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Der NBC und das große Männleinlaufen

Basketballer feierten 91:72-Sieg gegen Essen - 27.01.2013 18:08 Uhr

NÜRNBERG  - Disziplin, Einsatzbereitschaft und ein wenig Glück: Es waren die einfachen Dinge, die die Basketballer des Nürnberger BC auf die Erfolgsspur zurückbrachten. Mit einem 91:72 (35:39) über die ETB Wohnbau Baskets Essen, die sich als ausgesprochen dankbarer Aufbaugegner erwiesen, hielt der NBC die Abstiegszone der Pro A erst einmal auf Distanz.

Neun Punkte standen am Ende im Arbeitsnachweis von Zamal Nixon.
Neun Punkte standen am Ende im Arbeitsnachweis von Zamal Nixon.
Foto: Sportfoto Zink
Neun Punkte standen am Ende im Arbeitsnachweis von Zamal Nixon.
Neun Punkte standen am Ende im Arbeitsnachweis von Zamal Nixon.
Foto: Sportfoto Zink

Der Blick auf die Aufstellung des NBC dürfte selbst Insider in Erstaunen versetzen. Mit Ronald Thompson, Zamal Nixon, Dorian McDaniel, Ahmad Smith und Nikita Khartchenkov standen exakt jene Spieler in der Anfangsformation, die vor Saisonbeginn noch nicht dem Kader des NBC angehört hatten. Klar, nachdem Ryan DeMichael, Tyrone Brazelton und Cory Abercrombie ihre Zelte in Nürnberg abgebrochen und der Verein sieben Niederlagen in Serie kassiert hatte, sahen die Verantwortlichen Handlungsbedarf.

Und seit Mittwoch ist das halbe Dutzend voll. Der Verein verpflichtete unmittelbar vor dem Ende der Transferperiode Michael Nunnally, einen 26-jährigen Kalifornier, um die „Qualität unter den Körben zu heben“, so die offizielle Verlautbarung. Neuzugänge fast im Wochentakt — derart extensive Wanderungsbewegungen sind selbst für die bewegte Nürnberger Basketballgeschichte beispiellos.


Mag sein, dass die Spieler über genug individuelle Qualität verfügen, doch können ständige Eingriffe in die personelle Architektur die Mannschaft als Ganzes weiterbringen, und das möglichst auch noch kurzfristig? Wo sollen Harmonie und Kenntnis der Laufwege herkommen, von blindem Verständnis untereinander und der Identifikation mit dem Verein gar nicht zu reden? Fragen, die sich auch die Verantwortlichen stellen werden.

Der Beginn gegen die stark ersatzgeschwächten Gäste ließ Schlimmes befürchten. Der NBC wirkte nach seiner Niederlage in Jena arg verunsichert. So schlichen sich im Spiel der Gastgeber Flüchtigkeitsfehler ein. Zudem vermochte der NBC seine physischen Vorteile nicht zu nutzen. Damit verhalf er den Baskets aus dem Ruhrpott, die keineswegs überzeugten, zu einer raschen Führung. Mit dem 11:19 nach dem ersten Viertel waren die Nürnberger sogar noch gut bedient. Danach steigerte sich der NBC und startete eine Aufholjagd. Dabei hielt vor allem Dorian McDaniel sein Team mit großem Engagement im Spiel. Es war kein Zufall, dass der mit insgesamt 20 Punkten erfolgreichste Werfer maßgeblich daran beteiligt war, den Rückstand bis zur Pause auf 35:39 zu verkürzen.


