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Zwei Jahre trug der gebürtige Schwabe von 2008 bis 2010 das „Kleeblatt“-Trikot in der zweiten Bundesliga, ehe er gesundheitsbedingt seine Karriere beenden musste und zu den Bayern weiterzog, wo er das Frauen-Bundesligateam als Trainer übernahm.
„Fürth war sicher eine gute Station, für mich aber eher enttäuschend, weil es mehr oder weniger gleichbedeutend war mit meinem Karriereende“, blickt der 29-Jährige zurück, der am 11. Februar seinen 30. Geburtstag feiert: „Aufgrund meiner chronischen Erschöpfung konnte ich einfach bei weitem nicht mehr das Pensum gehen und war körperlich eigentlich fast erledigt.“ Es dauerte lange, bis der einstige Mittelfeldspieler die genaue Diagnose erfuhr. „Ich hatte mal das Pfeiffersche Drüsenfieber, das dann immer wieder im Körper aktiv war. Dadurch war mein Immunsystem erledigt, und schließlich wurde diagnostiziert, dass ich eine chronische Erschöpfung habe.“
Zwar kann Wörle als Trainer arbeiten, allerdings mit gewissen Einschränkungen: „Ich muss auf meinen Lebenswandel achten. Ich trinke keinen Alkohol, ich muss auf meinen Schlaf achten. Wenn ich körperlich viel machen würde – ich gehe maximal noch ein bisschen laufen –, kriege ich die Quittung und bin die nächsten ein, zwei, drei Tage richtig platt“, schildert er sein Befinden.
Drei Jahre hatte Wörle vor seinem Fürther Engagement bei Kickers Offenbach gespielt. Mit den Hessen stieg er 2005 in die zweite Bundesliga auf, nachdem er zuvor in der Jugend von VfB Stuttgart und FC Augsburg sowie den Amateuren des TSV 1860 München aktiv gewesen war.
Dass Wörle heute als Trainer in der Frauen-Bundesliga arbeitet, war ihm zwar nicht in die Wiege gelegt, steckte aber irgendwo doch in seinen Genen. Zum einen spielt seine ältere Schwester Tanja (31), eine frühere Nationalspielerin, bei den Bayern, zum anderen trat er beim führenden Frauenteam im Freistaat die Nachfolge seines Vaters Günther an, der die FCB-Frauen zuvor zwei Jahre gecoacht hatte. „Ich war über Jahre hinweg durch meine Schwester eigentlich immer im Frauenfußball involviert und kannte mich auch relativ ordentlich aus“, erzählt Wörle.
Mehrfach absolvierte der Junior Praktika beim Vater und vertrat diesen auch einmal, als der länger krank ausfiel. „So konnten mich der Verein und die Frauenabteilung kennenlernen, man konnte sich ein Stück weit beschnuppern“, erinnert sich der Ex-Profi. Als sein Vater dann sein Amt aufgab, „kam Bayern auf mich zu“. Inzwischen habe er alle Trainerscheine und verfüge auch über die A-Lizenz, die ausreicht, in der Frauen-Bundesliga zu trainieren.
„Als es für mich im Leistungssport nicht mehr weiterging, weil ich das mit meinem Körper nicht stemmen konnte, hat sich für mich im Frauenfußball eine super Perspektive aufgetan, wo ich auch unter relativ guten, professionellen Bedingungen arbeiten kann“, hat Wörle seine Entscheidung bislang nicht bereut. Auch wenn er und sein Team mit der Nürnbergerin Julia Simic in der laufenden Saison unter einer fast seuchenhaften Verletzungsserie leiden. So werden sie die zu Saisonbeginn gesetzten Ziele wohl nicht mehr ganz erreichen, wenn die Rückrunde für den derzeit Achtplatzierten am 19. Februar beim Hamburger SV startet.
„Wir trainieren sieben-, achtmal in der Woche, ich bin hauptamtlich Trainer, es ist ein recht hohes Niveau“, ist der einstige „Sechser“ zufrieden. „Es war ein kompletter Perspektivenwechsel – weg vom Platz, hin zum Trainer. Dabei habe ich mich aber von Anfang an super wohlgefühlt. Besser hätte es eigentlich nicht laufen können für mich.“
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12