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Dortmund erteilt Nürnberg eine Lehrstunde

Club bei 0:3-Niederlage beim Meister phasenweise völlig überfordert - 25.01.2013 23:18 Uhr

DORTMUND  - Dass er anno 1994 als Profi mit dem 1.FC Nürnberg nach einer 1:4-Niederlage bei Borussia Dortmund aus der Bundesliga abgestiegen war, hatte Michael Wiesinger erfolgreich verdrängt — zumindest bis zum freundlichen Hinweis eines TV-Reporters vor dem Anpfiff. Auch die Rückkehr ins einstige Westfalenstadion als Trainer dürfte der 40-Jährige wohl nur allzu gerne aus seiner Erinnerung tilgen.

Mit einem Doppelpack brachte Jakub Blaszczykowski (l.) den BVB gegen den Club frühzeitig auf Kurs.
Mit einem Doppelpack brachte Jakub Blaszczykowski (l.) den BVB gegen den Club frühzeitig auf Kurs.
Foto: Sportfoto Zink
Mit einem Doppelpack brachte Jakub Blaszczykowski (l.) den BVB gegen den Club frühzeitig auf Kurs.
Mit einem Doppelpack brachte Jakub Blaszczykowski (l.) den BVB gegen den Club frühzeitig auf Kurs.
Foto: Sportfoto Zink

Beim verdienten 0:3 (0:2) gegen den Double-Gewinner blieb seinem Club am Freitagabend traditionell nur die Rolle des völlig überforderten Punktelieferanten.


Wiesinger hatte seine Anfangsformation im Vergleich zur Premiere gegen den Hamburger SV (1:1) erneut kräftig umgestaltet. Hiroshi Kiyotake kehrte nach seiner Denkpause ebenso in die Startelf zurück wie die zuletzt gesundheitlich angeschlagenen Markus Feulner und Per Nilsson. Robert Mak, Alexander Esswein und Almog Cohen mussten wieder auf die Bank.

Einen couragierten Auftritt hatte sich Wiesinger in Westfalen erhofft, doch die Realität sah schnell andes aus. Die Schwarz-Gelben machten da weiter, wo sie bei der 5:0-Gala zum Rückrundenstart in Bremen aufgehört hatten, und setzten den Tabellenfünfzehnten sofort massiv unter Druck. Schon nach fünf Minuten hielten die Club-Fans erstmals den Atem an, als Jakub Blaszczykowski auf rechts den Turbo zündete und mit einem Querpass Robert Lewandowski bediente. Solche Gelegenheiten lässt sich der polnische Top-Torjäger eher selten entgehen, diesmal aber bugsierte er den Ball aus fünf Metern am rechten Pfosten vorbei.

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Mit 0:3 hat der 1. FC Nürnberg in Dortmund verloren - und dabei nicht wirklich den Eindruck erweckt, gegen den Meister eine Chance zu haben. Trainer Michael Wiesinger glaubte in der zweiten Halbzeit dennoch, eine "beherzte Vorstellung" gesehen zu haben. User und Redaktion zeigten sich weniger gnädig - fünf Spieler fielen notenmäßig durch.

Doppelchance von Pekhart und Feulner blieb ungenutzt


Die Gäste machten sich ihre wenigen Entlastungsangriffe zunächst selbst durch schlampige Abspiele und Stockfehler zunichte, kamen ihrem ersten Tor in Dortmund seit dem 22.April 2006 aber plötzlich unerwartet nahe. Eine hohe, weite Hereingabe von Feulner fand Tomas Pekhart, der sich in der Mitte geschickt gelöst hatte, aber freistehend aus sechs Metern per Kopf an Roman Weidenfeller scheiterte (15.). Und auch Feulners fulminanten Nachschuss lenkte der Keeper mit einem tollen Reflex zur Ecke.

Viele solcher Chancen bieten sich im Signal-Iduna-Park für gewöhnlich nicht. Wer sie auslässt, wird meist bestraft – im Falle der Franken dauerte es gerade Mal zwei Minuten. Als Lukasz Piszczek im Laufduell mit Timo Gebhart ein Handauflegen des Nürnbergers dankend annahm und im Strafraum plötzlich zusammenbrach, zeigte Schiedsrichter Michael Weiner auf den Punkt – eine diskussionswürdige Entscheidung. Blaszczykowski war’s egal, er bezwang Raphael Schäfer mit einem Flachschuss ins rechte Eck (18.).

