|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Der Tisch ist abgedeckt. Ein Tuch und einmal drüberwischen bitte. Das große Menü kommt ja erst noch. Einen wohlbekömmlichen Aperitif servierten Nürnbergs Eishockeyspieler ihren Fans in der Vorbereitung. Einen wunderbar mundenden Hauptgang garantiert das allerdings noch lange nicht. Die neu formierten Ice Tigers mögen zarte Hoffnungen geweckt haben, wenn heute Abend das erste Bully gespielt wird, könnte sich diese Zuversicht in der rauen DEL-Luft jedoch genauso rasch verflüchtigen.
Einen leichten Start haben die Planer den Nürnbergern jedenfalls nicht beschert. Gegner ERC Ingolstadt schraubte nicht nur seinen Etat um eine halbe Million auf 6,5 Millionen Euro nach oben, er wird ganz offen als Meisterschaftsfavorit gehandelt. Die Ambitionen waren in Oberbayern schon immer größer als die Resultate, diese Diskrepanz aufzulösen schickt sich ein edel besetzter Kader an. Die Ice Tigers dürften sich deshalb ein bisschen wie ein Fahranfänger anfühlen, der sich sofort auf eine belebte Autobahn begibt. "Es ist ein Derby. Ingolstadt hat eine sehr starke Mannschaft, aber wir wollen dort etwas mitnehmen", verweigert sich Trainer Andreas Brockmann der Rolle des schüchternen Außenseiters. Den größeren Druck spüren nach allenfalls durchwachsener Vorbereitung zweifellos die Ingolstädter, die vor allem ihre Abwehr hochkarätigst aufgerüstet haben.
Neben dem zuverlässigen Stephan Retzer holten sie mit Christian Chartier (Augsburg) und Marvin Degon (Berlin) zwei Offensivverteidiger der DEL-Oberklasse neu dazu. Der mit über 200 Toren sehr potente Angriff der Vorsaison erfuhr nur marginale Veränderungen. Nationalspieler Christoph Gawlik (Frankfurt) und Routinier Colin Forbes (Mannheim) bürgen für gehobene Qualität. Der dritte Neue und langjährige Nürnberger Petr Fical deutete in der Vorbereitung fast schon verschütt geglaubte Scoringqualitäten an.
"Wir werden uns nicht verstecken", bedient sich Brockmann eines sportlichen Standardsatzes. Tatsächlich darf man davon ausgehen, dass die Ice Tigers diesen Satz zu unterfüttern wissen. Die den limitierten spielerischen Möglichkeiten geschuldete abwartende Spielweise der Vorsaison kann ob des größeren Talents der neuen Mannschaft einem aktiveren, aggressiveren Stil den Vortritt lassen. "Wir werden deshalb die Defensive nicht vernachlässigen", versichert Brockmann, den pünktlich zum Start keine personellen Probleme mehr plagen. Torjäger Brad Leeb ist nach überstandener Nackenverletzung wieder einsatzbereit, und auch der an Rückenproblemen laborierende Schwede Fredrik Eriksson kündigte an, gegen Ingolstadt "zu 100 Prozent fit zu sein".
Das hat es schon lange nicht mehr gegeben, dass sich ein Nürnberger Eishockey-Trainer vor dem Start so entspannt den Gedankenspielen zur Bestimmung eines Kapitäns hingeben durfte. Wie erwartet wird Nürnbergs dienstältester Spieler, Mittelstürmer Greg Leeb, dieses Amt bekleiden. Der 33-Jährige ist kein Lautsprecher, aber ein Muster an Zuverlässigkeit. Das passt irgendwie sehr gut zu den neuen Ice Tigers.
Die Saison hat noch nicht einmal angefangen, da gibt es schon die ersten Spielplanänderungen bei den Ice Tigers. Das für den 23. November vorgesehene Heimspiel gegen die Grizzly Adams Wolfsburg findet am Freitag, 3. Dezember (19.30 Uhr), statt. Das ursprünglich für diesen Tag terminierte Heimspiel gegen den ERC Ingolstadt wird auf Sonntag, 12. Dezember (18.30 Uhr), verschoben.