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Hecking hatte sein Team im Vergleich zum 3:3-Remis gegen den FSV Mainz 05 auf drei Positionen umgebaut. Den verletzten Javier Pinola vertrat der erst 19-jährige Marvin Plattenhardt auf der linken Abwehrseite und gab dabei keine gute Figur ab.
Für Almog Cohen rutschte Jens Hegeler nach einer Denkpause wieder ins Mittelfeld. Hecking entschied sich also für eine etwas offensivere Variante gegen die nicht gerade sattelfesten Wolfsburger. Auf der linken Außenbahn machte der ehemalige Wolfsburger Esswein das Rennen im Dreikampf mit Christian Eigler und Albert Bunjaku, der zuletzt gegen Mainz den Vorzug erhalten hatte, diesmal aber gar nicht im Kader stand.
Der Club tat sich von Beginn an schwer und fand nicht in die Partie. Der Ball rotierte höchsten zwei, drei Stationen durch die eigenen Reihen, ehe die aggressiveren Wolfsburger ihn wieder erobert hatten. Doch auch die Gastgeber hatten so ihre Probleme mit einem konstruktiven Spielaufbau.
Der VfL beließ es dabei, den Ball einfach weit nach vorne zu schlagen. In der 19. Minute leitet dann Timm Klose mit einem Stellungsfehler die erste ernstzunehmende Chance der „Wölfe“ ein. Doch Timothy Chandler klärte in letzter Sekunden vor dem einschussbereiten Mario Mandzukic.
Wenig später war es nach einer schönen Kombination der Gastgeber Club-Keeper Alexander Stephan zu verdanken, dass Nürnberg nicht zurücklag: Den Schuss von Srdjan Lakic klärte er mit einem glänzenden Reflex. Nur 120 Sekunden später war aber auch er machtlos.
Der überforderte Plattenhardt verlor an der Mittellinie und Kopfballduell und konnte so den Angriff der Wolfsburger nicht verhindern. Die perfekte Flanke von Ashkan Dejagah nutzte Mario Mandzukic per Kopf zum 1:0, während Philipp Wollscheid einen Schritt zu spät kam.
Der Rückstand schien den Club zumindest ein wenig aus seiner Lethargie zu befreien. Zwei gute Chancen, die quasi aus dem Nichts entsprangen, blieben in der 30. Minute aber ungenutzt. Einen Kopfball von Tomas Pekhart nach einer Ecke von Markus Feulner entschärfte Wolfsburgs Keeper Diego Benaglio gerade noch, bei einem Flachschuss von Esswein stand ihm der Pfosten beiseite.
Nach der Pause präsentierten sich die Club-Spieler wesentlich aggressiver und mutiger in den Zweikämpfen. Nachdem erneut Stephan mit einer starken Fußabwehr gegen den eingewechselten Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger geklärt hatte (55.), sorgte der ebenfalls eingewechselte Eigler für den durchaus verdienten Ausgleich, nachdem er von Timmy Simons mit einem Pass in die Tiefe schön freigespielt worden war.
Der gebürtige Unterreichenbacher schob den Ball abgeklärt aus etwa zehn Metern ins lange Eck (70.). Allerdings verletzte er sich bei dieser Szene erneut am ohnehin schon lädierten linken Knöchel und musste ausgewechselt werden.
Auf Seiten der Nürnberger wuchs nun Minute um Minute das Selbstvertrauen und es schien, als wären sie dem Sieg ganz nah. Erst recht als Esswein in der 74. Minute von der Mittellinie aus alleine auf Benaglio zulief.
Doch der pfeilschnelle Mittelfeldspieler entschied sich für einen Schuss, statt den VfL-Keeper zu umkurven und scheiterte kläglich. Keine Zeigerumdrehung verging, ehe bei ihm erneut die Nerven versagten. Bjarne Thoelke trat im Fünfmeterraum über den Ball, doch Esswein brachte das Leder nicht um gut reagierenden Benaglio vorbei ins Tor.
Die Strafe für solche groben Fahrlässigkeiten folgen prompt: Mike Frantz holte ungestüm Dejagah im Strafraum von den Beinen und Mandzukic besiegelte mit dem verwandelten Strafstoß den glücklichen 2:1-Sieg der keineswegs überzeugenden Magath-Elf.

Do. 24.05.12
Do. 24.05.12
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12