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Normalerweise dauert ein Basketball-Spiel in der Pro A viermal zehn Minuten. Steht es danach unentschieden, wird um jeweils fünf Minuten verlängert, bis ein Sieger gefunden ist. Nicht ganz so optimal verläuft eine Begegnung, wenn am Schluss viele der 1231 Zuschauer nach Hause gehen ohne so genau zu wissen, wie das Gesehene wirklich ausgegangen war. So geschehen beim 100:103 (88:88, 45:46) zwischen dem Nürnberger BC und den Gloria Giants Düsseldorf.
Was war passiert? Über 40 Minuten hatten sich beide Teams ein spannendes Duell geliefert. Mit einem Akteur, der sich deutlich von den anderen abhob: Düsseldorfs Aufbauspieler Aubrey Reese warf insgesamt beeindruckende 43 Punkte. Halten konnten die Nürnberger den US-Amerikaner mit den Dreadlocks im Nacken nie. Kam der zweitbeste Punktesammler der Pro A nicht zum Abschluss, reichte es für Reese, bei fast jeder Aktion eifrig mit seinem blauen Mundschutz zwischen den Zähnen jonglierend, meistens noch zu einem Pass. Traumhaft seine Dreierquote mit 100 Prozent im Korb.
Reese war nicht zu stoppen
Nürnbergs Problem bestand in erster Linie nicht darin, gegen Reese adäquat zu verteidigen, sondern die übrigen Düsseldorfer so abzuschirmen, dass sie nicht in aussichtsreicher Position zum Wurf kommen konnten. Was mal mehr, mal deutlich weniger gut klappte. „Reese war immer in unserer Zone, aber entscheidend waren nicht seine 43 Punkte“, konstatierte NBC-Coach Derrick Taylor.
Ihm fehlte sein bester Defensivspieler Juan Reile, der angeschlagen nicht eingreifen konnte. Ein herber Verlust für die Franken, obwohl sein Ersatz Cornelius Adler eine gute Leistung bot. Taylor hatte mit dem sehr talentierten 21-Jährigen in der spielfreien Zeit Gespräche geführt, um ihm zu sagen, dass „er Basketball genießen soll“. Adler, der als Student viel um die Ohren hat und mit der Mehrfachbelastung klarkommen muss, erinnerte sich an diese Worte und unterstrich seine Qualität.
Nach 40 Minuten und einem ausgeglichenen Spielstand von 88:88 steuerte der unterhaltsame Basketball-Abend dann unaufhaltsam in Richtung Konfusion. Was nicht an den Spielern, sondern an den Offiziellen lag. Nürnberg war mit 98:91 auf dem Weg Richtung Sieg, verbaute sich diesen jedoch durch leichte Fehler. „Wir hätten den Ball laufen lassen und cooler spielen müssen“, monierte Taylor. Sie taten es nicht, Düsseldorf schaffte den Ausgleich zum 99:99, lag 5,5 Sekunden vor dem Ende 101:100 vorn.
Nun begann das Rätselraten. Freiwürfe für Reese. Aber wie viele? Eine zurückgenommene Schiedsrichterentscheidung. 100:102? 100:103? 100:104? Was stimmte nun eigentlich? Eine Antwort darauf fand lange keiner. Als Endergebnis wies die Anzeigetafel 100:104 aus. Ein Resultat, das schließlich offiziell von den Unparteiischen auf 100:103 korrigiert wurde.
Eine alles andere als unwesentliche Entscheidung, hätten die Nürnberger doch bei drei Punkten Rückstand und noch 5,5 Sekunden Spielzeit noch eine reelle Chance auf den Ausgleich und weitere fünf Minuten Verlängerung besessen und ihre letzte Aktion im Spiel anders geplant. Der NBC protestierte vehement, hatte aber damit keinen Erfolg. Zumindest nicht unmittelbar. „Das kann nicht sein, das ist Profi-Basketball, das ist nicht in Ordnung“, verschaffte sich Taylor Luft. Nürnberg legte wegen der undurchsichtigen Lage unverzüglich Widerspruch ein. Welche Chancen dieser nun haben wird, bleibt abzuwarten.
NBC: Harris 27, Chavis 23, Adler 19, DeMichael 16, Abercrombie 12, Okoye 3.
Spielverlauf: 0:2, 6:6, 12:9, 18:17, 18:19, 21:20 - 27:28, 29:33, 34:40, 41:44 45:46 - 51:47, 55:53, 55:55, 62:61 - 64:69, 72:71, 74:76, 76:79, 80:81, 83:84, 85:86, 88:88 - 91:91, 98:91, 99:94, 99:99, 100:99, 100:101, 100:103.
Fr. 27.04.12
Fr. 20.04.12
Do. 12.04.12
Mo. 02.04.12
Do. 24.05.12
Mi. 23.05.12
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12