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Heckings Familien-Duell

Sohn des Club-Trainers ist HSV-Fan - 09.09. 12:15 Uhr

Nürnberg  - Wenn nicht alles täuscht, dann hat Club-Trainer Dieter Hecking beim samstäglichen Ausflug nach Hamburg alle Mann an Bord, könnte das Motto also lauten: "Volle Kraft voraus." Dass zwei Spieler gestern fernab der Truppe einsam Runden drehten, hatte einen triftigen Grund.


Alle Mann an Bord gegen den HSV.
Alle Mann an Bord gegen den HSV.
Foto: Sportfoto Zink

Timmy Simons sollte nach seinem Einsatz am Vortag in der belgischen Nationalmannschaft in der Türkei (2:3) nur auslaufen - und Mehmet Ekici war beim Spiel der "U21" gegen Nordirland frühzeitig wegen einer Oberschenkelverhärtung ausgeschieden. Simons kann in jedem Falle gegen den HSV auslaufen. Aber auch Eykici hegt starke Hoffnungen auf seinen Einsatz: Er will am Donnerstag wieder ins Training einsteigen und, wie er extra ankündigt, Gas geben.

Wie aber stehen die Aktien bei Innenverteidiger Per Nilsson? "Die Rückenschmerzen haben stark nachgelassen", sagt der Schwede, "so dass ich vielleicht spielen kann." Stürmer Albert Bunjaku kam bei der 1:3-Niederlage der Schweiz gegen England nicht zum Zuge, ist folglich fit. Frohe Botschaften also für den Trainer.

Fraglich ist, ob er in Hamburg die beiden Offensivstrategen Ilkay Gündogan und Ekici - sie sind dicke Freunde - einsetzt oder nicht. Ekici bevorzugt den Part in der Mitte, aber er traut sich auch auf der rechten Außenbahn einiges zu. "Ich spiele dort, wo mich der Trainer hinstellt", gibt er sich diplomatisch. Mit seiner Stärke bei Standards kann er natürlich einiges bewegen. Er verdankt diese seinem früheren Trainer bei Bayern München, Mehmet Scholl, wie er erzählt: "Er war ein überragender Freistoßspezialist und hat mir in stundenlangen Zusatzschichten viel beigebracht." Der Kontakt zum Ex-Nationalspieler - er hat Ekici in einem Brief viel Erfolg beim 1. FCN gewünscht - ist nach wie vor sehr eng. Gleiches gilt auch für seinen ehemaligen gestrengen Lehrmeister Hermann Gerland. "Er verlangt zwar viel, aber er ist ein Supermensch mit großem Herz", schwärmt er von dem knurrigen Westfalen, der auch zweimal als Trainer am Valznerweiher tätig gewesen ist.

Ilkay Gündogan freut sich auf das Wiedersehen mit seinem früheren Trainer Michael Oenning. Er hat diesen nicht aus seinem Gedächtnis gestrichen, auch wenn der letzte Kontakt schon einige Wochen zurückliegt. "Oenning hat in meiner bisherigen Karriere eine wichtige Rolle gespielt", bekennt er. Ekici und Gündogan, zwei türkischstämmige und talentierte Kicker, sehen dem Duell mit dem HSV mit Zuversicht entgegen. "Wir müssen mit breiter Brust antreten", fordert Gündogan bei allem Respekt vor der Qualität der Gastgeber. Sein Kumpel greift auf eine hinlänglich bekannte Formulierung zurück: "Im Fußball ist alles möglich." Außerdem habe der Club einen ausgezeichnete Mannschaft und müsse sich nicht verstecken. Optimismus also bei den Club-Youngsters.

Dass Heckings Sohn ein HSV-Fan ist, amüsiert Gündogan. Gleichzeitig kündigt er bei diesem familiären Duell Hilfe für den Herrn Papa an: "Wir wollen für ihn spielen. Wenn er glücklich ist, wird dies bestimmt auch sein Sohn sein." 





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