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So war der Auftritt der SpVgg Greuther Fürth beim FC Schalke 04 eine Ode an die Leidenschaft, und das vermag ein Spiel zu etwas Großem zu erheben. Etwas, was Menschen einfängt, sie an etwas glauben lässt und für Überraschungen sorgt. Wie den 2:1 (0:0)-Sieg der SpVgg Greuther Fürth beim selbst ernannten Champions-League-Anwärter, nach dem der Abstiegskandidat wieder eine Zukunft hat.
An diesen Erfolg wollen sie sich in Fürth noch lange erinnern, es war eine dieser Momentaufnahmen, denen im Rückblick auf eine lange Saison große Bedeutung eingeräumt werden darf. Tatsächlich wissen Verantwortliche und Spieler aber genau, dass dieser Triumph in einem der schönsten Fußballstadien Deutschlands nur ein Startschuss gewesen sein kann. Immerhin, bei der Spielvereinigung ist der Glaube zurückgekehrt. Der Glaube an die eigene Stärke und der Glaube, den Klassenerhalt doch noch schaffen zu können. „Wenn man in so einem Negativstrudel gefangen ist, ist es sehr schwer, Mut zu schöpfen“, erklärte Fürths Kapitän Mergim Mavraj im Rückblick auf die Negativserie von 17 Spielen ohne Sieg.
Das Haifischbecken Bundesliga hatte die Fürther ihrer Träume beraubt. Dieses Gefühl, dass die vermeintlich doch „Unaufsteigbaren“ mit dem Schritt in die Beletage sich selbst, den eigenen Fans und den Menschen im Umfeld vermittelt hatten, war abhanden gekommen. Nicht irgendwie – zahlreiche Puzzleteile wie Fehler in der Personalpolitik, Unwägbarkeiten bei Transfers und ausbleibende Erfolgserlebnisse hatten sich summiert. Das Ergebnis war Angst. Vor weiteren Niederlagen und vor der eigenen Courage.
Erst jetzt, als die Mannschaft nicht nur aus Sicht von Kapitän Mavraj „mit dem Rücken zur Wand“ stand, als bei mickrigen neun Pünktchen schon fast alles egal war, löste sich diese Verkrampfung. Eine Mannschaft entdeckte den Spaß am Fußball wieder, den Spaß, aller nomineller Unterlegenheit zum Trotz, einem Favoriten mit aller Macht die Stirn zu bieten. Das Zusammenspiel, diese Mentalität eines funktionierenden Kollektivs, in dem „einer für den anderen jedem Ball hinterherrennt“, wie es Trainer Mike Büskens formulierte, bestach auf Schalke. „Es hat diesmal der Wille und der Charakter gesiegt“, befand Mavraj im Hinblick auf die öffentliche Schelte von Präsident Helmut Hack unter der Woche.
Tatsächlich spielte ausgerechnet ein Verein Schicksal, mit dem Trainer Büskens sein ganzes Leben lang verbunden sein wird. „Eine Herzensangelegenheit“ nennt er Schalke, sobald er danach gefragt wird. Und am Samstag wurde Büskens oft gefragt. „Dieser Sieg tut der Seele gut“, meinte der 44-Jährige, der fast die Hälfte seines Lebens bei den Königsblauen verbrachte und nur acht Kilometer vom Stadion entfernt „auf Kohlen wohnt“.
Was sich seit dem ersten und bis zum Samstag letzten Fürther Sieg Ende August aufgestaut hatte, war nach dem 2:1-Siegtreffer von Neuzugang Nikola Djurdjic in der Nachspielzeit zu sehen. Für Büskens gab es kein Halten mehr, er stürmte in den Pulk seiner Spieler, die den Serben feierten. „Wie die Mannschaft hier aufgetreten ist nach 17 Spielen ohne Sieg, davor ziehe ich meinen Hut“, meinte Büskens, der bei einer ähnlich leblosen Vorstellung wie gegen Mainz wohl keine Zukunft in Fürth gehabt hätte. „Es geht aber nicht um mich, es geht um dieses Projekt, die Mühe und die Leidenschaft, die darin steckt.“
Und genau diese Attribute waren auf Schalke zu sehen. Büskens Mannen vermittelten wieder eine Ahnung davon, wie Fürth schon vor dem ersten Spiel der Vereinsgeschichte in der Bundesliga bestehen wollte. Mit Zusammenhalt, Mut, Herzblut. Nichts anderem. So konnte nicht umsonst Eigengewächs Felix Klaus das Traumtor von Schalkes millionenschwerem Neuzugang Bastos ausgleichen und damit einen Traum mit Leben erfüllen. In Fürth darf wieder geglaubt werden – das ist die wichtigste Erkenntnis eines denkwürdigen Nachmittags.
Schalke: Hildebrand – Uchida, Höwedes, Matip, Fuchs – Neustädter, Jones (82. Pukki) – Farfán, Draxler (67. Raffael), Bastos – Huntelaar
Fürth: Hesl – Zimmermann, Mavraj, Sobiech, Baba – Klaus (72. Sararer), Varga, Pekovic (69. Nehrig), Stieber – Djurdic, Asamoah (84. Azemi)
SR: Dankert (Rostock)
Zuschauer: 60.693
Tore: 1:0 Bastos (47.), 1:1 Klaus (52.), 1:2 Djurdic (90.+2)
Gelbe Karten: Fuchs (5) – Pekovic (4), Sobiech, Varga, Djurdjic.

Sa. 18.05.13
Fr. 17.05.13
Fr. 17.05.13
Fr. 17.05.13
Do. 16.05.13
Fr. 17.05.13
Fr. 17.05.13
Fr. 17.05.13
Fr. 17.05.13
Fr. 17.05.13