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Der Club-Innenverteidiger, der selbst bei einem Gegentreffer Spalier stand, war zwar mit Einsatz und Moral insgesamt zufrieden, „aber wir haben zu wenig davon gezeigt, was wir uns vorgenommen hatten. Statt einfach nach vorne zu spielen, haben wir ,Hacke-Spitze‘ gespielt.“
Trainer Dieter Hecking vermutete den Schlüssel für den Verlust einer umkämpften und weitgehend ausgeglichenen Partie in den unterschiedlichen Spielertypen. Während der Club mit Ilkay Gündogan, der schon nach wenigen Minuten einen Schlag auf die Wade verpasst bekam und in der Folge angeschlagen war, und Mehmet Ekici auf spielerische Qualitäten setzte, hatte St. Pauli auf den selben Positionen im Mittelfeld mit den abgeklärten und beinharten Abräumern Fabian Boll und Matthias Lehmann die effektiveren Akteure auf seiner Seite. „St. Pauli war heute die robustere Mannschaft, das war sicherlich ein Unterschied. Aber jeder muss eben die Fähigkeiten einbringen, die er hat“, sagte Hecking.
Club-Kapitän Andreas Wolf ärgerte sich wohl auch wegen seines zweiten Saisontreffers über eine „unnötige Niederlage. Wir haben es leider nicht verstanden, die Standards besser zu spielen. Es gibt so Spiele, die muss man so schnell wie möglich wieder abhaken.“
Ganz so einfach wird es Hecking seiner Mannschaft aber nicht machen. Nach dem heutigen freien Tag wird er seine Spieler morgen zu einer intensiven Videoschulung bitten und ihnen ihre haarsträubenden Fehler auf der Leinwand vor Augen führen. „St.Pauli hat sich einfach mehr reingekniet. Wir haben es verpasst, dem Gegner die Stirn zu bieten“, monierte Hecking.
Zudem war der Club schlafmützig: „Es kam auf die kleinen Situationen an und da waren wir leider nicht wach genug“, gab Ekici zu, während Keeper Raphael Schäfer mit dem Gegner haderte: „Wir haben gegen eine Mannschaft verloren, der im ganzen Spiel nicht mehr eingefallen ist, als lange Bälle zu spielen. Und selbst da hatten wir eigentlich ein Mittel dafür“, schimpfte er. Warum aber ausgerechnet ein solcher langer Ball sowie zwei Eckbälle zu Gegentoren geführt haben, konnte er auch nicht schlüssig nachvollziehen: „Im letzten Moment hat uns die Geilheit gefehlt, den Ball zu klären.“
Der dritten Saisonniederlage zum Trotz fand Trainer Hecking dennoch einen positiven Ansatz: „Es zeichnet uns in dieser Spielzeit aus, dass wir nach Rückschlägen auch zurückkommen.“ Dumm nur, wenn der Gegner jedes Mal eine Antwort findet und noch dazu das letzte Wort hat. Hecking: „Wir haben heute einen Fehler zu viel gemacht. Aber wir lassen uns nicht aus der Bahn werfen.“Stefan Jablonka