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Ein Sammelsurium an Fehlern beim Gladbach-Spiel

Referee Rafati war nicht das einzige Ärgernis - 16.01. 18:36 Uhr

NÜRNBERG  - Halbjährlich ermitteln die Bundesligaspieler den schlechtesten Schiedsrichter. Bei der jüngsten Veröffentlichung durch das Fachmagazin „kicker“ vereinigte Wolfgang Stark ein Viertel aller Stimmen auf sich. Erst mit kleinem Abstand folgte „Seriensieger“ Babak Rafati, der eigentlich dort erwartet werden konnte. Nach einem Sammelsurium an Fehlentscheidungen hat sich der 40-jährige Bankkaufmann für die künftige Spitzenposition aber wieder aussichtsreich ins Rennen gebracht. Eine sicher zweifelhafte Absicht. „Das Ergebnis der Umfrage sagt doch alles“, raunzte Keeper Raphael Schäfer, der sich deprimiert darüber zeigte, dass „der Schiedsrichter das Spiel entscheidet“.


Nach einem Sammelsurium an Fehlentscheidungen beim Club-Heimspiel gegen Gladbach, hat sich der 40-jährige Bankkaufmann und Schiedsrichter Babak Rafati für die künftige Spitzenposition als schlechtester Schiedsrichter ins Rennen gebracht.
Nach einem Sammelsurium an Fehlentscheidungen beim Club-Heimspiel gegen Gladbach, hat sich der 40-jährige Bankkaufmann und Schiedsrichter Babak Rafati für die künftige Spitzenposition als schlechtester Schiedsrichter ins Rennen gebracht.
Foto: Wolfgang Zink
Nach einem Sammelsurium an Fehlentscheidungen beim Club-Heimspiel gegen Gladbach, hat sich der 40-jährige Bankkaufmann und Schiedsrichter Babak Rafati für die künftige Spitzenposition als schlechtester Schiedsrichter ins Rennen gebracht.
Nach einem Sammelsurium an Fehlentscheidungen beim Club-Heimspiel gegen Gladbach, hat sich der 40-jährige Bankkaufmann und Schiedsrichter Babak Rafati für die künftige Spitzenposition als schlechtester Schiedsrichter ins Rennen gebracht.
Foto: Wolfgang Zink

„Ich weiß nicht mehr, wen ich gewählt habe. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass da Zettel in der Kabine lagen“, sagte Philipp Wollscheid. Der schlaksige Innenverteidiger hätte am späten Samstagnachmittag sicher am liebsten stapelweise Stimmzettel mit dem Namen des Fifa-Schiedsrichters ausgefüllt. Einmal war Wollscheid im Strafraum glasklar zu Boden gerissen worden, ein anderes Mal wurde er zu Fall gebracht. Rafati sah jedoch keinen Grund, seine Pfeife zu bemühen. „Es ist schon grenzwertig, da weiterlaufen zu lassen. Es war absolut ein elfmeterwürdiges Foul. Wer die Bilder im Fernsehen gesehen hat, wird sich seine Meinung bilden“, meinte Wollscheid.

Einen TV-Beweis benötigte Markus Mendler sicher nicht mehr. Der junge FCN-Angreifer war in die größte Fehldeutung des ereignisreichen Tages involviert, als der Unparteiische ihn nach einem Zusammenstoß mit dem Mönchengladbacher Keeper Christofer Heimeroth grundlos zurückpfiff. Statt den regelkonformen und noch dazu ersten Bundesligatreffer von Mendler anzuerkennen, bewahrte Rafati mit seinem Fehlpfiff lediglich Heimeroth vor den Folgen eines bösen Lapsus’. „Er (Rafati, Anm. d. Red.) hat mir gesagt, dass der Torwart den Ball in den Händen gehabt hat. Aber diese Meinung hat er exklusiv“ sagte Dieter Hecking, der nach dem Spiel jede Menge Redebedarf hatte.


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Nicht nur dem Club-Trainer musste Rafati seine eigenwilligen Interpretationen erläutern. In der Kabine wartete Schiedsrichterbeobachter Aron Schmidhuber, um die umstrittenen – aber eigentlich eindeutigen Szenen – mit Rafati noch einmal einzeln durchzugehen. Knapp eineinhalb Stunden dauerte die visuelle Aufarbeitung. Erst dann verließ Rafati das Stadion. Den wartenden Journalisten wollte er seine überholte Sichtweise nicht erklären. Die Redseligkeit, die ihn auf dem Fußballplatz befällt, ging ihm nun ab. „Ich möchte heute nichts sagen. Ich bitte um Verständnis“, sagte Rafati höflich und hinterließ einen geknickten Eindruck.

Ebenso erstaunlich wie Rafatis Spielleitung waren die sachlichen wie selbstkritischen Einschätzungen der be(nach)teiligten Spieler. „Klar ärgert es mich“, sagte Mendler: „Aber er hat nun mal so entschieden. Weiter geht’s. Außerdem dürfen wir die Niederlage nicht auf den Schiedsrichter schieben.“

Javier Pinolas verpatzter Versuch vom Elfmeterpunkt aus war einfach nur zum Haareraufen.
Javier Pinolas verpatzter Versuch vom Elfmeterpunkt aus war einfach nur zum Haareraufen.
Foto: Wolfgang Zink
Javier Pinolas verpatzter Versuch vom Elfmeterpunkt aus war einfach nur zum Haareraufen.
Javier Pinolas verpatzter Versuch vom Elfmeterpunkt aus war einfach nur zum Haareraufen.
Foto: Wolfgang Zink

Mit Javier Pinola gab es schließlich einen weiteren Protagonisten, der mit einem persönlichen Fehler seinen Anteil daran hatte: „Ich hatte meine Nerven nicht im Griff“, erklärte der Argentinier nach seinem verschossenen Elfmeter und hoffte insgeheim auf Nachsicht, die er sinnigerweise für Rafati übrig hatte: „Der Schiedsrichter ist auch ein Mensch, der Fehler machen darf“, sagte der sonst gerne giftige Gaucho und nahm seinen Leidensgenossen in Schutz.

Das Elfmeterschießen will Pinola in Zukunft „eben noch mehr üben. Aber vielleicht schießt das nächste Mal auch ein anderer.“ Nach seinem insgesamt dritten Fehlversuch sicher nicht die verkehrteste Variante. Sonst könnte bald auch Pinola bei der inoffiziellen Wahl des schlechtesten Elfmeterschützen auf dem Podium einen Platz sicher haben. 



Stefan Jablonka

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