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Helmut Hack, der Präsident des Aufsteigers und insgesamt 52. Bundesligisten in der nun 50-jährigen Geschichte der deutschen Fußball-Beletage, der SpVgg Greuther Fürth.
Mit Leidenschaft erzählt der 62-Jährige über „sein“ Kleeblatt und dessen Wachstum, und wenn er wie bei seinem jüngsten Gastspiel im Presseclub Nürnberg in Fahrt gerät, lässt er auch mal den einen oder anderen Blick hinter die persönlichen Kulissen zu. Beispielsweise wenn er erzählt, dass er in der ersten Saison nach dem Wiederaufstieg in die Zweite Bundesliga im Oktober 1997 im Freiburger Dom Kerzen für den Klassenerhalt stiftete.
Damals hatte er gerade Aufstiegstrainer Armin Veh entlassen – und man spürt heute noch, wie schwer ihm seinerzeit die Entscheidung fiel, er andererseits heute noch von ihrer Notwendigkeit überzeugt ist. Unerzählt bleibt dabei, dass sein Team wenige Stunden später beim SC Freiburg 1:0 gewann, durch ein Tor des gerade zum FC St. Pauli gewechselten späteren SpVgg-Managers Rachid Azzouzi.
Ob die Kerzen den Ausschlag gaben, lässt Hack offen, doch er hat nie einen Hehl aus seiner christlichen Erziehung („Meine Mutter war eine Beterin“) und Prägung durch christliche Werte gemacht. „Uns ist hier eine Zeit geschenkt, in der wir etwas tun können und sollen – wir sind aufgerufen, aus unseren Fähigkeiten etwas zu machen“, drückt es der immer noch in Vestenbergsgreuth lebende Macher aus. Und er bekennt, im Urlaub eher in Kirchen als Museen zu gehen und „dort die Stille zu genießen“, denn: „Für Museen fehlt mir die Muße.“
Hunderte von Glückwunschbriefen hat der einstige Spielertrainer des TSV Vestenbergsgreuth nach dem Bundesligaaufstieg des Kleeblatts erhalten. Und jeden einzelnen hat er inzwischen persönlich und individuell beantwortet. Vier Wochen hat das gedauert, es war ihm eine Herzensangelegenheit. Hat er sich doch über die schriftlichen Glückwünsche mindestens ebenso gefreut wie über den „ehrlichen Respekt und die Anerkennung“, die der historische Erfolg ihm und dem Verein auch in der Bundesliga beschert hätten. Die Ehrlichkeit, die spürbare Authentizität der Spielvereinigung stoße allenthalben auf positive Resonanz, hat er beobachtet.
Und Hack wäre nicht Hack, würde er dies nicht mit einer Warnung verbinden: „Das Teuflische am Erfolg ist der Erfolg – man muss aufpassen, nicht abzuheben. Wir müssen fleißig und hungrig bleiben“, schreibt er dem Verein und allen Beteiligten ins Stammbuch. „Unsere einzige Chance ist es, nach Werten zu leben“, ist er durchaus spürbar stolz, die SpVgg von jeher nachhaltig geführt zu haben und zu führen – und das auch allen Mitarbeitern ans Herz zu legen. Nur so sei es möglich gewesen, das zu leisten, was beim Kleeblatt seit vielen Jahren geschehen sei: „Wir mussten eigentlich immer Unmögliches leisten“, verwies Hack auf die begrenzten Möglichkeiten und Ressourcen des Vereins.
Dazu gehört für den Geschäftsführer der weltweit agierenden Tee-Firma Martin Bauer Group auch die Erkenntnis: „Fehler zu machen, ist keine Schande – man muss aber dazu stehen, darf sie nicht unter den Teppich kehren und muss daraus lernen.“ Dieses Credo gelte für seinen Verein ebenso wie für die Firma, die einst sein Onkel Martin Bauer gegründet hatte.
Und dann verriet Hack noch, dass ein insgeheim gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen ist: das erste Bundesligaspiel daheim gegen Bayern München bestreiten zu dürfen. „Wir hatten einfach Glück, das wir aber auch verdient haben“, formuliert es Hack in der für ihn typischen Mischung aus fränkisch bodenständiger Bescheidenheit und Stolz auf das Geleistete. Und er setzt auf die Sogwirkung dieses Saisonauftakts, geht von einem 17 Mal ausverkauften Ronhof aus: „Die Anspannung ist jetzt schon spürbar.“ Und soll am Saisonende in „Platz 14 oder 15“ münden.

Sa. 18.05.13
Sa. 18.05.13
Sa. 18.05.13
Sa. 18.05.13
Sa. 18.05.13