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Der Blick auf die Aufstellung des NBC dürfte selbst Insider in Erstaunen versetzen. Mit Ronald Thompson, Zamal Nixon, Dorian McDaniel, Ahmad Smith und Nikita Khartchenkov standen exakt jene Spieler in der Anfangsformation, die vor Saisonbeginn noch nicht dem Kader des NBC angehört hatten. Klar, nachdem Ryan DeMichael, Tyrone Brazelton und Cory Abercrombie ihre Zelte in Nürnberg abgebrochen und der Verein sieben Niederlagen in Serie kassiert hatte, sahen die Verantwortlichen Handlungsbedarf.
Und seit Mittwoch ist das halbe Dutzend voll. Der Verein verpflichtete unmittelbar vor dem Ende der Transferperiode Michael Nunnally, einen 26-jährigen Kalifornier, um die „Qualität unter den Körben zu heben“, so die offizielle Verlautbarung. Neuzugänge fast im Wochentakt — derart extensive Wanderungsbewegungen sind selbst für die bewegte Nürnberger Basketballgeschichte beispiellos.
Mag sein, dass die Spieler über genug individuelle Qualität verfügen, doch können ständige Eingriffe in die personelle Architektur die Mannschaft als Ganzes weiterbringen, und das möglichst auch noch kurzfristig? Wo sollen Harmonie und Kenntnis der Laufwege herkommen, von blindem Verständnis untereinander und der Identifikation mit dem Verein gar nicht zu reden? Fragen, die sich auch die Verantwortlichen stellen werden.
Der Beginn gegen die stark ersatzgeschwächten Gäste ließ Schlimmes befürchten. Der NBC wirkte nach seiner Niederlage in Jena arg verunsichert. So schlichen sich im Spiel der Gastgeber Flüchtigkeitsfehler ein. Zudem vermochte der NBC seine physischen Vorteile nicht zu nutzen. Damit verhalf er den Baskets aus dem Ruhrpott, die keineswegs überzeugten, zu einer raschen Führung. Mit dem 11:19 nach dem ersten Viertel waren die Nürnberger sogar noch gut bedient. Danach steigerte sich der NBC und startete eine Aufholjagd. Dabei hielt vor allem Dorian McDaniel sein Team mit großem Engagement im Spiel. Es war kein Zufall, dass der mit insgesamt 20 Punkten erfolgreichste Werfer maßgeblich daran beteiligt war, den Rückstand bis zur Pause auf 35:39 zu verkürzen.
Doch das Beste sollte noch folgen. Wie verwandelt kamen die Nürnberger aus der Kabine. Auf einmal zogen sie deutlich energischer zum Korb. Cornelius Adler, Nikita Khartchenkov und natürlich McDaniel provozierten auf diese Weise Fouls. Es war das richtige Rezept, die bis dato stabile Essener Defensive zu knacken. Minutenlang erzielte der NBC seine Punkte ausschließlich durch Freiwürfe. Mit einer Zehn-Punkte-Serie zum 71:54 im vierten Abschnitt zog man den Gästen vollends den Zahn, denen am Ende die Kraft ausging.
Und Nunnally? Der kam nur sporadisch zum Einsatz, fügte sich mit einem Dunking aber gleich gut ein. „Ich fühle mich in Nürnberg willkommen und gut aufgehoben“, schmunzelte der Weltenbummler, der schon in Finnland, Japan und Argentinien Basketball spielte. Und ja, er wusste um die prekäre Situation in Nürnberg, ließ sich davon aber nicht abhalten. Es war ein durchaus verheißungsvoller Auftakt. Einer, der Mut macht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Am Freitag endet die Wechselfrist. „Nunnally war definitiv unser letzter Neuzugang“, verspricht David Schweiger, seit kurzem für die Pressearbeit zuständig. Damit sind die Personalien abgeschlossen. Der NBC muss zum Tagesgeschäft übergehen. Nach dem Erfolg kann er seinen Blick wieder nach vorne richten. Alles liegt eng zusammen. Eine kleine Serie und Nürnberg wäre wieder im Geschäft um die Play-offs. Doch Vorsicht. Dieses Spiel ist nur bedingt aussagekräftig. Und Konstanz ist ein Fremdwort in der Noris. Bisher zumindest.
NBC: McDaniel 20, Adler 17, Thompson 14, Khartchenkov 12, Nixon 9, Reile 6, Nunnally 6, Smith 4, Schröder 3, Fabrizius, Wyczisk.
Spielverlauf: 2:4, 4:9, 8:12, 11:19 – 20:21, 27:25, 29:32, 35:39 – 44:39, 48:42, 52:48, 56:52 – 61:52, 71:54, 74:57, 80:66, 91:72.
Fr. 17.05.13
Di. 14.05.13
Fr. 10.05.13
Mi. 17.04.13
So. 14.04.13