|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Es gibt Spieler, an die wird man sich noch lange erinnern. Stephan Schröck gehört zweifellos dazu. Der kleine Wirbelwind, der so gerne das Gardemaß von 1,70 Meter überschreiten würde und dabei in Interviews schon mal um einen halben Zentimeter feilscht, verkörperte die Spielvereinigung mit seiner erfrischend offenen Art viele Jahre lang.
Er avancierte zum Publikumsliebling, weil er die Sprache der Fans wie sonst kaum jemand beherrschte. „Schröcki“ wusste ganz genau um Stimmungen und Gefühle, sein Herz schlug in der Kurve. Gewannen die Fürther im Ronhof, stürmte er auf den Zaun, schnappte sich ein Megafon und gab den gefeierten Einpeitscher. Dass er künftig in Hoffenheim seine ganz eigene Interpretation eines offensiven Verteidigers einbringen wird, war für nicht wenige ein Schock.
Nach seinem angekündigten Abschied blieb die Nordkurve fortan eine Tabuzone, auch wenn ihn Trainer Mike Büskens am liebsten zu einer Aussöhnung mit den Anhängern verdonnert hätte. Aber Schröck hatte, um in seinem sprachlichen Duktus zu bleiben, regelrecht Schiss. Davor, öffentlich an den Pranger gestellt zu werden, als Verräter, als geldgeiler Söldner, der die Heimat und alle, die an ihn glaubten, nach elf gemeinsamen Jahren für ein pralles Bankkonto verlässt. Für ihn selbst war es „die schwierigste Entscheidung meines Lebens“, betonte er immer wieder, und wer ihn genauer kennt, kann das nachempfinden.
Schröck wuchs in einfachen Verhältnissen in Schweinfurt auf, der Fußball ist die große Chance seines Lebens. Er will und muss sich das Woche für Woche beweisen, weil er anfangs den Bonvivant mimte und dabei war, sein Talent zu verschleudern. Spät, aber nicht zu spät, hat er erkannt, was in ihm steckt. In Fürth wurde er sportlich gesehen groß, was nicht wenige Trainer allerdings viele Nerven kostete.
Beim „Kleeblatt“ war er in den letzten Jahren längst eine der tragenden Säulen einer starken Mannschaft, als die Philippinen auf ihn aufmerksam wurden. Für den Inselstaat, das Heimatland seiner Mutter, die ihre eigenen Bedürfnisse immer denen des kleinen Stephan unterordnete, spielt er inzwischen erfolgreich. Als einziger Bundesligaprofi genießt er bei den Einheimischen schon nach wenigen Auftritten Heldenstatus. Dass die „Azkals“ im internationalen Vergleich allenfalls drittklassig sind, war für Schröck nie wirklich von Belang. Der kleine Kämpfer hat ein großes Herz.
„Ich werde mich in den letzten Wochen für die Spielvereinigung zerreißen“, kündigte der 25-Jährige kurz nach der Bekanntgabe seines Wechsels an und ließ den großen Worten auch Taten folgen. Wegen einer hartnäckigen Knieverletzung schluckte er vor den Spielen Schmerztabletten wie Bonbons. „Ich hab’ ja zwei Knie“, kalauerte er im besten „Schröckisch“, wenn er unter der Woche ein Bein nachzog, bei den Spielen aber immer Vollgas gab. Das war das Mindeste, was er Fürth zurückgeben wollte. „Seinem Verein“, wie er seine Verbundenheit nicht selten betonte.
Dementsprechend stolz war der Flügelflitzer, der mit Übersteigern im Millisekundenbereich, stakkatoartigen Dribblings und pfeilschnellen Drehungen vorne links bestach, auf diesen, auch seinen Traum, den er mit der Spielvereinigung realisierte. „Von diesem Moment kannste noch deinen Enkeln erzählen“, jubilierte er, nachdem die „Unaufsteigbaren“ aufgestiegen waren.
Stephan Schröck wird Fürth nicht vergessen, und Fürth wird Stephan Schröck nicht vergessen. Ein Andenken wird er ohnehin immer bei sich tragen: Seine Frau Pilar erwartet einen Jungen, sie ist im fünften Monat schwanger. Im Dezember hatte die Spielvereinigung beim Erzrivalen 1.FC Nürnberg im Pokal-Achtelfinale gewonnen – „ein Derbysiegerbaby“, frohlockte Schröck...

Do. 23.05.13
Do. 23.05.13
Do. 23.05.13
Mi. 22.05.13
Di. 21.05.13