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Der rastlose Ruhepol in der Fürther Schaltzentrale

Stephan Fürstner als "Marathon-Mann" - 24.04.2012 18:52 Uhr

FÜRTH  - Erinnern Sie sich noch an diese rosa Aufzieh-Häschen, die im Vorabendprogramm der achtziger und neunziger Jahre wild auf Blechtrommeln einschlagend durcheinanderliefen? Scheinbar stundenlang, ohne müde zu werden, von einer schier überirdischen Kraft getrieben, die nie enden wollte: Stephan Fürstner muss dieses Werbefilmchen einer Batteriefirma in seiner Jugend häufig gesehen haben. In Fürth füllt der 24-Jährige die Rolle des "Marathon-Mannes" perfekt aus.

Stephan Fürstner, auf und davon: Auch nach seinem Tor gegen 1860 München konnten ihn die Kollegen um Eddy Prib (re.) kaum einfangen.
Stephan Fürstner, auf und davon: Auch nach seinem Tor gegen 1860 München konnten ihn die Kollegen um Eddy Prib (re.) kaum einfangen.
Foto: Sportfoto Zink
Stephan Fürstner, auf und davon: Auch nach seinem Tor gegen 1860 München konnten ihn die Kollegen um Eddy Prib (re.) kaum einfangen.
Stephan Fürstner, auf und davon: Auch nach seinem Tor gegen 1860 München konnten ihn die Kollegen um Eddy Prib (re.) kaum einfangen.
Foto: Sportfoto Zink

Wenn andere Profis bereits vor Erschöpfung keuchen, wird er gerade mal warm. „Vor Läufen habe ich mich noch nie gefürchtet“, sagt er. Anstatt „Fürste“, wie sie ihn alle in Fürth nur rufen, wäre „die Lunge“ als Spitzname angebrachter. Seine Ausdauerwerte sind überragend, kaum einer geht auf dem Platz so weite Wege wie er. Das macht Fürstner natürlich ungemein wichtig. Ihn aber auf seine Kondition zu beschränken, würde nicht einmal annähernd seine Wertigkeit beschreiben.

Der gebürtige Münchner, der sich in Franken „pudelwohl fühlt“ und auch deshalb seinen Vertrag beim „Kleeblatt“ bis 2015 verlängerte, kann weit mehr als nur Löcher zu stopfen und zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen hin- und herzuflitzen. Organisation, Spielaufbau, der Blick für den offensiven Pass, aber mit der Denke für die Defensive, die unterschiedlichsten Spielsituationen erkennen und richtig einschätzen – es ist ein vielschichtiger Job, den der „Achter“ im Fürther Mittelfeld ausfüllt. Der Polizist der Schaltzentrale will er aber nicht genannt werden, „bei uns ist doch jeder ein Verbrecher“, witzelt er, weshalb ihm die Attitüde eines Strategen eher entspräche.


Solche Menschen sind aus einem erfolgreichen Kollektiv nicht wegzudenken, im Mittelpunkt stehen aber häufig andere. Fürstner kennt dieses Schicksal, wirklich schlimm kann er das nicht finden. Zumal er selbst seine Momente im Rampenlicht hatte: Als er beim TSV 1860 München nach dem 1:1-Zwischenstand schnell den zweiten Fürther Treffer nachlegte, stellte das die Weichen auf Sieg. In einem dieser Spiele, die im Nachhinein richtungweisend für den Aufstieg waren. Noch dazu ist es für einen beim FC Bayern ausgebildeten „Roten“ immer etwas ganz Besonderes, gegen die „Blauen“ zu treffen. Zumal es zweifellos ein Traumtor war, wie Fürstner den Ball aus 18 Metern halblinker Position kunstvoll ins rechte obere Toreck zirkelte. „Das war das Tor des Monats, ganz klar“, befand Fürstner augenzwinkernd über seinen Kunstschuss.

Als er den Treffer feierte, lief er zunächst auch da allen davon. Erst nach einigen Metern hatten ihn die hinterherhechelnden Kollegen eingeholt. Der Mann kann eben nicht anders. „Stillsitzen konnte ich noch nie“, erinnerte sich Fürstner auch an seine Zeit als Zappelphillipp, wenn es um so profane Dinge wie Mathe und Heimat- und Sachkunde ging. Geändert hat sich das nicht. So wird er nach dem Saisonabschluss zusammen mit seiner Freundin ein paar Tage Urlaub bei seiner Mutter am Ammersee machen, alte Kumpels treffen und „ein, zwei Bierchen trinken“. Ganz in Ruhe, mal etwas ganz anderes für Fürstner. 

Florian Pöhlmann


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Gründungsdatum:
23.09.1903
Mitgliederzahl:
2550


Kurzbeschreibung:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth feierte als Fußballverein ihre größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meistertiteln in den Jahren 1914, 1926 und 1929 als SpVgg Fürth. Nach dem 2. Weltkrieg konnte die Spielvereinigung jedoch nie wieder an die großen Erfolge anknüpfen und sich folglich auch nicht für die 1963 gegründete Bundesliga qualifizieren.
Mit dem Sturz bis in die Landesliga versank der Traditionsverein in den 80er Jahren endgültig in der Bedeutungslosigkeit. Aufwärts ging es erst wieder 1994, als die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga gelang. Zwei Jahre später trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der SpVgg bei. Seitdem gehören die Geldsorgen der Vergangengeit an, der traditionsreiche Name SpVgg Fürth wurde durch den Zusatz Greuther ergänzt.
Seit 1997 spielte die Spielvereinigung ununterbrochen in der 2. Bundesliga, bis im Mai 2012 endlich der ersehnte Aufstieg in die Bundesliga gelang. Dort allerdings blieb der Erfolg aus, so dass Fürth in der Saison 2013/2014 wieder im Unterhaus antreten muss. Seine Heimspiele trägt der Verein, der im Volksmund "Kleeblatt" genannt wird, dann wie gewoht im altehrwürdigen Ronhof aus. Ein geplanter Stadionneubau am Rhein-Main-Donaukanal hat sich Ende 2012 zerschlagen.


Deutscher Meister: 1914, 1926, 1929


Der Kleeblatt-Kader in der Saison 2012/13
Galerie Kader SpVgg Greuther Fuerth 2012/13