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Fürth: gute Stimmung, große Fragezeichen

Zur Saisonpremiere ist am Sonntag der Karlsruher SC zu Gast - 21.08. 07:20 Uhr

Fürth  - Um Justus, Peter und Bob geht es hier nicht. Wobei, Rätsel müssen bei der SpVgg Greuther Fürth durchaus gelöst werden. Analog zu dem Hörspielklassiker beschäftigen Fürths Fußballprofis mehr oder minder große Fragezeichen. Insofern ist der Zweitligaauftakt am Sonntag (13.30 Uhr, Trolli Arena) gegen den Karlsruher SC trotz gelungener Vorbereitung durchaus knifflig.


Der Ton macht die Musik. In Karlsruhe wie in Fürth, davon können die Kleeblatt-Kicker ein Lied singen: Ole, ole wie bist du schön schmetterte die Mannschaft das neue Lied der Spielvereinigung voller Inbrunst.
Der Ton macht die Musik. In Karlsruhe wie in Fürth, davon können die Kleeblatt-Kicker ein Lied singen: Ole, ole wie bist du schön schmetterte die Mannschaft das neue Lied der Spielvereinigung voller Inbrunst.
Foto: Wolfgang Zink

Ein Fußballtrainer unserer Zeit muss vieles sein und noch mehr beherrschen. Für den Blick in die Kristallkugel ist Fürths Mike Büskens im Normallfall nicht zu haben. Der langjährige Bundesligaprofi setzt auf Realitäten, weil "Fußball schnell- und kurzlebig" ist, will sich Büskens auch gar nicht frühzeitig auf etwas festlegen. Schon gar nicht darauf, wer bei der Heimspielpremiere stürmen wird. Weil der junge Dani Schahin und Drittliga-Neuzugang Kingsley Onuegbu zuletzt soviel Gefahr wie ein Rot-Kreuz-Kommando austrahlten, spricht vieles dafür, dass Christopher Nöthe sein Comeback feiert. Der beste Torschütze der Vorsaison hat seine Knieverletzung überwunden, nur ist sein Trainer offenbar nicht von seinen konditionellen Möglichkeiten überzeugt. "Er macht im Training einen sehr vernünftigen Eindruck", sagt Büskens. Mehr nicht.

Noch schwer einzuschätzen ist der Gegner zum Auftakt: In Karlsruhe pflegt man derzeit einen rauen Umgangston, beim ehemals im Oberhaus beheimateten Sportclub hat man sich in die Niederungen des gemeinen Gegeneinanders verabschiedet. Da werden Spieler verbannt, der Trainer angegiftet, Medien boykottiert und hinter alles und jedem eine böse Absicht vermutet. Ziemliche Unruhe allenthalben, immerhin konnte nach zäher Suche endlich ein Sponsor für die bislang blanke Brust gefunden werden. Eine beruhigte Wellness-Atmosphäre dürfte das nach dem 0:2-Pokalaus gegen Zweitliga-Neuling Ingolstadt aber noch immer nicht erzeugen.

"So eine Stimmung kann dafür sorgen, dass alle Beteiligten noch enger zusammenrücken und Kraft daraus ziehen", glaubt Büskens nicht an einen Gegner, der sich in Fürth als heillos zerstritten präsentiert. Wenigstens offiziell. Zuletzt hätte Karlsruhe im Pokal gar nicht so schlecht gespielt, nur eben die Chancen nicht genutzt. "Sie werden uns nicht den Gefallen tun, wie wild nach vorne zu spielen", mutmaßt der Fürther Trainer. Das scheint also geklärt.

Offen bleibt aber nach wie vor, wie die Fürther auf den Abgang von Top-Stürmer Sami Allagui reagieren. Transferschluss ist am 31.August. "Wir haben großes Vertrauen in unsere Spieler", meint Manager Rachid Azzouzi. Inzwischen sagt er das so oft, dass er bei einer Entlohnung von einem Euro für jede Wiederholung schon davon einen neuen Stürmer kaufen könnte. "In den seltensten Fällen funktioniert so etwas auf Knopfdruck", glaubt Büskens: "Vielleicht finden wir auch in den eigenen Reihen einen neuen Sami."

Reichlich diffus wird es gar beim Blick in die nahe Zukunft. Weil man von den ersten sechs Spieltagen vier Mal vor eigenem Publikum antritt, wabert das Wort Euphorie wie ein undurchdringlicher Nebel rund um den Ronhof. Büskens Mannen könnten ja im Idealfall für ein ordentliches Punktepolster sorgen. "In Braunschweig war die Stimmung total geil", verbindet Büskens Erinnerungen und Träume: "Sowas würde ich mir auch in Fürth wünschen. Es wäre schön, wenn wir so eine positive Emotionalität schaffen könnten. Diese Euphorie muss aber von uns ausgehen." Zumindest das ist mal sicher.

Fürth: Grün - Schröck, Kleine, Biliskov, Rahn - Pekovic - Nehrig, Haas, Müller - Nöthe, Schahin / Karlsruhe: Nicht - Zimmermann, Langkamp, Müller, Demirtas - Aduobe, Engelhardt - Staffeldt, Iashvili, Schäfer - Fink / SR: Winkmann (Kerken). 





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