Mannschaft verlassen. Ein sogenanntes Luxusproblem, das für Büskens freilich keines ist. Im Fürther Fall muss der langjährige Bundesligaprofi nur entscheiden, wer auf der Position des Regisseurs das Spiel der Fürther gegen Aachen lenken soll.

Büskens hat die freie Auswahl, nachdem sich in dieser Woche Leo Haas nach ausgestandener Bauchmuskelzerrung gesund zurückgemeldet hat. Weil aber auch der für Haas eingesprungene Youngster Eddy Prib beim 2:1-Sieg bei Union Berlin eine recht ansprechende Leistung abgeliefert hatte, ist das Rennen um den Platz in der Zentrale völlig offen. "Keine Ahnung, was der Trainer da denkt und entscheidet", meint Haas, und aus Zurückhaltung wird Selbstvertrauen: "Natürlich will ich spielen."

Etwas anderes wird Prib auch nicht sagen. Beide sind Profis, wohl auch Profis genug, um eine mögliche Nichtberücksichtigung akzeptieren und verarbeiten zu können. Hofft wenigstens Büskens. "Solche Entscheidungen wird es Woche für Woche geben. Da werde ich dem ein oder anderen wehtun müssen", kündigt der Trainer an und stellt die Charakterfrage: "Da geht es um die Sache und darum, der Mannschaft vom persönlichen Ego etwas abzugeben."

Ein Härtefall ist es so oder so, auf wen Büskens Wahl auch fallen mag. Prib gehört zweifellos die Zukunft, gutes Auge, Mut zum Risiko, eine Lunge wie ein Marathonläufer - das alles spricht für ihn. "Absolut nicht überrascht" war Haas deshalb, wie geschickt das SpVgg-Eigengewächs zuletzt agierte. Doch auch Haas hat sich gemacht. Aus dem verletzungsanfälligen Phlegmatiker ist ein mannschaftsdienlicher Beißer geworden, einer, der auch in kritischen Situationen die Übersicht behält. Sehr gelassen sei er, sagt Haas. Das klingt nach einem guten Bauchgefühl. Gerade das soll im Fußball ja nicht ganz unerheblich sein. 





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