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Grippe setzt Gündogan außer Gefecht

Club muss gegen Freiburg auf sein Top-Talent verzichten - 26.08. 18:24 Uhr

NÜRNBERG  - Ob Ilkay Gündogan im ersten Heimspiel der Saison noch für den 1.FC Nürnberg auflaufen wird, schien lange Zeit höchst fraglich - zu hartnäckig hielten sich Gerüchte um einen Wechsel zum Liga-Rivalen Hoffenheim. Dass der Club am Samstag gegen den SC Freiburg nun tatsächlich ohne ihn auskommen muss, liegt allerdings keineswegs daran, dass am Valznerweiher doch noch ein "unmoralisches Angebot" eingetrudelt wäre. Gündogan ist nicht verkauft, sondern schlicht und ergreifend verschnupft.


Auf die flinken Antritte von Mittelfeldtalent Ilkay Gündogan muss der Club gegen Freiburg verzichten.
Auf die flinken Antritte von Mittelfeldtalent Ilkay Gündogan muss der Club gegen Freiburg verzichten.
Foto: Wolfgang Zink

Auch am Donnerstag konnte der 19-jährige Deutsch-Türke wegen eines grippalen Infekts nicht mit den Kollegen trainieren, was Dieter Hecking nun dazu veranlasste, das Wochenende ohne seinen Jung-Star zu planen. Schön sei das natürlich nicht, bekannte der Coach, doch glaubt er sich personell gut gerüstet und verriet auch gleich freimütig, dass Mehmet Ekici von der Außenbahn ins Zentrum rücken und Mike Frantz neu ins Team kommen wird.

Dem zuletzt etwas frustrierten Frantz bietet sich damit vielleicht schneller als erwartet die Chance, sich seinen verlorenen Stammplatz zurückzuerobern. "Mike hatte am Ende der Vorbereitung eine Schwächephase, wo er etwas müde wirkte. Jetzt ist er wieder in guter Verfassung und brennt auf seinen Einsatz", berichtete Hecking, der den ehrgeizigen Saarländer wegen seines unbändigen Einsatzwillens schätzt. "Nun kann er mir zeigen, dass es eine falsche Entscheidung war, ihn draußen zu lassen."

Vertrauen für Frantz, Mintal ohne Chance

Heckings frühzeitige Entscheidung, im Mittelfeld diesmal auf Albert Bunjaku, Ekici und eben Frantz zu setzen, dürfte dafür Marek Mintal zu denken geben. Immerhin wäre der slowakische Routinier ja ebenfalls eine potenzielle Alternative zu Gündogan gewesen. Dass Mintal angesichts seiner unbefriedigenden Situation nun doch noch einmal auf den letzten Drücker zu einem anderen Verein "flüchten" könnte, glaubt Hecking nicht, "auch wenn so etwas im Fußball manchmal schnell gehen kann. Aber es wäre schade, denn Marek ist für die Mannschaft immer noch sehr wichtig".

Wichtig wäre für die Mannschaft gewiss auch ein Erfolg gegen Freiburg. Vier Punkte aus den ersten beiden Spielen und im Pokal weiter, das empfände Hecking durchaus als "gelungenen Saisonstart. Aber dafür müssen wir noch viel tun." Bei der Auftaktpleite gegen Neuling St. Pauli (1:3) habe der Sportclub nicht "das abgerufen, was ihn letztes Jahr starkgemacht hat", warnte der Coach. Die Breisgauer seien ein "unangenehmer Gegner", der die Räume verenge und über gute Konterspieler verfüge. Unter Druck allerdings offenbare das Team Schwächen, "deshalb müssen wir selbst aktiv sein und hoffen, dass sie wieder nervös werden", sagte Hecking und zeigte sich optimistisch, dass auch ohne Gündogan der angestrebte Heimsieg gelingt. Am Veto für einen Verkauf des Top-Talents würde aber selbst das nichts mehr ändern.

  



Uli Digmayer

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