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FCN: Es "polterte" in der Nachspielzeit

Club erkämpfte in letzter Minute ein 2:2 gegen Hannover 96 - 17.02.2013 21:35 Uhr

NÜRNBERG  - Ein Spiel dauert nun mal mindestens 90 Minuten, meistens etwas länger – und das war am Sonntag auch gut so aus Sicht des 1. FC Nürnberg. Die erste Bundesliga-Heimpleite der Franken seit dem 29. September 2012 (0:2 gegen den VfB Stuttgart) schien bereits besiegelt und Hannovers dritter Auswärtserfolg perfekt zu sein. Doch dann "polterte" es noch einmal mächtig in der Arena am Dutzendteich, die seit ein paar Tagen Grundig Stadion heißt.

Er kam, sah und traf zum 2:2: Club-Joker Sebastian Polter freute sich riesig über sein Ausgleichstor.
Er kam, sah und traf zum 2:2: Club-Joker Sebastian Polter freute sich riesig über sein Ausgleichstor.
Foto: dpa
Er kam, sah und traf zum 2:2: Club-Joker Sebastian Polter freute sich riesig über sein Ausgleichstor.
Er kam, sah und traf zum 2:2: Club-Joker Sebastian Polter freute sich riesig über sein Ausgleichstor.
Foto: dpa

Aus nächster Nähe drückte der kurz zuvor eingewechselte Sebastian Polter den Ball in der Nachspielzeit zum erlösenden 2:2 über die Linie.

Damit kam der Club doch noch mit einem blauen Auge davon, nachdem es zunächst sehr gut ausgesehen hatte, später aber partout nichts mehr gelingen wollte. Immerhin bewies der fränkische Altmeister einmal mehr eine gute Moral – und das Trainergespann Michael Wiesinger/Armin Reutershahn ein glückliches Händchen bei der Hereinnahme des „Jokers“ Polter, der sein viertes Saisontor bejubeln konnte. Allerdings war zwischenzeitlich der Faden gerissen beim 1. FCN, phasenweise fehlte der Plan, um die keineswegs überragenden, von der Moskau-Reise in der Europa League geschlauchten Gäste aufs Kreuz zu legen. Vielmehr brachte der Club die Niedersachsen mit haarsträubenden Fehlern zurück ins Spiel.

Club-Elf hatte elanvoll losgelegt


Dabei hatte Wiesingers Truppe elanvoll losgelegt. Eine halbe Stunde lang wirkte sie frischer und kombinationssicherer. In dieser Phase konnte man erahnen, warum Hannover in den vorangegangenen 22 Saisonspielen schon 39 Gegentore hatte hinnehmen müssen und mit bis dato sechs mageren Punkten die zweitschlechteste Auswärtsbilanz nach Hoffenheim (vier) vorzuweisen hatte. Mit mehr Durchschlagskraft und Kaltschnäuzigkeit hätte der 1. FCN da die Weichen auf Sieg stellen können. Die beste Gelegenheit zur Führung vergab in der 19. Minute der anfangs überaus spielfreudige Hiroshi Kiyotake. Maßgerecht hatte ihm Timmy Simons den Ball aus der Tiefe in den Lauf gelegt, gekonnt ließ der Japaner 96-Verteidiger Joahn Djourou aussteigen, doch dann schlenzte er den Ball mit dem linken Fuß rechts am Tor vorbei.

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In der ersten Halbzeit trat der Club selbstbewusst auf und ließ Hannover durch sein Stellungsspiel wenig Chancen. Doch ein Alleingang von Huszti sorgte für die Führung der Gäste. Danach stand das Spiel auf der Kippe und der Club wackelte - bis Polter kam.

Die Euro-Fighter aus Hannover, die am Sonntag bereits ihr 36. Pflichtspiel in dieser Saison bestritten, bekamen nach und nach mehr Zugriff und tauchten mehrfach gefährlich vor dem Nürnberger Tor auf. Zweimal konnte Keeper Raphael Schäfer in höchster Not gegen Muhammed Abdellaoue (30.) und Djourou (38.) klären, ehe er in der 41. Minute erstmals hinter sich greifen musste. Szabolcs Huszti setzte zum Solo an, ließ Club-Innenverteidiger Timm Klose an der Strafraumgrenze wie eine Slalomstange stehen und vollstreckte schließlich halbhoch aus zehn Metern.

Nur sieben Minuten nach dem Seitenwechsel machte Klose seinen Fehler wieder wett. Nach einem maßgerecht servierten Freistoß von der linken Seite war der Schweizer Abwehrrecke, auf den in dieser Saison bislang meist Verlass war, mit dem Kopf zur Stelle. Unhaltbar für Nationaltorwart Ron-Robert Zieler trudelte der Ball platziert neben dem rechten Torpfosten über die Linie. Endlich mal wieder ein Treffer nach einer Standard-Situation – in der starken Phase zu Saisonbeginn hatte der 1.FCN mehrfach aus ruhenden Bällen Kapital geschlagen. Und fast wäre Tomas Pekhart nach Kiyotakes nächstem Freistoß dasselbe Kunststück gelungen, doch diesmal war Zieler auf dem Posten (59.).