Kurz vor dem Ende der Transferperiode verpflichtet, wenig Trainingseinheiten mit den neuen Kollegen: Verständlich, dass Michael Nunnally (rechts) gegen Essen nur sporadisch zum Einsatz kam.
Kurz vor dem Ende der Transferperiode verpflichtet, wenig Trainingseinheiten mit den neuen Kollegen: Verständlich, dass Michael Nunnally (rechts) gegen Essen nur sporadisch zum Einsatz kam.
Foto: Sportfoto Zink
Kurz vor dem Ende der Transferperiode verpflichtet, wenig Trainingseinheiten mit den neuen Kollegen: Verständlich, dass Michael Nunnally (rechts) gegen Essen nur sporadisch zum Einsatz kam.
Kurz vor dem Ende der Transferperiode verpflichtet, wenig Trainingseinheiten mit den neuen Kollegen: Verständlich, dass Michael Nunnally (rechts) gegen Essen nur sporadisch zum Einsatz kam.
Foto: Sportfoto Zink

Doch das Beste sollte noch folgen. Wie verwandelt kamen die Nürnberger aus der Kabine. Auf einmal zogen sie deutlich energischer zum Korb. Cornelius Adler, Nikita Khartchenkov und natürlich McDaniel provozierten auf diese Weise Fouls. Es war das richtige Rezept, die bis dato stabile Essener Defensive zu knacken. Minutenlang erzielte der NBC seine Punkte ausschließlich durch Freiwürfe. Mit einer Zehn-Punkte-Serie zum 71:54 im vierten Abschnitt zog man den Gästen vollends den Zahn, denen am Ende die Kraft ausging.

Und Nunnally? Der kam nur sporadisch zum Einsatz, fügte sich mit einem Dunking aber gleich gut ein. „Ich fühle mich in Nürnberg willkommen und gut aufgehoben“, schmunzelte der Weltenbummler, der schon in Finnland, Japan und Argentinien Basketball spielte. Und ja, er wusste um die prekäre Situation in Nürnberg, ließ sich davon aber nicht abhalten. Es war ein durchaus verheißungsvoller Auftakt. Einer, der Mut macht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Am Freitag endet die Wechselfrist. „Nunnally war definitiv unser letzter Neuzugang“, verspricht David Schweiger, seit kurzem für die Pressearbeit zuständig. Damit sind die Personalien abgeschlossen. Der NBC muss zum Tagesgeschäft übergehen. Nach dem Erfolg kann er seinen Blick wieder nach vorne richten. Alles liegt eng zusammen. Eine kleine Serie und Nürnberg wäre wieder im Geschäft um die Play-offs. Doch Vorsicht. Dieses Spiel ist nur bedingt aussagekräftig. Und Konstanz ist ein Fremdwort in der Noris. Bisher zumindest.

NBC: McDaniel 20,  Adler 17, Thompson 14, Khartchenkov 12, Nixon 9, Reile 6, Nunnally 6, Smith 4, Schröder 3, Fabrizius, Wyczisk.

Spielverlauf: 2:4, 4:9, 8:12, 11:19 – 20:21, 27:25, 29:32, 35:39 – 44:39, 48:42, 52:48, 56:52 – 61:52, 71:54, 74:57, 80:66, 91:72. 

Wolfgang Winkel


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Nürnberger Basketballclub NBC - Logo
Gründungsdatum:
2009



Kurzbeschreibung:
Die Geschichte des "Nürnberger Basketball Club e.V. NBC" reicht zurück bis ins Jahr 2002, als in NÜrnberg die Franken Hexer gegründet wurden. Die Franken Hexer kooperierten wiederum seit der Saison 2007/2008 mit dem traditionsreichen DJK Falke Nürnberg, der zwischen 2005 und 2007 unter dem Namen "SELLBYTELL Baskets Nürnberg" in der 1. Liga spielte. Dort konnte sich der finanziell angeschlagene Verein jedoch nicht halten, so dass 2009 das Aus kam. Nur durch die Überführung des Teams in den NBC wurde der Verein gerettet, das Basketball-Team des DJK Falke existiert seitdem nicht mehr. 2010/2011 gelang dank einer Wildcard der Aufstieg in die 2. Liga (Pro-A). Seine Premierensaison beendete der NBC auf Rang 12. Seine Heimspiele bestreitet der NBC in der Halle am Berliner Platz.