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Hack: "Ich habe nie ein Ultimatum gestellt"

Verantwortlichen bei der SpVgg Greuther Fürth geben sich erleichtert - 04.02.2013 18:43 Uhr

FÜRTH  - Diesmal hatte er gut geschlafen. Erstmals seit Monaten dürfte Helmut Hack nach einem Bundesliga-Spieltag mit einem Lächeln aufgestanden sein. Der 2:1-Erfolg der SpVgg Greuther Fürth beim Champions-League-Teilnehmer FC Schalke 04 nach 17 Spielen ohne Sieg nahm auch vom Präsidenten viel Druck. Vor allem in der von ihm angestoßenen Trainer-Frage.

Die Lage ist weiter ernst, das Verhältnis zu Trainer Mike Büskens ist noch angespannt, aber Fürths Vereinsboss Helmut Hack (re.) kann wieder lachen.
Die Lage ist weiter ernst, das Verhältnis zu Trainer Mike Büskens ist noch angespannt, aber Fürths Vereinsboss Helmut Hack (re.) kann wieder lachen.
Foto: Sportfoto Zink
Die Lage ist weiter ernst, das Verhältnis zu Trainer Mike Büskens ist noch angespannt, aber Fürths Vereinsboss Helmut Hack (re.) kann wieder lachen.
Die Lage ist weiter ernst, das Verhältnis zu Trainer Mike Büskens ist noch angespannt, aber Fürths Vereinsboss Helmut Hack (re.) kann wieder lachen.
Foto: Sportfoto Zink

In den letzten Wochen stand Hack häufig auch noch dann gedankenverloren alleine auf der Tribüne, wenn sich alle anderen Zuschauer längst auf den Heimweg gemacht hatten. Der Fürther Präsident sinnierte über verpasste Chancen, vor seinem geistigen Auge spielten sich nochmals die entscheidenden Szenen des Spieltages ab. Was wäre gewesen, wenn der Ball ins Tor statt daneben gegangen wäre? Hätte der Schiedsrichter nicht auf Elfmeter entscheiden müssen? Wäre dieser Gegentreffer nicht haltbar gewesen, und hatte Trainer Mike Büskens die richtige Aufstellung gewählt? Einer wie Hack lässt auf der Suche nach den Ursachen eines Problems jeden Gedanken zu. So stand auch der Trainer zur Disposition. Obwohl sich Hack noch vor einigen Wochen klar für Büskens ausgesprochen hatte.


Diesen Trainer würde er auch nach einem Abstieg in die zweite Liga gerne in Fürth weiterarbeiten sehen, hatte Hack durchblicken lassen und Büskens damit quasi eine Jobgarantie auch im Falle eines Scheiterns in der Bundesliga gegeben. Als das Liga-Schlusslicht nach der Winterpause aber eine Reaktion vermissen ließ und die Mannschaft beim 0:3 gegen Mainz „grausam gespielt“ hatte, wie Hack fand, reagierte der Vereinsboss. Er forderte von den Angestellten in kurzen Hosen öffentlich eine andere Arbeitsauffassung und machte Druck auf Trainer Büskens. „Ich habe aber in meinem ganzen Leben noch niemandem ein Ultimatum gestellt“, will Hack seine Äußerungen nun richtig eingeordnet wissen.

„Es ging mir nie um einen Kopf. Ich muss immer als erstes den Verein sehen, und da ging es nur darum, dass der Verein nicht weiter abschmiert“, sagte Hack im Rückblick auf das selbst von Büskens als Tiefpunkt bezeichnete Spiel gegen Mainz. Hätte die Mannschaft am Samstag beim Gastspiel in Gelsenkirchen abseits des Ergebnisses keine andere Körpersprache an den Tag gelegt, hätte sich Hack in der Folge wohl um einen neuen Trainer bemüht. „Ohne Mike Büskens wären wir nicht in der Bundesliga, aber es war doch Fakt, dass wir nur neun Punkte hatten und ohne Leidenschaft gespielt haben.“

So aber gingen auf seinem Handy auf der Rückfahrt aus dem Pott allenthalben nur Glückwunsch-Nachrichten ein. Auch Hack selbst war einigermaßen erleichtert, nun nicht nach einem neuen Trainer suchen zu müssen. Ganz unbelastet ist das Verhältnis zu Büskens aber längst nicht mehr. „Da entsteht natürlich eine gewisse Distanz“, räumte Hack ein. Und Büskens antwortete auf die Frage, ob er in der vergangenen Woche genug Rückendeckung gespürt habe, mit einem so knappen wie bezeichnenden „Ja“. Mehr wollte er nicht dazu sagen.


Klar ist den beiden Machern im Ronhof, dass der Sieg in Büskens’ sportlicher Heimat auf Schalke nur ein erster Schritt gewesen sein kann. Der Weg zum Klassenerhalt ist noch lang, wobei es in erster Linie nicht darum geht, dass Fürth am Ende der Saison tatsächlich noch die Kluft zum Relegationsplatz schließt – wichtiger ist, wie sich das Team in den kommenden Spielen präsentiert oder ob die Parallelen zum Vorzeige-Versager-Klub Tasmania Berlin tatsächlich vorhanden sind. „Der Sieg auf Schalke war für alle aber eine Riesenbefreiung. So ein Spiel haben wir gebraucht, damit es besser werden kann“, sagte Hack und blickte bereits auf das anstehende Heimspiel am Samstag gegen Wolfsburg: „Jetzt müssen wir da weitermachen, wo wir auf Schalke aufgehört haben.“ 

Von Florian Pöhlmann


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Gründungsdatum:
23.09.1903
Mitgliederzahl:
2550


Kurzbeschreibung:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth feierte als Fußballverein ihre größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meistertiteln in den Jahren 1914, 1926 und 1929 als SpVgg Fürth. Nach dem 2. Weltkrieg konnte die Spielvereinigung jedoch nie wieder an die großen Erfolge anknüpfen und sich folglich auch nicht für die 1963 gegründete Bundesliga qualifizieren.
Mit dem Sturz bis in die Landesliga versank der Traditionsverein in den 80er Jahren endgültig in der Bedeutungslosigkeit. Aufwärts ging es erst wieder 1994, als die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga gelang. Zwei Jahre später trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der SpVgg bei. Seitdem gehören die Geldsorgen der Vergangengeit an, der traditionsreiche Name SpVgg Fürth wurde durch den Zusatz Greuther ergänzt.
Seit 1997 spielte die Spielvereinigung ununterbrochen in der 2. Bundesliga, bis im Mai 2012 endlich der ersehnte Aufstieg in die Bundesliga gelang. Dort allerdings blieb der Erfolg aus, so dass Fürth in der Saison 2013/2014 wieder im Unterhaus antreten muss. Seine Heimspiele trägt der Verein, der im Volksmund "Kleeblatt" genannt wird, dann wie gewoht im altehrwürdigen Ronhof aus. Ein geplanter Stadionneubau am Rhein-Main-Donaukanal hat sich Ende 2012 zerschlagen.


Deutscher Meister: 1914, 1926, 1929


Der Kleeblatt-Kader in der Saison 2012/13
Galerie Kader SpVgg Greuther Fuerth 2012/13
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