Das Eigengewächs der SpVgg Greuther Fürth soll im Gastspiel bei Union Berlin die Fäden im Mittelfeld ziehen. Wenn heute um Punkt 13 Uhr das zweite Saisonspiel des fränkischen Fußball-Zweitligisten angepfiffen wird, ist das für Prib auch eine persönliche Genugtuung.
Das hoffnungsvolle Nachwuchstalent hatte sich in seinem Premierenjahr bei den Profis nach einem ligaweit beachteten Beginn schwer verletzt. Eine Knöchelverletzung setzte ihn monatelang außer Gefecht. Jetzt ist er wieder da, stärker denn je. "Ich will wieder angreifen", sagt Prib und lässt das wie ein Versprechen eines ballverliebten kleinen Buben klingen: "Ich bin geil auf Fußball."
In der Vorbereitung war er nah dran an der Mannschaft. Nur spielte die so gut, dass Trainer Mike Büskens keine Veranlassung hatte, etwas zu ändern. Keine leichte Zeit für Prib, der auf der Bank saß, obwohl er nur so vor Tatendrang strotzte. "Da hatte ich schon Bedenken", gibt er nach der Rückkehr als Linksverteidiger beim 4:1 über Karlsruhe zu. Viele Gespräche mit Team-Psychologe Martin Meichelbeck hätten in dieser Situation geholfen, sagt Prib: "Er hat mir geraten, mich unentbehrlich zu machen. Und das versuche ich. Zu viele Gedanken soll man sich eh nicht machen." Kann er sein Potenzial umsetzen, muss er das bestimmt nicht. Prib gilt als Rohdiamant, technisch beschlagen, laufstark, mit einer linken Klebe, vor der Torhüter nur so zittern, eben einer, der wie für die Bundesliga gemacht ist. Vom großen Ziel eines jeden Profis mag Prib aber nicht reden, und das macht ihn in Zeiten phrasendreschender Teenie-Profis durchaus sympathisch.
"Er hat keinerlei Flausen im Kopf, der Junge ist sowas von bodenständig", umreißt SpVgg-Präsident Helmut Hack ein stimmiges Charakterbild. Prib fühlt sich in der Realität bestens aufgehoben, er will etwas aus sich machen, seine Chance nutzen. Als kleines Kind kam er mit den Eltern aus Russland, seitdem er sechs Jahre alt ist, kickt er beim "Kleeblatt". Mit allem Ehrgeiz, aber nicht zu verbissen. Dafür liebt er dieses Spiel auch viel zu sehr. "Er hat sehr viel Spaß am Fußball, das wird immer so sein. Er hat diesen Spieltrieb, den er nie verlieren darf. Es ist schön, dass man ihm diese Freude anmerkt", sagt Mike Büskens. Prib dürfte einer seiner Lieblingsschüler sein.
Nur muss er das am Samstag auch umsetzen, wenn er anstelle des verletzten Regisseurs Leo Haas das Spiel der Fürther in der Mittelfeldzentrale lenken soll. Es gibt leichtere Partien für ein Debüt als Spielmacher: Union wird nach dem Pokal-Aus und dem 2:2 Ligastart gegen Aachen mit aller Macht auf den ersten Sieg drängen. Und trotzdem setzt Prib mit dem Zweitliga-Primus auf Sieg. "Wir wollen eine Serie starten. Das geht aber nur über eine starke Mannschaft. Einer alleine kann nichts ausrichten." Prib wird sich einfügen, ganz sicher. Mit allem, was er hat und kann.
Union Berlin: Glinker - Polenz, Göhlert, Madouni, Kohlmann - Younga-Mouhani, Mattuschka - Benyamina, Ede - Kolk - Mosquera / Fürth: Grün - Schröck, Kleine, Biliskov, Falkenberg - Pekovic - Nehrig, Prib, Müller - Nöthe, Schahin / SR: Bandurski (Oberhausen).