Kaum hatte sich der Club wieder herangekämpft, verlor er auch schon wieder seine Linie. Mit leichtfertigen Ballverlusten, Stockfehlern und mäßigem Stellungsspiel luden die Nürnberger die routinierten Gäste zu Kontern ein. Gerade hatte Hannovers Trainer Mirko Slomka nach einem Disput mit Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer auf der Tribüne Platz genommen, da schlug seine Verärgerung in Jubel um. Spielend leicht knackte sein Team die Club-Hintermannschaft, indem sich Abdellaoue nach einem Fehler von Kiyotake den Ball schnappte und unbedrängt von links den mitgelaufenen Didier Ya Konan bediente. Der Ivorer hatte keine Mühe, den Ball aus nächster Nähe über die Linie zu drücken; Javier Pinola trabte überfordert hinterher. Hätte Schäfer fünf Minuten später nicht glänzend gegen Mame Diouf geklärt, wäre die Partie wohl entschieden gewesen.

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Bevor Sebastian Polter in der Nachspielzeit gegen Hannover 96 den 2:2-Ausgleichstreffer markierte, gab es unterschiedliche Phasen in der Partie. Eine gute in der ersten Hälfte, dann den Einbruch nach dem 2:1 der Gäste. Entsprechend unterschiedlich fallen die Arbeitszeugnisse der Club-Profis aus.

Wiesingers Mut zum Risiko – er hatte in der 63. Minute mit Neuzugang Mu Kanazaki (für Mike Frantz) und in der Schlussphase mit Robert Mak (für Markus Feulner) und Polter (für Pekhart) drei Offensivkräfte eingewechselt – wurde schließlich in der zweiten Minute der Nachspielzeit belohnt, als Polter nach Timothy Chandlers Rechtsflanke zur Stelle war. Der eine Punkt ließ die Distanz zum Relegationsplatz auf zehn Zähler anwachsen. In den Abstiegsstrudel sollte der 1.FCN nun wirklich nicht mehr geraten.

Video zum Thema
17.02.13: Die Clubfans mussten im Heimspiel gegen Hannover lange zittern, bis Polter in der Nachspielzeit das erlösende Tor zum 2:2 erzielte. Doch viele Fans waren nach dem Spiel unzufrieden. Tobias Klink und Sebastian Küster für nordbayern.de



Nürnberg: Schäfer – Chandler, Nilsson, Klose, Pinola – Simons – Kiyotake, Feulner (81. Mak), Balitsch, Frantz (63. Kanazaki) – Pekhart (82. Polter)

Hannover: Zieler – Sakai, Djourou, Schulz, Pander (66. Rausch) – Hoffmann, da Silva Pinto – Ya Konan (75. Schmiedebach), Huszti – Abdellaoue, Diouf (85. Sobiech)

SR: Kinhöfer (Herne)

Tore: 0:1 Huszti (41.), 1:1 Klose (53.), 1:2 Ya Konan (68.), 2:2 Polter (90.+2)

Zuschauer: 36.101

Gelbe Karten: Polter (3) – Sakai (2), Rausch (2). 

von Stefan Jablonka und Harald Büttner


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15.05.2013 21:08 Uhr

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Titel, Tränen und Triumphe: Der 1. FC Nürnberg blickt auf eine bewegte, mittlerweile über 112-jährige Geschichte zurück. Seine größten Erfolge feierte der Club in den "goldenen" 20er Jahren, als alleine fünf der insgesamt neun Meisterschaften gelangen. Bis in die 60er Jahre gehörte der Verein zu den ganz großen Namen des deutschen Fußballs. Doch mit dem erstmaligen Abstieg aus dem Oberhaus 1969 begann ein jahrzehntelanges Tief. Abstiege und Skandale prägten den Verein, der sich in dieser Zeit den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft verdiente und 1996 gar in die drittklassige Regionalliga abstürzte. Erst im neuen Jahrtausend konsolidierte sich der Verein und knüpfte mit dem DFB-Pokalsieg 2007 an alte Zeiten an - sehr zur Freude der treuen und großen Anhängerschaft des FCN.

Deutscher Meister: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968

DFB-Pokalsieger: 1935, 1939, 1962, 2007

Ein extra Themenarchiv mit "historischen" Berichten rund um den 1. FCN finden Sie unter dem Stichwort "Club-Geschichte(n)".

Der Club-Kader in der Saison 2012/13

Galerie Kader 1. FC Nürnberg 2011/12

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