"Die Vorfreude auf das erste Heimspiel ist groß", verkündete Dieter Hecking vor dem Duell mit dem SC Freiburg (15.30 Uhr) und hofft, dass das Auftakt-Remis am Niederrhein nun mit einem "Dreier" veredelt werden kann: "Die Mannschaft gibt mir ein sehr gutes Gefühl." Und der Sportclub kommt dem Coach als Gegner sowieso gerade recht: "Wir haben letzte Saison zweimal verloren, allein daraus kann man viel Motivation ziehen. Klar, dass wir den Spieß umdrehen möchten", verriet Hecking.
In einer an Negativerlebnissen ja nicht gerade armen Spielzeit gehörten die beiden Niederlagen gegen Freiburg wohl zu den Partien mit dem höchsten Frustfaktor. Am 28. November zertrampelte der Ex-Fürther Stefan Reisinger mit seinem frühen 1:0- Siegtreffer in Nürnberg brutal das zarte Pflänzchen Hoffnung, das beim Club nach dem spektakulären 3:2-Auswärtscoup beim Meister VfL Wolfsburg soeben sanft erblühte.
Die unnötige Heimpleite markierte denn auch den Beginn einer kapitalen Krise: Sang- und klanglos verlor ein desolates Team danach die letzten drei Partien bis zur Winterpause, was kurz vor Weihnachten die Entlassung von Trainer Michael Oenning besiegelte. Auch in der Rückrunde sorgte ein Drama an der Dreisam für lange Gesichter: Just in diesem richtungsweisenden Kellerderby ließ der Club lange Zeit die im Abstiegskampf nötige Einstellung vermissen. Freiburg gewann mit 2:1 und hatte plötzlich wieder beste Aussichten auf den Klassenerhalt, während die Franken auf den Relegationsrang abrutschten. "Der Stachel sitzt schon noch tief", gestand Hecking.
Javier Pinola hingegen mag sich gar nicht mehr mit Erinnerungen an jene trüben Tage belasten. "Das ist abgehakt. Wir haben eine neue Saison und neue Spieler, und es ist ein neues Spiel", konstatierte der Argentinier trotzig. Auch ohne Revanchegelüste will Pinola aber unbedingt gewinnen, um nach der Liga-Pause etwas entspannter die kniffligen Auswärtsaufgaben in Hamburg und Leverkusen angehen zu können: "Es wäre super, wenn wir dann vier Punkte auf dem Konto hätten."
In der Favoritenrolle fühlt sich Pinola gegen die Freiburger Fehlstarter, die am ersten Spieltag Neuling St. Pauli in einer kuriosen Schlussphase noch mit 1:3 unterlagen, jedoch nicht. "Die Chancen stehen 50:50", zeigt der resolute Linksverteidiger großen Respekt vor den konterstarken Gäste, die jüngst noch zweimal auf dem Transfermarkt zuschlugen: Neben Rückkehrer Yacine Abdessadki, dessen Vertrag zunächst nicht verlängert worden war, verpflichteten die Breisgauer auch den japanischen WM-Teilnehmer Kisho Yano. Der Angreifer von Albirex Niigata wird gegen den Club aber noch nicht im Kader stehen.
Hier können Sie das Club-Spiel im Live-Ticker verfolgen.
Nürnberg: Schäfer - Judt, Wolf, Nilsson, Pinola - Simons, Hegeler - Frantz, Ekici, Bunjaku - Schieber.
Freiburg: Pouplin - Mujdza (Williams), Barth, Butscher, Bastians - Schuster - Caligiuri (Abdessadki), Rosenthal, Makiadi, Jäger - Cissé.
SR: Welz (Wiesbaden).