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Fürths Suche im eigenen Stall

Martin Meichelbeck wird Teil-Nachfolger von Azzouzi - 07.06.2012 22:00 Uhr

Warum in die Ferne schweifen? Mit Martin Meichelbeck (links) installierte Präsident Helmut Hack einen alten Bekannten im Lizenzbereich.

Warum in die Ferne schweifen? Mit Martin Meichelbeck (links) installierte Präsident Helmut Hack einen alten Bekannten im Lizenzbereich. © Sportfoto Zink


Ein Rädchen soll ins andere greifen, kurze Wege, bewährte, weil berechenbare Personen – auf Unbekanntes will sich Fürths Präsident Helmut Hack vor der Premierensaison im Oberhaus partout nicht einlassen: keine neuen Entscheidungsträger einbauen, nur nichts von all dem umkrempeln, was die Spielvereinigung in der abgelaufenen Saison so stark und zu so einer funktionierenden Einheit gemacht hat.

„Wir brauchen viel Stabilität“, sagt Hack und lässt diese Einschätzung sowohl für den sportlichen Kernbereich als auch für die „Mannschaft“ im Hintergrund gelten.

So ist der Hauptgrund, warum mit Martin Meichelbeck der bisherige Chef der medizinischen Abteilung und teaminterne Psychologe nun auch die Nachfolge des zum FC St.Pauli abgewanderten Managers Rachid Azzouzi antritt, sein guter Ruf bei den Spielern. „Wir alle haben großes Vertrauen in Martin Meichelbeck“, sagte Hack gestern bei der Bekanntgabe der Pläne, den ehemaligen Bundesligaprofi zum 1.Juli zum Leiter des Lizenzbereichs zu küren.

„Manager“, wie Azzouzi, will Meichelbeck aber nicht genannt werden, betont der 35-Jährige: „Sportliche Entscheidungen sind nicht mein Bereich“, räumt Meichelbeck ein, der als Hüter von Spielergeheimnissen sonst in Gewissenkonflikte geraten könnte. Stattdessen soll er sich um das Wohl der Spieler nebst sämtlichen Befindlichkeiten kümmern – quasi das Mädchen für alles. „Mein Anspruch bleibt die optimale Betreuung der Spieler. Die soziale Komponente, die ich ja schon ausgefüllt habe, wird jetzt nur durch die fußballerische Komponente ergänzt.“

So sucht man bei der Spielvereinigung noch weiter nach einem Entscheidungsträger in diesem Bereich, einem sogenannten Koordinator für den Lizenzbereich, in dessen Zuständigkeit auch die Spielvorbereitung und Videoanalysen fallen dürften. So ein Experte soll baldmöglichst gefunden sein, natürlich spätestens zum Trainingsbeginn am 25.Juni. „Bis dahin wollen wir das längst geregelt haben“, betonte Hack, der aber das letzte Wort bei Transfers behält.

Vom Tagesgeschäft mag der 62-Jährige aber Abstand nehmen. So wird Holger Schwiewagner, bislang Mitglied der Geschäftsleitung für die Bereiche Marketing, Vertrieb und Unternehmenskommunikation sowie Vize-Präsident der Spielvereinigung, künftig als Geschäftsführer neben dem Präsidenten fungieren. Ein Novum in der Ära Hack, ein Ritterschlag für den designierten Nachfolger.

Zudem wird die Abteilung Medien und Kommunikation breiter aufgestellt. Timo Schiller übernimmt die Leitung der Abteilung von Schwiewagner. Der bisherige Pressesprecher Christian Bald zieht sich aus dem operativen Tagesgeschäft zurück und soll sämtliche Anfragen und Wünsche im PR-Bereich bündeln.

Neuer Pressesprecher ist der bisherige Funkhaus-Reporter Immanuel Kästlen. Um Prokurist Dirk Weißert für die anstehenden Umbaumaßnahmen wie die neue Südtribüne im Ronhof zu entlasten, wird sich künftig der vom FSV Frankfurt geholte Tobias Auer zum Verwaltungs-Team der Spielvereinigung gesellen. Er wird die Projektleitung des geplanten Stadionneubaus übernehmen.

Mit Sepp Gran nimmt auch der bisherige Zeugwart altersbedingt Abschied. Das Original wird ersetzt, natürlich teamintern: Busfahrer Hardy Hiesinger wäscht zusammen mit Grans Ehefrau Renate jetzt auch noch die Trikots. 

Florian Pöhlmann

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