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„Da sind wir nur hinterhergelaufen und zu Recht abgestraft worden mit dem Gegentor“, ärgerte sich Hecking nach der 0:1-Niederlage an alter Wirkungsstätte über den leblosen Auftritt vor der Pause. „Das war leidenschaftslos, ohne Kampfkraft. So darf man sich nicht präsentieren“, sparte Abwehrrecke Philipp Wollscheid nicht mit Selbstkritik. „Die erste Halbzeit war absolut nicht in Ordnung“, pflichtete ihm Torwart Raphael Schäfer bei, der mit zwei starken Paraden immerhin größeres Unheil verhindern konnte.
Erst nach dem Wechsel wehrte sich der Club. „Da haben wir Druck aufgebaut und gezeigt, dass wir unbedingt etwas mitnehmen wollten. Unsere taktischen Umstellungen haben dabei geholfen“, resümierte Hecking, der mit Tomas Pekhart einen dritten Stürmer gebracht und das Mittelfeld umgekrempelt hatte. Dennoch wollte Kapitän Schäfer die deutlich schwungvollere Gangart nach der Pause nicht zu sehr schönreden: „Da waren wir zwar auf dem richtigen Weg. Aber die ganz zwingenden Torchancen, um das Spiel umzudrehen, hatten wir trotzdem nicht.“
Vielleicht wäre die Partie gekippt, wenn Schiedsrichter Marco Fritz in der 59. Minute auf den Elfmeterpunkt gezeigt hätte. Doch der Unparteiische aus dem schwäbischen Korb übersah die Schlüsselszene, die hinterher von den Fernsehkameras schonungslos aufgedeckt wurde und Hecking regelrecht auf die Palme brachte.
Bei einem Freistoß für den Club hatte Hannovers Abwehrspieler Emanuel Pogatetz den aufgerückten Wollscheid gleich mehrmals in überaus rüder Form attackiert. Erst mit einem Ellbogencheck, danach mit mehreren Fausthieben. „Ich bekam einen Schlag in den Nacken und ging zu Boden“, beschrieb Wollscheid den letzten Akt des hässlichen Szenarios. Pogatetzs Wahrnehmung des Getümmels im Strafraum klang indes konträr: „Er wollte mich wegblocken, ich wollte mich freimachen.
Eine ganz normale Rangelei. Wenn, dann war es eher ein Foul an mir.“ Mit dieser Version kam der Österreicher aber nicht einmal bei seinem Trainer Mirko Slomka durch: „Im Strafraum muss man sich schon mal ein bisschen wehren. Allerdings darf man das nicht mit der Faust tun.“
Nach Heckings Einschätzung hätte die Aktion gleich mehrere Sanktionen nach sich ziehen müssen. „Die Bilder sind eindeutig. Klare Tätlichkeit. Rote Karte, Elfmeter für uns, eine halbe Stunde elf gegen zehn. Und dann weiß ich nicht, ob Hannover als Sieger vom Platz gegangen wäre.“ Eine möglicherweise spielentscheidende Fehlentscheidung also, und das brachte Hecking in Rage. „Man muss doch vom Schiedsrichter verlangen können, dass er den Überblick behält.
Das war bereits das siebte Spiel in dieser Saison, in dem ich so eine Schiedsrichter-Entscheidung zu monieren habe. Das ist sehr ärgerlich, weil es Punkte kostet. Jetzt habe ich langsam die Schnauze voll“, spielte er auf diverse Benachteiligungen in den letzten Monaten an, die im Nachhinein durch TV-Bilder belegt wurden.
Die Boxeinlage vom Freitagabend könnte ein Nachspiel haben, allerdings nur für Pogatetz. Sollte der DFB-Kontrollausschuss gegen ihn ermitteln, dann droht ihm eine Strafe vor dem DFB-Sportgericht. Der Club hätte davon freilich nichts.
Hecking & Co. bleibt nichts anderes übrig, als die Sache schnell abzuhaken und nach vorne zu blicken. „Schade, dass wir nichts mitgenommen haben. Wir haben die große Chance verpasst, uns ein wenig den Druck zu nehmen“, sagte Schäfer mit Blick auf das Heimspiel gegen Meister Dortmund am Freitag (20.30 Uhr). Da wäre der Zug nach einem verschlafenen Start ganz schnell abgefahren.

Do. 24.05.12
Do. 24.05.12
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
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