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Wieder luden die Nürnberger zu einer aufreibenden Achterbahnfahrt, die dieses Mal glimpflich zu Ende ging. Erneut vermasselte das Team von Trainer Derrick Taylor den Start und musste im ersten Viertel permanent einem Rückstand hinterherlaufen. Erst im zweiten Viertel übernahm auch mal der NBC die Führung.
„Der Start war suboptimal“, räumte Cornelius Adler lächelnd ein. Lächeln konnte er, weil der NBC in diesem so wichtigen Spiel für den weiteren Saisonverlauf mit Blick auf die Play-off-Plätze die Oberhand behielt. Und weil Adler allmählich den Weg zu seiner Form findet. In der vergangenen Spielzeit eine feste Größe, bei den Nürnberger Korbjägern fehlte ihm bisher ein wenig die Leichtigkeit. „Ich komme langsam besser rein“, befand der zweitbeste NBC-Schütze im Spiel gegen Karlsruhe.
Was nach den ersten zehn Minuten und sieben Punkten Rückstand nicht sonderlich rosig aussah, änderte sich im zweiten Viertel. Die NBC-Achterbahn nahm nun Fahrt auf und die erste Steigung. Deutlich stabiler in der Verteidigung, dazu konzentrierter und treffsicherer gelang den Nürnbergern ein Lauf von 13 Punkten in Folge. Fast fünf Minuten lang traf nur das Taylor-Team, während verdutzte Karlsruher eifrig Fahrkarten einsammelten. Weder Pro-A-Topscorer Martin Samarco noch der einstige deutsche Nationalspieler Rouven Roessler oder gar Michael Stockton, der Sohn der NBA-Legende John Stockton, einem der besten Basketballer aller Zeiten, auf Seiten der Gäste brachten Nürnberg in Bedrängnis.
So schnell die Franken plötzlich im Spiel waren, so schnell gönnten sie sich auch wieder eine kleine Ruhephase. Karlsruhe nutzte dies aber nur noch bedingt aus, holte sich allerdings die Führung zurück. „Wir wollen manchmal unser Talent vor den Kampf setzen“, versuchte sich Taylor in einer Erklärung für das wiederholte Auf und Ab innerhalb der 40 Spielminuten. Ein keineswegs unbekanntes Phänomen für die NBC-Fans. „Manchmal sind wir übermotiviert und machen leichte Fehler“, hat Taylor erkannt.
Nürnbergs Coach konnte durchatmen, nachdem seine Mannschaft ihn wieder einiger Nerven beraubt hatte. Mit einem Auftritt, der so vielen in der laufenden Saison glich. Wellentäler innerhalb der zu spielenden 40 Minuten gehören beim NBC fest zum Standardprogramm. Immer notwendiger wird nun aber eine gerade Linie, um über dem Strich zu landen. Jenem, der Gut, sprich die Endrunde, von Böse, sprich dem Saisonaus, trennt. Platz acht muss erreicht werden, um auf der Seite der „Guten“ zu stehen. Genau diesen achten Rang nehmen die Franken aktuell ein. Doch mindestens drei Konkurrenten – die Saar-Pfalz Braves, Cuxhaven und Ehingen – lauern dicht im Nacken.
Deswegen richtete Taylor sein Augenmerk schon auf den nächsten Samstag, an dem die Nürnberger bei ScienceCity Jena gastieren. „Wir wollen den ersten Sieg im Jahr 2012 als Sprungbrett nutzen. Wir werden mit der richtigen Einstellung dort hinfahren“, so der Coach.
Ein vergangenes Spiel beschäftigt die Nürnberger aber immer noch. Ein Urteil zu ihrem Protest gegen die Niederlage gegen Düsseldorf (wir berichteten) steht noch aus. Auch da war sie unterwegs gewesen, die Nürnberger Basketball-Achterbahn.
NBC: Harris 22, Adler 17, Okoye 12, Abercrombie 11, DeMichael 8, Chavis, Reile je 4, Barth, Ides je 2.
Spielverlauf: 0:2, 6:6, 8:12, 10:18, 16:21, 18:25 – 22:25, 26:25, 31:25, 31:32, 33:37, 38:41 – 40:41, 46:45, 49:49, 54:51, 60:51, 60:55 – 64:55, 66:63, 73:68, 78:71, 78:76, 81:77, 82:80.
Fr. 27.04.12
Fr. 20.04.12
Do. 12.04.12
Mo. 02.04.12