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Fürth: "Fußball, wie ich ihn liebe"

Trainer Büskens bejubelte den 2:1-Sieg bei Union Berlin - 29.08. 19:00 Uhr

BERLIN  - Das Bild ist noch dunkel und leicht schemenhaft. Ein paar Schleier verwehren den freien Blick, auf das, was sich da abzeichnet. Irgendwann am letzten Spieltag dieser Zweitliga-Saison werden sie an diesen Samstag in der Hauptstadt denken, an den 2:1(0:0)-Erfolg bei Union Berlin, der im ersten Moment lediglich der zweite Sieg im zweiten Spiel war, letztendlich aber weit mehr als nur drei Punkte für die SpVgg Greuther Fürth bedeutet hatte.


Maximale Körperstreckung: Fürths Torhüter Max Grün entschärfte den Elfmeter und rettete den Sieg.
Maximale Körperstreckung: Fürths Torhüter Max Grün entschärfte den Elfmeter und rettete den Sieg.
Foto: Wolfgang Zink

Zugegeben, eine gewagte Prognose. Zumal mit der Hypothek des "Kleeblatts", schon so oft vorne mitgemischt zu haben, mit gleichfalls schöner Regelmäßigkeit aber am großen Ziel Aufstieg mehr oder minder knapp vorbeigeschrammt zu sein.

Der Fußball ist, so geben nicht zuletzt Trainer Woche für Woche in sämtlichen Stadien dieser Fußball-Republik zu bedenken, zweifellos ein schnelllebiges Geschäft. Was heute gut ist, kann morgen längst schlecht sein. Eine Versicherung gibt es für nichts und niemanden, und doch: Die Art und Weise, wie sich die Spielvereinigung dieser schweren Aufgabe in Berlin entledigte, nötigt schon ein gehöriges Maß an Respekt ab.

Von der aufgeheizten Atmosphäre in einem von Leidenschaft nur so strotzenden Fußball-Tempel völlig unbeeindruckt, ließ die Fürther Elf von Beginn an keinen Zweifel an ihrem Ziel aufkommen. Immer wieder suchte die Mannschaft den Weg nach vorne, störte früh und setzte damit die Büskensche "Pitbull-Taktik" wesentlich besser um als noch vor Wochenfrist beim Auftaktsieg gegen Karlsruhe: aggressiv, aber nie unbeherrscht in den Zweikämpfen, laufstark, immer um Überzahl in Ballnähe bemüht.

"Fußball, wie ich ihn liebe", meinte Mike Büskens lange nach Spielende. Regelrecht euphorisiert klang sein Resumee aber nicht: "Ich bin sehr zufrieden." Durfte der ehemalige Schalker "Eurofighter" auch durchaus sein, hatten es seine Mannen doch 70 Minuten lang geschafft, den kampfstarken Kontrahenten unter Kontrolle zu halten.

Blieben eigene Möglichkeiten bis auf einen frühen Warnschuss von Dani Schahin (2.) im ersten Durchgang noch Mangelware, weil der letzte Pass nicht ankam, den schnellen SpVgg-Dribblern Nico Müller und Sercan Sararer die nötige Konsequenz im Abschluss fehlte oder die vielbeinige Union-Defensive rustikal dazwischenging, sollte sich das in der zweiten Hälfte schnell ändern.

Der diesmal wieder ballsicher und routiniert auftretende Milorad Pekovic hatte im Mittelfeld schnell geschaltet und den Ball in den freien Raum genau in den Lauf von Nico Müller gepasst. Der war vor dem Wechsel in einigen Szenen zu verspielt, hier aber suchte er den Abschluss und traf im Nachsetzen zur Führung (53.). "Aufwachen, aufwachen" skandierten die Union-Fans, die aber lediglich drei Minuten später schnell verstummen sollten.

Union wäre beinahe zurückgekommen

Christopher Nöthe, von dem lange Zeit wenig zu sehen war, ließ seinen Torinstinkt, "den man nicht verliert", wie Büskens vorhergesagt hatte, einmal mehr aufblitzen. Sein Schuss aus rund 20 Metern klatschte unhaltbar vom linken Innenpfosten ins Tor (56.). So weit, so gut. Wenn Büskens in dieser Woche die Partie seinen Kickern nochmals per Video-Studium vorführt, wird vor allem auch die letzte halbe Stunde im Fokus stehen. Da misslang dem "Kleeblatt" der Spagat zwischen der konsequenten Suche nach der endgültige Entscheidung und einer abwartenden Defensivhaltung so gründlich, dass die nahezu chancenlosen Gastgeber das Spiel beinahe noch gedreht hätten.

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Die SpVgg Greuther Fürth behielt gegen Union Berlin knapp mit 2:1 die Oberhand. Die "Kleeblätter" feierten somit den zweiten Saisonsieg in der Folge.

"Ärgerlich wäre das gewesen", meinte Büskens nonchalant. Dumm oder fahrlässig wären auch zwei passende Adjektive gewesen. Weil das Kollektiv nach einem Ballverlust von Abwehrchef Thomas Kleine am gegnerischen Strafraum einmal Kompaktheit vermissen ließ und deshalb die Ordnung nicht mehr stimmte, konnte Santi Kolk zum 1:2 einschießen. Und wäre der Berliner Spielmacher nicht gleich darauf nach einem von Marino Biliskov verschuldeten Elfmeter am starken Max Grün gescheitert, hätten sich die Fürther selbst um den Erfolg gebracht.

Bei aller Begeisterung über den gelungenen Saisonstart, der vor den beiden folgenden Heimspielen große Hoffnungen weckt, ist klar, dass Verbesserungspotenzial in nahezu allen Mannschaftsteilen noch reichlich vorhanden ist. "Wir haben keinen Grund, uns auf etwas auszuruhen", sind auch Büskens die Mankos nicht verborgen geblieben: "Wir sind nicht so blauäugig und naiv, dass wir glauben, es geht von selbst. Aber aus solchen Spielen wie gegen Berlin können wir wahnsinnig viel mitnehmen." Wie viel, wird sich im Sommer zeigen...

Berlin: Glinker - Polenz, Madouni, Göhlert, Kohlmann - Younga-Mouhani (46. Menz), Mattuschka (59. Ede) - Benyamina, Kolk, Brunnemann - Mosquera (82. Savran).

Fürth: Grün - Schröck, Kleine, Biliskov, Falkenberg - Pekovic - Sararer, Prib, Müller (90.+2 Rahn) - Schahin (75. Onuegbu), Nöthe (90. Mauersberger).

SR: Bandurski (Oberhausen) / Tore: 0:1 Müller (53.), 0:2 Nöthe (56.), 1:2 Kolk (70.) / Zuschauer: 11780 / Gelbe Karten: Benyamina, Younga-Mouhani, Polenz, Menz, Brunnemann - Schahin / Besonderes Vorkommnis: Grün hält Foulelfmeter von Kolk (74.). 



Florian Pöhlmann - Sport

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