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In den letzten Wochen stand Hack häufig auch noch dann gedankenverloren alleine auf der Tribüne, wenn sich alle anderen Zuschauer längst auf den Heimweg gemacht hatten. Der Fürther Präsident sinnierte über verpasste Chancen, vor seinem geistigen Auge spielten sich nochmals die entscheidenden Szenen des Spieltages ab. Was wäre gewesen, wenn der Ball ins Tor statt daneben gegangen wäre? Hätte der Schiedsrichter nicht auf Elfmeter entscheiden müssen? Wäre dieser Gegentreffer nicht haltbar gewesen, und hatte Trainer Mike Büskens die richtige Aufstellung gewählt? Einer wie Hack lässt auf der Suche nach den Ursachen eines Problems jeden Gedanken zu. So stand auch der Trainer zur Disposition. Obwohl sich Hack noch vor einigen Wochen klar für Büskens ausgesprochen hatte.
Diesen Trainer würde er auch nach einem Abstieg in die zweite Liga gerne in Fürth weiterarbeiten sehen, hatte Hack durchblicken lassen und Büskens damit quasi eine Jobgarantie auch im Falle eines Scheiterns in der Bundesliga gegeben. Als das Liga-Schlusslicht nach der Winterpause aber eine Reaktion vermissen ließ und die Mannschaft beim 0:3 gegen Mainz „grausam gespielt“ hatte, wie Hack fand, reagierte der Vereinsboss. Er forderte von den Angestellten in kurzen Hosen öffentlich eine andere Arbeitsauffassung und machte Druck auf Trainer Büskens. „Ich habe aber in meinem ganzen Leben noch niemandem ein Ultimatum gestellt“, will Hack seine Äußerungen nun richtig eingeordnet wissen.
„Es ging mir nie um einen Kopf. Ich muss immer als erstes den Verein sehen, und da ging es nur darum, dass der Verein nicht weiter abschmiert“, sagte Hack im Rückblick auf das selbst von Büskens als Tiefpunkt bezeichnete Spiel gegen Mainz. Hätte die Mannschaft am Samstag beim Gastspiel in Gelsenkirchen abseits des Ergebnisses keine andere Körpersprache an den Tag gelegt, hätte sich Hack in der Folge wohl um einen neuen Trainer bemüht. „Ohne Mike Büskens wären wir nicht in der Bundesliga, aber es war doch Fakt, dass wir nur neun Punkte hatten und ohne Leidenschaft gespielt haben.“
So aber gingen auf seinem Handy auf der Rückfahrt aus dem Pott allenthalben nur Glückwunsch-Nachrichten ein. Auch Hack selbst war einigermaßen erleichtert, nun nicht nach einem neuen Trainer suchen zu müssen. Ganz unbelastet ist das Verhältnis zu Büskens aber längst nicht mehr. „Da entsteht natürlich eine gewisse Distanz“, räumte Hack ein. Und Büskens antwortete auf die Frage, ob er in der vergangenen Woche genug Rückendeckung gespürt habe, mit einem so knappen wie bezeichnenden „Ja“. Mehr wollte er nicht dazu sagen.
Klar ist den beiden Machern im Ronhof, dass der Sieg in Büskens’ sportlicher Heimat auf Schalke nur ein erster Schritt gewesen sein kann. Der Weg zum Klassenerhalt ist noch lang, wobei es in erster Linie nicht darum geht, dass Fürth am Ende der Saison tatsächlich noch die Kluft zum Relegationsplatz schließt – wichtiger ist, wie sich das Team in den kommenden Spielen präsentiert oder ob die Parallelen zum Vorzeige-Versager-Klub Tasmania Berlin tatsächlich vorhanden sind. „Der Sieg auf Schalke war für alle aber eine Riesenbefreiung. So ein Spiel haben wir gebraucht, damit es besser werden kann“, sagte Hack und blickte bereits auf das anstehende Heimspiel am Samstag gegen Wolfsburg: „Jetzt müssen wir da weitermachen, wo wir auf Schalke aufgehört haben.“

Sa. 18.05.13
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