Den harmlosen Gästen blieb selbst nach diesem frühen Rückstand kaum Zeit zum Durchschnaufen. Nur drei Minuten später düpierte Mario Götze auf rechts den planlosen Javier Pinola und bediente erneut Blaszczykowski, der ungedeckt aus sechs Metern zum 2:0 einschießen durfte. Die Club-Profis konnten einem angesichts der drückenden Dortmunder Überlegenheit fast schon ein bisschen leid tun.

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0:3 hat der 1. FC Nürnberg bei Borussia Dortmund verloren. Eine Niederlage, die auch in der Höhe in Ordnung geht. Denn der Deutsche Meister war dem Club 90 Minuten lang überlegen und ließ die Franken kaum aus der eigenen Hälfte kommen. Auf die Verliererstraße brachte den FCN allerdings eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung.

Auch nach der Pause dominierte der BVB gegen nur noch auf Schadensbegrenzung spekulierende Nürnberger klar, versäumte es aber lange Zeit, das ungleiche Kräfteverhältnis durch Tore zu illustrieren. Lewandowski scheiterte aus kurzer Distanz an Schäfer (60.), dann strich ein Schlenzer von Marco Reus knapp vorbei (67.). Und auch Ilkay Gündogan fehlte gegen seinen Ex-Verein die Präzision (80.). Zwei Minuten vor Schluss setzte Lewandowski dann doch noch mit einem satten Direktschuss aus elf Metern das 3:0 drauf. Der einzige Trost nach einer ernüchternden Lehrstunde: Diesmal ist der Club noch nicht abgestiegen.

Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Hummels, Santana, Schmelzer – Kehl (76. Sahin), Gündogan (89. Leitner) – Blaszczykowski (76. Bender), Götze, Reus – Lewandowski

Nürnberg: Schäfer – Chandler, Nilsson, Klose, Pinola – Simons, Balitsch – Feulner (66. Mak), Kiyotake, Gebhart (78. Frantz) – Pekhart (78. Polter)

SR: Weiner (Ottenstein) / Tore: 1:0, 2:0 Blaszczykowski (18., Foulelfmeter, 21.), 3:0 Lewandoski (88.)

Zuschauer: 80100

Gelbe Karten: keine.

Chance genutzt: Dabanli erhält Vertrag bis Saisonende

Wie erwartet hat der Club Abwehrspieler Berkay Dabanli verpflichtet. Der 22-Jährige, der zuletzt für den türkischen Erstligisten Kayserispor auflief, unterschrieb einen bis Saisonende gültigen Vertrag mit Option auf zwei weitere Jahre. Im Probetraining habe Dabanli „seine Chance genutzt“, sagte Sportvorstand Martin Bader. Dabanli ist ablösefrei und kann als Innen- oder Rechtsverteidiger eingesetzt werden. Seine Premiere könnte der Deutsch-Türke morgen (14 Uhr) am Valznerweiher im Test gegen den Zweitligisten Jahn Regensburg geben. 

Von Stefan Jablonka und Uli Digmayer


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Kurzbeschreibung:
Titel, Tränen und Triumphe: Der 1. FC Nürnberg blickt auf eine bewegte, mittlerweile über 113-jährige Geschichte zurück. Seine größten Erfolge feierte der Club in den "goldenen" 20er Jahren, als alleine fünf der insgesamt neun Meisterschaften gelangen. Bis in die 60er Jahre gehörte der Verein zu den ganz großen Namen des deutschen Fußballs. Doch mit dem erstmaligen Abstieg aus dem Oberhaus 1969 begann ein jahrzehntelanges Tief. Abstiege und Skandale prägten den Verein, der sich in dieser Zeit den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft verdiente und 1996 gar in die drittklassige Regionalliga abstürzte. Erst im neuen Jahrtausend konsolidierte sich der Verein und knüpfte mit dem DFB-Pokalsieg 2007 an alte Zeiten an - sehr zur Freude der treuen und großen Anhängerschaft des FCN.

Deutscher Meister: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968

DFB-Pokalsieger: 1935, 1939, 1962, 2007

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Der Club-Kader in der Saison 2012/13

Galerie Kader 1. FC Nürnberg 2011/12

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