|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
40 Minuten hatte Max Morlock anno 1963 gebraucht, um den 1.FC Nürnberg bei seiner Bundesliga-Premiere gegen Hertha BSC in Führung zu schießen. 999 Spiele später schrieb man die 43.Minute, als Esswein zumindest ein bisschen auf Morlocks Spuren wandelte und in der statistisch so spektakulären Neuauflage des Duells mit den Hauptstädtern den Weg für ein gelungenes Jubiläum ebnete. „Es war ein wichtiges Spiel für den Verein“, wusste Esswein und freute sich, „dass ich was dazu beitragen konnte“.
Während sich die Morlocks, Reischs und Strehls im Olympiastadion am Ende mit einem 1:1 begnügen mussten, erkämpften sich ihre Epigonen drei wichtige Punkte. Das erlösende 2:0 sorgte nicht nur beim Schützen für große Gefühle. Nachdem Dominic Maroh Adam Hlouseks raffiniert vor das Tor gezirkelten Freistoß über die Linie gedrückt hatte, drehte der Innenverteidiger jubelnd gen Nordkurve ab und zeigte demonstrativ auf das Club-Logo seines Trikots.
„Ich bin eben ein emotionaler Typ“, erklärte Maroh das spontane Bekenntnis zu jenem Verein, der ihm in den vergangenen vier Jahren nicht immer nur Freude bereitet hatte. „Natürlich lebt es sich als Fußballer schöner, wenn man spielt und gewinnt“, sagte Maroh, scheint dem Frieden aber noch nicht so recht zu trauen: „Gerade ich weiß, dass es schnell wieder anders gehen kann.“
Die frustrierenden Monate, als der Grätschkünstler von Trainer Dieter Hecking ins zweite (oder dritte) Glied verbannt worden war, sind keineswegs vergessen, auch wenn sich Maroh inzwischen wieder als verlässliche Stammkraft etabliert hat. Seit seiner „Reaktivierung“ überzeugt der 24-jährige Schwabe mit gutem Stellungsspiel, sauberem Tackling und unaufgeregter Zweikampfführung – Qualitäten, die gelegentliche Defizite bei Luftduellen und im Aufbauspiel tolerierbar machen. Das zweite Bundesliga-Tor war am Samstag das Sahnehäubchen auf eine tadellose Defensivleistung. „Schon gefreut“ habe ihn dieser Treffer, betonte Maroh schmunzelnd, „kommt ja nicht so oft vor, dass ich ein Tor schieße.“
Mit seinem Jubellauf in die Kurve wollte er den Anhängern, die ihre Mannschaft im ersten Spiel nach der Derbypleite recht reserviert empfangen hatten, aber auch signalisieren, „dass wir verstanden haben, dass das Pokalspiel nicht in Ordnung war“. Der Sieg gegen Berlin sei ein „erster Schritt in die richtige Richtung“ gewesen, bilanzierte Maroh, „die Fans wollten heute sehen, dass wir kratzen, beißen, spucken können.“ Ihm ist aber auch bewusst, dass die Niederlage gegen Fürth „noch nicht verziehen ist“.
Marohs persönliche Zukunft am Valznerweiher scheint nach wie vor offen. Noch vor wenigen Wochen galt ein Abschied im Sommer als beschlossene Sache, nun könnte es doch zur Verlängerung des auslaufenden Vertrags kommen. „Mir ist der Verein ans Herz gewachsen“, hat Maroh kürzlich betont. Und bessere Eigenwerbung als im Jubiläumskick kann man eigentlich kaum betreiben.

Do. 24.05.12
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12