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Frech, flink, furios, einfach Fürth

SpVgg ließ Paderborn im Spitzenspiel beim 5:1 keine Chance - 12.02. 20:33 Uhr

FÜRTH  - Beeindruckend. Müde Beine als Nachwirkungen eines kräftezehrenden Pokalspiels waren kein Argument, ein schneller Rückstand nach einem bitterbösen Torwartfehler ebenfalls nicht: Die SpVgg Greuther Fürth hat im Spitzenspiel gegen den SC Paderborn allen Widrigkeiten getrotzt, den direkten Konkurrenten um den Aufstieg in die Bundesliga beim souveränen 5:1 (3:1)-Kantersieg die Grenzen aufgezeigt und wenigstens für etwas mehr als 24 Stunden die Tabellenführung übernommen.

Voller Einsatz: Olivier Occean (links) war hier auch von Jens Wemmer nicht zu bremsen.
Voller Einsatz: Olivier Occean (links) war hier auch von Jens Wemmer nicht zu bremsen.
Foto: Sportfoto Zink
Voller Einsatz: Olivier Occean (links) war hier auch von Jens Wemmer nicht zu bremsen.
Voller Einsatz: Olivier Occean (links) war hier auch von Jens Wemmer nicht zu bremsen.
Foto: Sportfoto Zink

Obendrein hatte die Spielvereinigung nach abwechslungsreichen 90 Minuten gegen eine letztlich überforderte Elf aus Ostwestfalen nachgewiesen, dass ihre Mannschaft weit mehr ist als lediglich die Summe ihrer Einzelteile. Auffällig vereinen sich in dieser Spielzeit so einige Komponenten eines Erfolgspuzzles, die in den zurückliegenden eineinhalb Jahrzehnten im Fußball-Unterhaus allenfalls partiell auszumachen waren. Diesmal streben die Fürther mit aller Macht ins Oberhaus und sind auf ihrer „un-Aufsteigbar-Tour“ dem großen Ziel mit dem Sieg über Paderborn wieder einen Schritt näher gekommen.


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Einmal mehr machten die Fürther ihre Ambitionen auf einen Aufstiegsplatz deutlich. Mit 5:1 setzten sich das Kleeblatt vor heimischem Publikum gegen Paderborn durch.

Vor allem die Art und Weise, wie die Fürther Elf im Spitzenspiel gegen die seit 16 Spielen ungeschlagenen Serientäter aus Paderborn auftrat, nötigt Respekt ab. Seit Mitte August, dem 0:1 im Hinspiel gegen Fürth, hatte das Überraschungsteam von der Pader in der Liga nicht mehr verloren. Die einzige Niederlage rührte aus dem 0:4 in der zweiten Runde des Pokalwettbewerbs her. Natürlich gegen Fürth. Die Mär vom Angstgegner wird da schnell Realität. „Zum Glück brauchen wir nächstes Jahr hier wohl nicht mehr herfahren“, sinnierte Paderborns Torwart Lukas Kruse in seiner ersten Enttäuschung über eine vermeintliche Vorentscheidung im Aufstiegskampf.



Doch so klar, wie sich die Verhältnisse nach Spielschluss aus Paderborner Sicht darstellten, werden sie von Fürths Protagonisten nicht gesehen. „Das war schon richtig gut“, befand denn auch Trainer Mike Büskens lobend, wohlweislich mit der entscheidenden Einschränkung einer Momentaufnahme versehen: „Das Spiel ist schon wieder Vergangenheit. Unser Fokus gilt jetzt der nächsten Partie in Ingolstadt.“

Büskens mag recht haben, wenn er dem Duell mit einem an diesem Tage überforderten Kontrahenten zumindest öffentlich nicht zu viel Bedeutung beimisst. Nur: Um gleich wieder zur Tagesordnung überzugehen, barg die Partie dann doch zu viele Ansatzpunkte. Die „Nehmerqualitäten“, die Manager Rachid Azzouzi dem Team nach der 1:3-Pleite vor Wochenfrist bei Dynamo Dresden nachgesagt hatte, durften die Fürther nur vier Tage nach dem umjubelten Einzug ins Pokal-Halbfinale gegen Erstligist Hoffenheim einmal mehr eindrucksvoll offenbaren.


„Wir sind uns unserer Stärke bewusst. Es gibt wirklich wenig, was uns zurückwirft“, befand Innenverteidiger Mergim Mavraj über den mentalen Zusammenhalt einer Truppe, die Rückschläge offenbar als bloßen Ansporn betrachtet, noch mehr für ein Ziel zu investieren. Bei allem Bemühen wird Fußball ja von Menschen gespielt, und die machen nun mal Fehler. So wie beim 0:1, als Grün einen von der Mittellinie getretenen Freistoß gefühlte Minuten berechnen konnte, nur, um ihn dann im Fünfmeterraum plötzlich fallen zu lassen. Paderborns treffsicherster Schütze Nick Proschwitz sagte Danke und drosch den Ball erbarmungslos ins Tor. „Peinlich, dumm, richtig blöd“, fand das Max Grün. Mehr musste er gar nicht sagen.

In der Nachbetrachtung löste das aber eine Initialzündung aus, nach der sich die Gastgeber in einen regelrechten Rausch spielten. Nöthe-Ersatz Gerald Asamoah nach einer abgefälschten Flanke und Sercan Sararer, der Paderborns Florian Mohr aus kurzer Distanz anschoss, drehten das Spiel binnen sechs Minuten. Paderborn hielt dagegen, versuchte wie Fürth früh zu stören, machte das aber längst nicht so effektiv wie der neue Tabellenführer. Asamoah nach Bilderbuch-Vorarbeit von Olivier Occean, der selbst kurz nach der Pause traf, und Mergim Mavraj per Kopf nach einer Ecke, machten einen Sieg perfekt, der die pure Freude am Fußball vermittelte. Einfach beeindruckend.

Fürth: Grün – Schröck (75. Geis), Kleine, Mavraj, Schmidtgal – Fürstner (63. Pekovic), Zillner – Sararer, Prib – Occean, Asamoah (70. Schahin) / Paderborn: Kruse – Wemmer, Mohr, Strohdiek, Bertels – Krösche (77. Demme), Alushi – Meha (57. Kara), Brückner (46. Rupp) – Proschwitz, Brandy / SR: Kircher (Rottenburg) / Tore: 0:1 Proschwitz (5.), 1:1 Asamoah (6.), 2:1 Sararer (11.), 3:1 Asamoah (45.+2), 4:1 Occean (47.), 5:1 Mavraj (57.) / Zuschauer: 9230 / Gelbe Karten: Mavraj (5) – Brückner (5). 



Florian Pöhlmann

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Gründungsdatum:
23.09.1903
Mitgliederzahl:
2550


Kurzbeschreibung:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth feierte als Fußballverein ihre größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meistertiteln in den Jahren 1914, 1926 und 1929 als SpVgg Fürth. Im Jahr 1994 gelang die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga, 1996 trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der SpVgg bei. Der traditionsreiche Name SpVgg Fürth wurde durch den Zusatz Greuther ergänzt. Zurzeit ist die SpVgg Greuther Fürth durch die ununterbrochene Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga seit 1997 der "dienstälteste" Zweitligist. Im Volksmund wird der Verein auch als "Kleeblatt" bezeichnet.