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Der Club lässt Pulikumsliebling Pinola nicht ziehen

Bader und Hecking erteilten sofort eine Absage - 13.01. 08:00 Uhr

Belek   - "Wenn er geht, dann nur im Doppelpack mit mir. Buenos Aires wollte ich immer schon mal kennenlernen", scherzte Dieter Hecking gut gelaunt. Der Coach des 1.FC Nürnberg überspielte damit ein wenig die Brisanz, die die Personalie Javier Pinola plötzlich barg.

Das reizvolle Angebot aus Argentinien hatte Javier Pinola offenbar ins Grübeln gebracht.
Das reizvolle Angebot aus Argentinien hatte Javier Pinola offenbar ins Grübeln gebracht.
Foto: Sportfoto Zink
Das reizvolle Angebot aus Argentinien hatte Javier Pinola offenbar ins Grübeln gebracht.
Das reizvolle Angebot aus Argentinien hatte Javier Pinola offenbar ins Grübeln gebracht.
Foto: Sportfoto Zink

Der Argentinier hatte kurz vor dem Abflug aus seiner Heimat noch ein Radio-Interview gegeben. In den rund 17 Stunden, die er insgesamt in der Luft war, um von Buenos Aires via Paris, Istanbul und Antalya in Belek anzukommen und die er überwiegend in der Businessklasse verschlief, verbreiteten sich seine Worte um einiges aufgeregter. Plötzlich konnte auch diesseits des Atlantiks über seinen Wechsel noch in der Winterpause spekuliert werden.

Während Sportvorstand Martin Bader die aufkeimende Hysterie sofort ersticken wollte, die Angelegenheit energisch dementierte und ins Reich der Fabeln verwies, ist in den Aussagen des Umworbenen viel zwischen den Zeilen zu lesen. Pinola bestätigte nicht nur das Interesse des in Argentinien hoch angesehenen Vereins CA Lanus.


„Sie haben sich bei mir gemeldet und wir haben uns unterhalten“, sagte der 28-Jährige klipp und klar. Am Ende gingen beide Seiten mit der Übereinkunft auseinander, dass Pinola den Club vom Interesse an seiner Person informieren wolle.

Immerhin handelt es sich um den argentinischen Meister aus dem Jahr 2007 und noch dazu um ein finanzielles Schwergewicht der südamerikanischen Fußballbranche. „In Argentinien ist es ein interessanter Verein. Sie haben Geld und kämpfen immer um die vorderen Plätze“, sagte Pinola. Wirtschaftlich vergleichbar ist Lanus etwa mit Hoffenheim oder Wolfsburg.

Bilderstrecke zum Thema
Bevor der 1. FCN in die Bundesliga-Rückrunde startet, stand für die Spieler erst einmal das Trainingslager in Belek auf dem Programm. Sportfoto Zink war an der Türkischen Riviera vor Ort und sammelte Material für unsere Bildergalerie zum FCN-Feintuning für die Rückserie.


Ein offizielles Angebot machten ihm die Verantwortlichen nicht. So weit konnte es erst gar nicht kommen. Pinola ging offen mit der mündlichen Offerte um und informierte den Club. „Ich will Offenheit“, sagte Pinola. Und Bader und Hecking erteilten dem offenherzigen Gaucho sofort eine Absage. „Es wäre Blödsinn und abwegig, über einen Abgang von Pinola nachzudenken“, sagte Bader und Hecking ergänzte: „Es wäre Wahnsinn, warum sollten wir ihn gehen lassen?“

Das Bemühen um Pinola war mehr als nur ein zarter Vorstoß. Die Aussage des Präsidenten von Lanus tat ein übriges, um die Diskussion zu entfachen. Nicolas Russo sprach von einem „interessanten Spieler“. Dessen schmeichelnde Worte schafften es in die Gedankenwelt von Linksverteidiger Pinola. „Wenn die Entscheidung ist, dass ich bleibe, ist das auch okay“, sagte Pinola schließlich und tat sich sichtlich schwer, ein Grundinteresse zu verbergen.

Die Rückkehr in seine Heimat ist aber womöglich nur aufgeschoben: „Mal schauen. Ich bin ja noch jung und habe viel Zeit, mir darüber Gedanken zu machen, ob ich nach Argentinien zurückkehre.“ In Nürnberg läuft sein Vertrag, einerder am besten dotierten, jedenfalls noch bis zum 30. Juni 2013.
 

Bilderstrecke zum Thema
Gleich viermal hatte der 1. FC Nürnberg am Dienstag Grund zum Jubeln: Im Testspiel degen den holländischen Erstligisten De Graafschap siegte die Elf von Dieter Hecking nach einer über weite Strecken überzeugenden Leistung mit 4:1. Wir haben die Bilder vom Spiel.

Bis auf weiteres gilt seine ungeteilte Aufmerksamkeit nur noch seinem Körper, der ihn zuletzt über Monate im Stich gelassen hat. Wegen einer Schambeinentzündung konnte Pinola seit dem zwölften Spieltag Anfang November kein Spiel mehr für den Club machen. Über den Jahreswechsel kehrte er nach Buenos Aires zurück.

 Verbrachte dort seinen Weihnachtsurlaub und ließ sich von den Ärzten der argentinischen Nationalmannschaft intensiv betreuen. Nachdem es lange Zeit nicht besser wurde, trieb in die Angst um: „Ich dachte, ich könnte nie mehr ohne Schmerzen Fußball spielen“, sagte er.

Inzwischen ist diese Befürchtung aber der Realität gewichen. Pinola macht Fortschritte. Der größte ist, dass er keine Schmerzen mehr hat. „Ich fühle mich schon viel besser und konzentriere mich jetzt nur darauf, fit zu werden. Ich möchte der Mannschaft helfen.“

Während seine Kollegen die Tage in Belek nutzen, um intensiv miteinander zu trainieren, bolzte Pinola gestern auf einem Nebenplatz einsam Kondition. „Geradeaus laufen mit Tempo geht schon ganz gut. Aber ich muss aufpassen und darf nicht zu viel machen. Es geht nur langsam und Schritt für Schritt“, sagte Pinola, der heute beim letzten Vorbereitungsspiel gegen den moldawischen Erstligisten FK Costuleni nur zusehen kann.

Ein festes Datum für eine Rückkehr auf den Rasen kann er nicht nennen. Er weiß nur, dass er noch viel Geduld aufbringen muss. Den geplatzten Deal mit Lanus hat er nicht erst bis dahin verschmerzt: „Ich habe schon bessere Angebote gehabt und spiele ja immer noch beim Club.“ 



Stefan Jablonka

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Der 1. FCN - genannt "der Club" - hat folgende Titel errungen:
Deutscher Meister: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968
DFB-Pokalsieger: 1935, 1939, 1962, 2007

Ein extra Themenarchiv mit "historischen" Berichten rund um den 1. FCN finden Sie unter dem Stichwort "Club-Geschichte(n)".

Der Club-Kader in der Saison 2011/12

Galerie Kader 1. FC Nürnberg 2011/12

Die Club-Gegner in der Saison 2011/12

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